Kein „fauler Monteur“
: Nach Gasalarm in Tailfingen – Fachbetrieb meldet sich zu Wort

Die Feuerwehr war am Mittwochvormittag in Tailfingen wegen eines gemeldeten Gasaustritts im Einsatz. Ein Monteur hatte an einem Wohnhaus einen leichten Gasaustritt festgestellt und war anschließend in die Mittagspause gegangen. Nun meldet sich dessen Chef zu Wort.
Von
Jannik Nölke
Albstadt-Tailfingen
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Die Feuerwehr war am Mittwochvormittag in Tailfingen in der Nähe des Progymnasiums wegen eines gemeldeten Gasaustritts im EInsatz.

Die Feuerwehr war am Mittwochvormittag in Tailfingen in der Nähe des Progymnasiums wegen eines gemeldeten Gasaustritts im EInsatz.

Jannik Nölke (janö)
  • Nach Gasalarm in Tailfingen meldet sich der Chef eines Sanitärbetriebs und stellt den Ablauf klar.
  • Der Monteur war am Mittwochvormittag nicht im betroffenen Haus und hatte für Donnerstag geplant.
  • Zuvor fand er einen leichten Austritt vor dem Gaszähler – rund 0,01 Liter pro Stunde.
  • Der Wert lag laut Geschäftsführer deutlich unter dem Grenzwert, dennoch war eine Reparatur terminiert.
  • Die Kundin rief die Albstadtwerke an, die dann die Feuerwehr alarmierten; Kritik an fehlendem Vertrauen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am letzten Schultag vor den Sommerferien war die Freiwillige Feuerwehr Albstadt nahe des Progymnasiums in Tailfingen im Einsatz. Dort soll ein Monteur vor Ort gewesen sein, ein Gasleck festgestellt haben, und dann in die Mittagspause verschwunden sein.

Dass dem eigentlich gar nicht so war, erklärt sein Chef, der Geschäftsführer eines Balinger Sanitär- und Heizungsbauers, unserer Redaktion im Nachgang. „Ich habe lange überlegt, ob ich anrufen soll“, erklärte er im Gespräch, „aber ich würde das gerne einfach kurz klarstellen.“ Demnach sei der Monteur der Firma am Mittwochvormittag gar nicht im betroffenen Haus gewesen. Auch wollte er nicht am Mittwochnachmittag, sondern erst am Donnerstagnachmittag wiederkommen.

Und tatsächlich: Der Monteur habe beim letzten Vor-Ort-Termin einen Gasaustritt festgestellt. Dieser sei, so der Geschäftsführer, jedoch weit unter dem Grenzwert für einen sofortigen Handlungsbedarf gewesen. Als Fachbetrieb mit mehrjähriger Erfahrung könnten seine Monteure das durchaus zuverlässig einschätzen.

Aus seiner Sicht lief alles ein wenig anders ab – aber einen wirklichen Schuldigen für den Einsatz kann er nicht benennen. Der Monteur sei vor einigen Tagen vor Ort gewesen und habe einen leichten Gasaustritt (ca. 0,01 Liter pro Stunde) festgestellt. Und zwar im Haus, jedoch noch vor dem Gaszähler – also auf der Seite des städtischen Netzes. Daraufhin habe er alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, eine Dichtigkeitsprüfung durchgeführt und einen neuen Termin – am vergangenen Donnerstag – zur Reparatur vereinbart. „Wir hätten bei einem solch minimalen Austritt gar nicht handeln müssen, denn der gesetzliche Grenzwert liegt bei einem Liter pro Stunde“, erläutert der Geschäftsführer. „Für uns ist eine Undichtigkeit aber immer ein Schaden, den wir reparieren wollen.“

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Der entscheidende Anruf

Was aber hat nun zum Feuerwehreinsatz am Mittwoch geführt, also einen Tag bevor der Monteur den Schaden beheben wollte? „Unsere Kundin hat bei den Albstadtwerken angerufen, da sie die Kostenfrage geklärt haben wollte, da der Schaden auf der Seite des Netzbetreibers lag“, erklärt er weiter. Daraufhin hätten die Albstadtwerke aufgrund des Gasaustritts keine Auskunft gegeben, sondern direkt die Feuerwehr alarmiert. Da es sich um einen bestätigten Gasaustritt und nicht nur um einen Gasgeruch handelte, hat, so Stadtbrandmeister Thomas Daus am Mittwoch, die Leitstelle in Balingen das Stichwort „U4_Gasaustritt“ und damit den gesamten Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr Albstadt alarmiert.

Ob es hier zu einem Kommunikationsproblem zwischen Kundin und Stadtwerken oder Stadtwerken und Feuerwehr kam? Das wollte auch der Geschäftsführer nicht mutmaßen. Was ihn jedoch störte: „Wenn wir als Fachbetrieb vor Ort sind, der hochmoderne technische Geräte hat, warum wird unserer Einschätzung dann nicht vertraut?“.

Er habe sich im Laufe des vergangenen halben Jahres mit dem rapiden Anstieg der Gas-Alarme in Albstadt bereits überlegt, ob er vorerst keine Aufträge im Bereich Gas-Heizung mehr annehmen soll. Immerhin hätte die Explosion eines Wohnhauses im Januar, für eine gewisse Unsicherheit in der Bevölkerung gesorgt. Mehrfach hätten seine Monteure bereits unerwartete Unterstützung durch die Feuerwehr bekommen. Der Aufwand steige damit jedoch für den Fachbetrieb. Denn in einem solchen Fall wird die Gasleitung von den Stadtwerken stillgelegt. So auch am Mittwoch in Tailfingen.

Kein „fauler Monteur“

Nachdem der Monteur vor Ort war und den Schaden repariert hat, muss die Leitung dann wieder in Betrieb genommen und der Zähler von den Stadtwerken neu verplombt werden. „Wir kennen den korrekten Ablauf und machen das seit Jahren“, gibt der Geschäftsführer zu bedenken und weist darauf hin, dass diese ganze Thematik inzwischen mehr Bürokratie als tatsächliche Handwerksarbeit sei. Trotz allem mache er weder Netzbetreiber noch Feuerwehr einen Vorwurf. Er wolle nur nicht, dass dann in der Zeitung zu lesen ist, dass der „faule Monteur“ einfach in die Mittagspause verschwunden sei. Denn das entspreche nicht der Wahrheit.