Radbörse in Tailfingen: Kinderräder sind heiß begehrt und Mangelware

Bei der Radbörse in Tailfingen werden jährlich rund 500 Bikes angeboten, von denen bis zur Hälfte einen neuen Besitzer findet.
BenderJährlich warten viele Hobbyradler und Fahrradbegeisterte auf das große Event im Kalender, wenn die Radsportgemeinschaft (RSG) Zollern-Alb `82 Albstadt wieder die Türen der Zollern-Alb-Halle in Tailfingen öffnet und man entweder auf Schnäppchenjagd oder auf die Suche nach dem günstigen Traumfahrrad gehen kann. Ob es die älteste Fahrradbörse und vielleicht auch die größte in Deutschland ist, kann der erste Vorsitzende Stefan Schairer nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Aber sie ist zumindest eine der ältesten und größten. Und das will etwas heißen.
Aber schließlich ist die RSG auch einer der größten reinen Radsportvereine in Baden-Württemberg, erklärt Stefan Schairer. Und schließlich bietet sich die Landschaft der Schwäbischen Alb für Fahrradtouren und Radsport bestens an. Am Samstag, 14. März, ist es wieder so weit und die Zollern-Alb-Halle wird zum Mekka für Menschen, die sich gerne auf zwei Rädern an der frischen Luft bewegen – ob ganz gemütlich oder mit viel Power.
Individuelle Beratung
Wer für den Nachwuchs das passende Gefährt sucht, der sollte schon sehr früh da sein, rät der Vereinsvorsitzende. Am besten schon bei Hallenöffnung um 8 Uhr. Denn die Kinderräder sind definitiv in den letzten Jahren Mangelware und damit heiß begehrt. Alles bis 24 Zoll Reifengröße findet, wenn es denn zum Verkauf angeboten wird, sofort dankbare Abnehmer. Denn schließlich wachsen Kinder und benötigen deshalb öfter ein „neues“ Fahrrad. Aber fabrikneu muss es ja nicht sein. Da es nur kurze Zeit gefahren wird, sind diese Kinderräder oft noch in so gutem Zustand, dass sie vom nächsten und übernächsten Besitzer noch gefahren werden können.
40 Ehrenamtliche im Einsatz
Zustand ist überhaupt ein Stichwort. Dieses erläutert Stefan Schairer näher. Zum einen sind bei der Radbörse, die bis 13 Uhr stattfindet, auch wieder jede Menge Helfer aus dem Verein im Einsatz. Rund 40 Ehrenamtliche kümmern sich unter anderem um die Beratung der Besucher. Dazu gehören die Einschätzung der Qualität, des Zustandes, der passenden Radgröße für den Kunden und das richtige Bike für das gewünschte Einsatzgebiet. Deshalb kommen auch immer wieder Besucher aus dem gesamten Umkreis nach Tailfingen, die quasi noch Anfänger in Sachen Fahrrad sind und etwas Hilfestellung benötigen, um im großen Angebot das für sie passende zu finden.
Rund 600 Fahrräder aller Art erwartet man erfahrungsgemäß wieder bei der Börse. Hinzu kommen nochmals etwa 1000 sogenannte Kleinteile, also Helme, Schutzbleche, Gepäckträger und vieles, vieles andere, erläutert Stefan Schairer. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der angebotenen Drahtesel wechseln innerhalb der fünf Öffnungsstunden den Besitzer. Welches Objekt einen Abnehmer findet und welches nicht, hängt im Einzelnen vom Preis, dem Zustand – und letztlich vom Wetter ab. Bei Schneefall kommen nämlich weniger Besucher in die Halle, als wenn die Sonne strahlt. Und dementsprechend wird mehr oder weniger umgesetzt, lacht der Vereinsvorsitzende.
E-Bikes zuhauf im Angebot
Galten E-Bikes vor etwa sieben Jahren noch als Raritäten bei der Radbörse, so hat die Zahl der akkubetriebenen Zweiräder stark zugenommen, berichtet Stefan Schairer. Auch in dieser Sparte gibt es übrigens eine enorme Bandbreite. Ob E-Citybikes, E-Gravelräder, E-Rennräder oder Herrenräder mit Tiefeinstieg. Die Vielfalt ist inzwischen riesig. Dennoch üben sich viele potenzielle Käufer hier in Zurückhaltung.
Das liegt daran, dass so mancher unsicher ist, ob das gebrauchte E-Bike auch noch einen guten Akku hat, der mit das Teuerste am ganzen Rad ist. Deshalb empfiehlt Stefan Schairer jedem, der sein gebrauchtes E-Bike verkaufen möchte, vorher bei einem Radsportgeschäft vorbeizuschauen. Dort kann man quasi einen „TÜV“ machen und ein Zertifikat darüber ausstellen lassen, wie viele Kilometer das Gefährt schon auf dem Buckel hat und in welchem Zustand der Akku ist. Das schafft Vertrauen beim Käufer.
Die Warenannahme ist auch schon am Freitag, 13. März, zwischen 17 und 20 Uhr. Wer dann am Samstag früh dran ist, kann eventuell ein Schnäppchen ergattern. Wenn beispielsweise jemand sein Supersportler-Modell aus dem Downhill-Bereich, das mal bis zu 5000 Euro gekostet hat, für nur noch 1000 oder 2000 Euro verkauft. Das gibt es auch immer mal wieder, weiß Stefan Schairer. Denn die Börse ist eigentlich nicht für Ultrasportler ausgelegt. Die meisten Räder gehen im Bereich zwischen 600 und 800 Euro über den Verkaufstisch „Das ist eine Summe, bei der man nicht viel kaputtmachen kann“, erläutert Schairer. Ab und zu finde man auch Kuriositäten wie ein Einrad, ein Tandem, ein Liegefahrrad oder ein Rad mit drei Rädern. Aber eher selten.
Das sollte man bei der Radbörse wissen
Die 43. Radbörse findet am Samstag, 14. März, von 8 bis 13 Uhr in der Zollern-Alb-Halle in Tailfingen statt. Warenannahme ist bereits am Freitag, 13. März, zwischen 17 und 20 Uhr, und am Samstag, 14. März, von 8 bis 11 Uhr.Man findet unter anderem Kinderfahrräder, Stadtfahrräder, Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes und Zubehör aller Art sowie Radbekleidung. Während der Veranstaltung gibt es auch Speisen und Getränke. Im Foyer sind zudem Informationsstände zu finden.
