Ministerin besucht Albstadt
: Hoffmeister-Kraut zu Gast am Gymnasium

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut wollte bei der Visite am Gymnasium Ebingen wissen, wo der Schuh drückt. Und erfuhr einiges.
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(red/pm)
Oberndorf
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Nicole Hoffmeister-Kraut, Wirtschaftsministerin und Landtagsabgeordnete, hat das Gymnasium Ebingen besucht. Das Bild zeigt sie mit Rektor Christian Schenk.

Schenk

Nicole Hoffmeister-Kraut, Landeswirtschaftsministerin und Landtagsabgeordnete des Zollernalbkreises, hat dem Gymnasium Ebingen einen Besuch abgestattet, um vor Ort zu erfahren, wo die weiterführenden Schulen der Schuh drückt und welche Auswirkungen die Maßnahmen der Politik auf die Betroffenen hat. Sie bekam ausführliche Antworten von Rektor Christian Schenk.

Unter anderem darüber, wie sich die Umsetzung von G9 anlasse – als eine der 43 G9-Modellschulen im Land tut sich das Gymnasium damit etwas leichter. Besorgt zeigte sich der Rektor dagegen über vermehrt auftretende psychischen Auffälligkeiten bei einzelnen Schülerinnen und Schülern; als Beispiele nannte er Panikattacken und Schulvermeidungsstrategien.

Die Lehrkräfte müssten sich jeder einzelnen Schülerin und jedem Schüler individuell widmen und seien entsprechend beansprucht – dass im Rahmen von G9 zusätzliche Stunden für Mentoring- und Klassenleitung zugestanden würden, sei unter diesen Umständen sehr zu begrüßen.

Hoffmeister-Kraut ist die Kritik nicht neu

Die Kritik an ausufernder Bürokratisierung konnte nicht ausbleiben; Hoffmeister-Kraut ist sie nicht neu. Die Ausweitung der Dokumentationspflicht, monierte Schenk, gehe zu Lasten der pädagogischen Aufgaben; ihr Mehrwert sei dagegen begrenzt. Sechs Statistiken oder Prognosen pro Schuljahr führten schließlich auch nicht dazu, dass die Zahl der qualifizierten Lehrkräfte wachse. „Die, die da sind haben alle gut zu tun – den Kindern bringt es aber nichts, wenn wir das ständig immer wieder zu Protokoll geben müssen.“

Was motiviert einen Pädagogen?

Was wünscht sich der Schulleiter Schenk von der Politik? Mehr Mitsprachemöglichkeiten dabei, welche Lehrkräfte eingestellt werden sollten. Und was, wollte die Ministerin abschließend wissen, motiviere Lehrerinnen und Lehrer – auch Rektoren – trotz aller Unwägbarkeiten zu ihrer Arbeit?

Schenks Antwort: die Freude von Schülerinnen und Schülern, die etwas verstanden oder erreicht haben, und die Bildungsfortschritte, die ein junger Mensch während seiner Entwicklung vom Fünftklässler zum Abiturienten macht – auch wenn er nachträglich das Gefühl haben mag, viel Unsinniges gelernt und wieder vergessen zu haben. Nicht selten ändere diese Einschätzung sich später noch, wie positive Rückmeldungen aus dem Studien- oder Berufsleben zeigten. Eine Faustregel, die Schenk jedem Pädagogen ans Herz legt: Es gelte die Extreme zu meiden – Fanatismus sei ebenso verfehlt wie Fatalismus.

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