Silberburgstraße Albstadt
: 100 000 Euro mehr, damit die Müllabfuhr wenden kann

Die Ebinger Silberburgstraße ist eine Sackgasse – und zwar eine, in der Wendemanöver, speziell für große Fahrzeuge, schnell zur Millimeterarbeit geraten. Jetzt schafft die Stadt Albstadt Abhilfe, allerdings eine teuere: Sie kostet rund 100 000 Euro.
Von
Martin Kistner
Oberndorf
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Marode: die Treppe zur Silberburgstraße

Stadt Albstadt/Roman Marciniak

190 000 oder 290 000 Euro? Mit dieser Frage sah sich der Technische und Umweltausschuss des Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung konfrontiert und entschied sich für die Mehrausgabe, denn jede andere Lösungsvariante wäre ungleich teurer und unfinanzierbar gewesen.

Was ist das Problem? Die Ebinger Silberburgstraße verläuft oberhalb der Langwatte und unterhalb der Schwarzwaldstraße parallel zum Steilhang. Breit ist sie nicht, schon aufgrund der sehr speziellen Topographie, gut ausgebaut erst recht nicht; Räumfahrzeug und Müllabfuhr kommen nur im Rückwärtsgang aus der Sackgasse, und wer einen Personenwagen wenden möchte, der rangiert entweder ewig oder nimmt Garagenvorplätze und private Stellplätze in Anspruch. Was laut der Angaben der Stadt zur Folge hat, dass einige Anwohner ihre Flächen mittlerweile mit Ketten sperren.

Eine Wendeplatte ist bisher nicht drin – alle Flächen sind überbaut

Eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit? Der Bebauungsplan hatte eine vorgesehen, aber alle Flächen sind überbaut, wie die Ausschussmitglieder von Volker Maute, dem Leiter der Abteilung Tiefbau im Technischen Rathaus, erfuhren, und müssten erst freigeräumt werden – vorheriger Grundstückserwerb vorausgesetzt.

Ein Flurstück auf der Westseite der Straße käme immerhin in Betracht, aber um es als Wendehammer nutzen zu können, müsste man einen guten Teil des Hangs abtragen und den verbliebenen Rest dann mit einer Spritzbetonwand abstützen. Die wäre fünf Meter hoch und müsste – mit ausdrücklicher Zustimmung der Anrainer – fünffach im Berg verankert werden.

Es versteht sich fast, dass das Gelände nicht der Stadt gehört – allerdings wäre das wohl das kleinste Problem: Die Baukosten wären so hoch, dass das Ergebnis den Aufwand einfach nicht rechtfertigen würde.

Die Straße ist nicht im besten Zustand.

/Roman.Marciniak

Indes hat man sich im Technischen Rathaus jetzt noch etwas Anderes einfallen lassen: Die Silberburgstraße ist etwa auf halber Länge durch eine Fußgängertreppe mit der Langwatte verbunden.

Diese Treppe ist, genau wie Straße, in keinem besonders guten Zustand, der Beton bröckelt vor sich hin, stellenweise ist er verschwunden, und das Gras sprießt.

Die Fußgängertreppe hat es bitter nötig.

/Roman.Marciniak

Diese Treppe will die Stadt nun sanieren und hat dem Technischen Ausschuss dafür zwei Varianten vorgelegt. Variante B ist die Erneuerung in der bestehenden Form: geradeaus bergauf, immer der Direttissima nach. Sie würde, einschließlich der Erneuerung des im Treppenkörper verbauten Kanals, 190  000 Euro kosten.

Die andere Variante – A – ist etwas komplexer. Im unteren Bereich der Treppe ändert sich nichts; genau wie die alte führt auch die neue geradeaus den Berg hinauf.

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Schwarzwälder Bote

Direkt unterhalb der Straße aber wechselt sie die Richtung, beschreibt zwei Serpentinen und wird auf dem letzten Teil des Abhangs dreiläufig den Berg hinaufgeführt – so ähnlich wie in Lautlingen die Treppe von der Ortsdurchfahrt zur Fußgängerbrücke, nur mit ein paar Schleifen weniger.

Was bringt das? Ganz einfach: mehr Höhenmeter auf weniger Grundfläche. Die dreiläufige Treppe erreicht das Niveau der Silberburgstraße ein paar Meter weiter östlich als die Vorgängerin, und das bedeutet, dass dahinter das Gelände aufgeschüttet und die Straße entsprechend verbreitert werden kann. Fertig ist die Wendeplatte.

Umsonst ist diese Verbesserung freilich nicht zu haben; Volker Maute beziffert die Mehrkosten mit 100 000 Euro. Aber das ist wohlfeil im Vergleich zum oben beschriebenen Spezialtiefbau mit Grunderwerb und Verankerung. Die Ausschussmitglieder votierten geschlossen für Variante A.

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