Pflege in Meßstetten: „Jetzt muss die gesetzliche Verankerung kommen“

Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft wirbt im Fernsehen für das „stambulante“ Modell.
Stadt Meßstetten/Volker BitzerBürgermeister Frank Schroft macht sich erneut öffentlichkeitswirksam stark für das „stambulante“ Pflegekonzept, das auch in Meßstetten Einzug halten soll. Am Montag, 6. Oktober, so ist es vorgesehen, wird mit ihm ein ZDF-Interview zu diesem Thema gleich zweimal ausgestrahlt: im Mittagsmagazin – ab 12.10 Uhr bis 14 Uhr – und dann nochmals zur besten Sendezeit im Verbrauchermagazin WISO – 19.25 Uhr bis 20.15 Uhr.
Im Beitrag geht es laut einer städtischen Pressemitteilung um das „Stambulant“-Konzept, das auch im geplanten Meßstetter Gesundheitszentrum umgesetzt werden soll. Bekanntlich ist der Meßstetter Bürgermeister einer der Federführenden von zahlreichen Stadtoberhäuptern, die zusammen mit der BeneVit-Gruppe – Betreiberin mehrerer Seniorenheime und „Stambulant“-Initiatorin – sich seit vielen Jahren für die gesetzliche Verankerung dieser modernen Pflegeform einsetzen.
Die Pflegebedürftigen erledigen selbst Aufgaben
Eine ZDF-Reporterin befragte Frank Schroft zum Meßstetter Gesundheitszentrum, zu seinem Einsatz pro „Stambulant“ und entlockte ihm auch seine persönliche Einschätzung zur notwendigen Weichenstellung in der Bundespolitik, wo „Stambulant“ seit dem Regierungswechsel Fahrt aufgenommen hat und sich gegenwärtig im Gesetzgebungsverfahren befindet.
„Stambulant“ ist eine Wortschöpfung aus stationär und ambulant und eine Idee von BeneVit-Geschäftsführer Kaspar Pfister. Dahinter steckt ein Vorhaben, bei dem Pflegebedürftige in einem Mit-Mach-Heim selbst noch bestimmte Aufgaben erledigen. Das vermittele Betroffenen nicht nur das Gefühl des Gebrauchtwerdens, es führe auch zu mehr persönlicher Zufriedenheit und nicht zuletzt sparten Pflegekassen und Angehörige spürbar Geld, heißt es in der Mitteilung.
Praktisch erprobt
Praktisch erprobt wurde das Konzept unter Federführung von AOK und Sozialministerium Baden-Württemberg seit 2016 im BeneVit-Haus Wyhl am Kaiserstuhl, und es ist mittlerweile mehrfach wissenschaftlich evaluiert. Einzig fehlt noch die gesetzliche Verankerung, um „Stambulant“ dann deutschlandweit und rechtlich abgesichert in Pflegeeinrichtungen etablieren zu dürfen.