Luftsportverein Degerfeld: Wie Dieter Beck Generationen von Piloten prägte

Dieter Beck (links) wurde vom Vorsitzendem Martin Schick zum Ehrenvorsitzenden des Luftsportvereins Degerfeld ernannt.
LSV Degerfeld- LSV Degerfeld feierte 60-jähriges Jubiläum mit rund 80 Mitgliedern und Ehrengästen.
- Dieter Beck wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt – er prägte den Verein über Jahrzehnte.
- Beck war 50 Jahre Fluglehrer, hatte rund 5000 Lehrstunden und leitete lange den Verein.
- Fusion der Gruppen Ebingen, Bitz und Tailfingen wurde gewürdigt, inklusive Ausbau des Platzes.
- Neuer Mehrzweck-Schulungsraum ging symbolisch an die Jugendgruppe – viel Eigenleistung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Segelflugzeug steht regungslos auf einer Piste. Die langen gelben Flüge und der orangerote Rumpf glitzern in der Sonne. Dieter Beck steigt ein. Mit ihm ein Flugschüler. Plötzlich setzt sich das Flugzeug in Bewegung. Immer schneller rollt es über das Gras, bis es sanft abhebt. In der Luft klinkt Beck das Flugzeug aus, damit es selbstständig weiterfliegt. Immer auf der Suche steigender Luft.
5000 Flugstunden hat Dieter Beck
Rund 5000 solcher Flugstunden standen zuletzt in Dieter Becks Büchern. Wenig verwunderlich: Schon als 15-Jähriger war er der Fliegergruppe Ebingen beigetreten und war einst der jüngste Fluglehrer im Land. „Dieter Beck hat Generationen von Piloten ausgebildet und die Geschichte unseres Vereins über eine so lange Zeit maßgeblich geprägt wie nur sehr wenige“, sagt Martin Schick. Der Vorsitzende des Luftsportvereins (LSV) Degerfeld ernannte Beck kürzlich zum Ehrenvorsitzenden des Vereins.

Die Teilnehmer des Jubiläumsfests. Im Cockpit sitzt der neue Ehrenvorsitzende Dieter Beck. Das Flugzeug, die ASK-13 mit dem Kennzeichen D-9064, wurde 1968 gebaut und ist damit fast so alt wie der Verein. Beck hat in dieser Maschine Generationen von Piloten als Fluglehrer ausgebildet.
LSV DegerfeldDas war nicht der einzige Grund, warum der Verein eingeladen hatte. Ein weiterer Grund zur Freude war das 60-jährige Bestehen des Luftsportvereins. Rund 80 Mitglieder waren gekommen, darunter viele frühere Flieger und Funktionäre. Sie erlebten ein familiäres und ungezwungenes Fest mit dreifachem Grund zum Feiern: den Jahrestag der Verschmelzung der ehemaligen Fliegergruppen Ebingen, Bitz und Tailfingen zum heutigen LSV Degerfeld, die eine rasante Entwicklung der Fliegerei im heutigen Zollernalbkreis erst möglich machte, die Würdigung des fliegerischen Lebenswerks von Dieter Beck und die symbolische Übergabe des neu gebauten Schulungsraums an die Jugendgruppe des Vereins. Vier Generationen von LSV-Anhängern waren mit dabei, dazu zwei Ehrengäste: Gudrun Bühler vom Präsidium des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV) und Lambert Maute, ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters von Albstadt.
Maute nannte das Jubiläum einen „bemerkenswerten Meilenstein“ für den Verein und die heutige Stadt Albstadt. Der LSV Degerfeld sei ein wertvolles Mitglied der Stadt- und Vereinsgemeinschaft, der Verein strahle weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der OB-Stellvertreter nannte als Beispiel das Flugplatzfest, das jedes Jahr Tausende von Besuchern anlockt. Dass „die Faszination Fliegen“ vor Ort erlebbar sei, sei ein Verdienst des Vereins. Er selbst könne sich noch gut daran erinnern, wie er als Kind das Flugplatzfest selbst besuchte. „Der Tower stand damals schon, er ist so etwas wie das Wahrzeichen“, so Maute.
Vereinszusammenlegung als Stärke
Für den Dachverband sprach Gudrun Bühler, die ihre fliegerische Heimat auf dem Nachbarflugplatz Farrenberg bei Mössingen hat. „Was vor 60 Jahren auf dem Degerfeld eingeläutet und bis heute hier geschaffen worden ist, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, so Bühler. Die selbstgewählte Fusion habe enorme Kräfte freigesetzt und passe zur Philosophie des BWLV: „Gemeinsam sind wir stark.“ Ihre Empfehlung an alle Zaungäste auf dem Degerfeld: „Luftsport ist so ein tolles Hobby, ich kann es jedem nur empfehlen.“

Hohe Ehrung während der Jubiläumsfeierlichkeiten beim LSV Degerfeld: Lambert Maute, Gudrun Bühler, der neue Ehrenvorsitzende Dieter Beck und Martin Schick (von links).
LSV DegerfeldFür den Verein sprach Martin Schick, dessen Vater Hans einer der drei Gründungsvorsitzenden gewesen war. „Unsere heutige Flotte, der Platz mit seinen Hallen, Restaurant, Werkstätten und Infrastruktur haben sich in sechs Jahrzehnten enorm entwickelt. Vor 60 Jahren war hier nur eine Wiese“, so Schick. Was sich jedoch nicht verändert habe: „Wer fliegen will, muss anpacken. Unsere Mitglieder waren schon immer weitsichtig und tatkräftig, und das sind sie bis heute.“
In seiner Rede verzichtete er auf eine detaillierte Rückschau von Ereignissen, er rückte dafür die Gründungsgeneration und die Mitglieder in den Mittelpunkt: „Was unsere Vorgänger 1966 angestoßen und in den nachfolgenden Jahrzehnten geschaffen haben, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine großartige Leistung über Jahrzehnte hinweg. Für dieses Erbe sind wir sehr dankbar, und wir wollen es pflegen und in diesem Sinne weiterentwickeln. Technik, Infrastruktur und Flugzeuge sind wichtig, keine Frage. Aber am Ende machen‘s die Mitglieder, die Menschen“, so Schick. „Sie waren es, die hier nach Feierabend auf den Platz kamen, die Mauern hochgezogen und die Hallen gebaut haben.“
Dass dieser Geist bis heute lebendig sei, habe auch zuletzt der Umbau einer ehemaligen Lagerfläche zum Mehrzweck-Schulungsraum wieder gezeigt, der mit viel Eigenleistung geschaffen worden war. Schick übergab den symbolischen Schlüssel an die Jugendgruppe, die in diesem Raum Theorieunterricht bekommen und ihn für Sitzungen nutzen kann.
Ein Fluglehrer in Zahlen
5000 Flugstunden standen zuletzt in Dieter Becks Büchern.
15 Jahre alt war er, als er der Fliegergruppe Ebingen beigetreten war. Bald schon wurde er der jüngste Fluglehrer im Land.
50 Jahre lang unterrichtete Beck als Fluglehrer angehende Pilotinnen und Piloten.
30 Jahre lang war er im Ausschuss des Luftsportvereins Degerfeld.
20 Jahre davon als stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender.
30 Jahre war er zudem Mitglied des Präsidiums im Landesverband BWLV.

