Jugendfeuerwehr Meßstetten: 24 Stunden, die es in sich hatten

Wasser marsch – die Jugendfeuerwehr im Löscheinsatz
Rüdiger Wysotzki„Ehrensache! Ich bin dabei“. Unter dieses Motto hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 12. September sein „Bürgerfest des Bundespräsidenten“ im Park des Schlosses Bellevue in Berlin gestellt. Ein schönes Beispiel dafür, wie diese Parole andernorts praktisch umgesetzt wird, gab einen Tag später die Jugendfeuerwehr Meßstetten: Die Nachwuchswehrleute absolvierten einen 24-stündigen Dienst, der mit praktischen Übungen und Theorie angefüllt war und schließlich in einen gemeinsamen Nachtdienst mündete. Sie lösten ihre Aufgaben mit Bravour.
Pünktlich um 8.30 Uhr war die Mannschaft in der Alemannenstraße 20 vor Jugendfeuerwehrleiter Tim Bengel angetreten. Zunächst wurde gemeinsam gefrühstückt, danach die Mannschafts- und Schlafräume hergerichtet. Es folgten ein Unterrichtseinheit Fahrzeugkunde und noch vor dem Mittagessen die erste Einsatzübung des Tages: Ein brennender Mülleimer musste gelöscht werden.
Nach dem Mittagessen wartete schon das nächste Einsatzszenario: Verkehrsunfall – ein Wagen mit einem fiktiven Betrunkenen am Steuer hatte einen Radfahrer angefahren und war danach in einen Graben geschanzt, wobei die Ölwanne aufgerissen wurde und ein Fußgänger unter das Fahrzeug zu liegen kam. Nun galt es die Unfallopfer aus ihrer jeweiligen misslichen Lage zu befreien und zusätzlich die Ölspur zu binden. Befremdlich: In der halben Stunde nach Einrichtung der fiktiven Unfallstelle schien nur ein Autofahrer die Situation erkannt zu haben. Er hielt als einziger an.

Technischer Einsatz: Die Ölspur muss weg.
Foto: Rüdiger WysotzkiZwischen diesen Einsätzen waren noch ein Ordnungsdienst und die Ausbildung für die Jugendflamme II im Stundenplan untergebracht. Volles Programm also – aber die 24 Stunden waren noch lange nicht zu Ende. Der Abend brachte noch zwei weitere Übungen, darunter eine Schauübung beim Rathaus, der viele Zaungäste, Schaulustige ebenso wie Eltern, beiwohnten. Sie wurden Zeugen, wie die jungen Leute wieselflink Schläuche ausrollten, Leitungen legten und anflanschten und anschließend das brennende Rathaus löschten. Zudem erkannten sie rasch, dass noch eine Person im Haus war und gerettet werden musste. Der Innenangriff wurde in Windeseile vorgetragen.
Ein Schuppenbrand um 21 Uhr
Damit nicht genug: Nach einem ausgiebigen Abendessen und diversen Freizeitaktivitäten mussten die Jugendlichen um 21 Uhr erneut ausrücken – ein Schuppenbrand erforderte noch einmal den vollen Einsatz. Anschließend Nachtruhe – doch die war schon gegen 6.30 Uhr beendet: Noch vor dem Frühstück standen ein Flächenbrand und eine Drehleiterrettung auf dem Programm. Dann erst nahte das Dienstende – doch zuvor mussten die Fahrzeuge wieder hergerichtet werden. Denn der nächste Einsatz kommt bestimmt.
In der Jugendfeuerwehr sind Mädchen und Jungen ab zehn Jahren willkommen. Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren kommen bei den „Löschkids“ unter.