Sanitätsunterstützungszentrum Stetten a.k.M.: Cathrin Streier übernimmt das Kommando

Armin Kalinowski (Mitte) übergibt das Kommando des Sanitätsunterstützungszentrums der Bundeswehr bei Stetten a.k.M. von Matthias Lucks (rechts) an Cathrin Streier.
Susanne GrimmDer Kommandeur des Kommandos Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung, Generalstabsarzt Armin Kalinowski hat bei einem militärischen Appell mit Paradeaufstellung den bisherigen Leiter des Sanitätsunterstützungszentrums (SanUstgZ) Stetten a. k. M., Flottenarzt Matthias Lucks, von dessen Kommando entbunden und an Flottenärztin Cathrin Streier, ehemalige Leiterin des SanUstgZ Kiel, übertragen.
In seiner Ansprache richtete Kalinowski sein Augenmerk hauptsächlich auf die politische Weltlage und „die eindeutige Bedrohungslage durch aggressive Diktaturen“ sowie daraus erwachsenen Folgen speziell für die Bundeswehr ein.
Der Weg zu einer „schlagkräftigen Truppe“ ist lang, meint der Generalstabsarzt
Der hohe Wirtschaftsdruck, angeheizt durch die Zollpolitik, dazu die Bedrohung durch die klimatischen Veränderungen – diese Gemengelage erhöhe die Kriegswahrscheinlichkeit, aber auch die Wahrscheinlichkeit hybrider Angriffe, so der Generalstabsarzt. „Das mach eine Erhöhung der Wehrhaftigkeit und der Kriegstauglichkeit zwingend notwendig“.
Kalinowski unterstrich aber auch: „Wir sind auf dem Weg hierzu!“ Zwar sei die Finanzierung der Bundeswehr ein zentrales Thema, „aber die Bundeswehr muss zurück zu einer schlagkräftigen Truppe entwickelt werden“. Er sehe dabei jedoch noch einen langen Weg mit vielen Diskussionen, insbesondere mit Blick auf eine Wehr- respektive Dienstpflicht.
Kalinowski: „Wir versorgen die Menschen nach höchstem Standard“
Dem Sanitätsdienst bescheinigte Kalinowski seit der Selbstständigkeit „exponentielles Qualitätswachstum“ und in Deutschland eine herausragende medizinische Versorgung. Dies finde zwar weltweit hohe Anerkennung, „in den neuen Strukturen erkennt man diese Anerkennung nicht überall“.
Kritisch sieht er auch die Planung einer zusätzlichen Kommandoebene in Koblenz: „Erhöhte Kriegstauglichkeit durch zusätzliche Stäbe habe ich noch nicht erlebt.“ Er appellierte aber an die Sanitätsdienstler: „Wir machen unseren Job weiter, versorgen die Menschen nach höchstem Standard“.
Außerdem: „Wir sind Dienstleister für die Truppe, diese Funktion bestimmt unsere Haltung“. Kalinowski formulierte die Erwartung an Politik und höhere Führungsebene, „dass in der Entwicklung der Streitkräfte in Richtung Kriegstüchtigkeit eine Ausgewogenheit der Mittel für Kampftruppe und Unterstützung hergestellt und gehalten wird, „nur so werden wir erfolgreich sein“.
Eine Stettener Besonderheit müsse sich Streier erst noch verdienen
Er rief alle militärischen und zivilen Mitarbeiter auf, auch unter der neuen Führung ihren Auftrag professionell zu erfüllen. „Es liegt an uns, aus den Veränderungen heraus die Chancen zu nutzen“.
Flottenarzt Matthias Lucks, der seit 2021 die Leitung des SanUstgZ innehatte, sparte nicht mit Lob und Dankbarkeit. Er sei sehr gerne hier gewesen, habe die See nicht vermisst und bleibe sogar in der Region.
Entsprechend verabschiedete Bürgermeister Maik Lehn ihn mit einer Flasche Bockmilch. Diese ortstypische Besonderheit müsse sich Streier erst verdienen, meinte Lehn humorvoll, hieß die neue Kommandeurin aber trotzdem herzlich willkommen.
Infos: Flottenärztin Cathrin Streier und das Sanitätsunterstützungszentrum in Stetten a.k.M.
Flottenärztin Cathrin Streier,
geboren am 25. Februar 1974, verheiratet hat ihre Grund- und Seekadettenausbildung an der Marineschule Mürwick in Flensburg abgeschlossen. Dem folgten Stationen auf der FGS Gorch Fock, Offizierslehrgang und die Sanitätsakademie der Bundeswehr in München.
Das Sanitätsunterstützungszentrum
(SanUstgZ) Stetten a. k. M. mit seinen Stabsabteilungen ist für Ablauf und Organisation der Sanitätsversorgungszentren sowie der Sanitätsstaffel Einsatz zuständig. Die regionale Zuständigkeit umfasst mit den Standorten Müllheim, Illkirch, Bruchsal, Calw, Dillingen, Ulm, Laupheim, Sigmaringen, Pfullendorf und Donaueschingen rund 80 Prozent von Baden-Württemberg.