Grillen in Albstadt verboten: Vorsicht beim Parken auf Wiesen - Feuer kann ausbrechen

Die städtischen Grillplätze sind wegen der anhaltenden Waldbrandgefahr bis auf Weiteres gesperrt. Wie hier am alten Sportplatz in Laufen weisen seit Mittwoch auch Schilder darauf hin.
Benjamin RothEine weggeworfene Zigarettenkippe auf einer Grünfläche oder ein Stück Glas im Wald genügen derzeit, um einen Wald- oder Flächenbrand zu verursachen. Angesichts der anhaltenden Trockenheit und heißen Temperaturen bittet die Albstädter Feuerwehr die Bürgerschaft, sich entsprechend vernünftig in der Natur zu verhalten.
Der Deutsche Wetterdienst weist in seinem Waldbrandgefahrenindex Stand Mittwoch für Albstadt derzeit die Gefahrenstufe 4 aus. Selbige Warnstufe gilt für den Graslandfeuerindex. Warnstufe 4 entspricht einer „hohen Gefahr“ und kann nur von Gefahrenstufe 5 („sehr hohe Gefahr“) überboten werden, was jedoch verhältnismäßig selten vorkommt, wie Stadtbrandmeister Thomas Daus im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert.
Appell an die Bürger
In den vergangenen Tagen ist die Albstädter Feuerwehr bereits wegen kleineren Flächenbränden ausgerückt. Die Brandstellen konnten durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr schnell gelöscht werden, hätten durch entsprechendes Verhalten der Bürger jedoch auch ganz verhindert werden können.
Am Mittwochnachmittag gab die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung bekannt, dass ab sofort ein Verbot von offenem Feuer auf sämtlichen städtischen Grillplätzen und Grillstellen gilt. Auf das Verbot wird vor Ort durch entsprechende Hinweisschilder aufmerksam gemacht. Dazu sollten Waldbesucher derzeit besonders sensibel sein, sollten sie einen Feuerschein oder eine Rauchentwicklung bemerken. Lieber früher als später den Notruf wählen, empfiehlt der Albstädter Stadtbrandmeister. Bei entsprechenden Schilderungen in der Notrufzentrale wird auch nicht direkt ein Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. „Je früher Brandherde erkannt werden, desto besser“, betont Thomas Daus weiter.
Aufpassen, wo man das Auto abstellt
Ebenfalls zu beachten: die Wahl des Parkplatzes auf Wiesen, die nicht fürs Parken vorgesehen sind. Durch den Kontakt von Grashalmen mit dem heißen Unterboden des Fahrzeuges könnten auch auf diese Weise rasch Flächenbrände entstehen, warnt Thomas Daus weiter. Durch Funkenflug drohe insbesondere auf Wiesen eine schnelle Ausbreitung des Feuers, weshalb der Graslandfeuerindex für ihn ein besonders wichtiger Indikator ist.
Für den Ernstfall vorbereitet sind die Albstädter Feuerwehrleute. Zwei Fahrzeuge, die spezialisiert für jene Einsätze sind, stehen bereit. Ein Unimog für unwegsames Gelände mit 3000 Litern Löschwasser und ein Abrollbehälter mit einem 5000-Liter-Tank in Ebingen. Letzterer steht aus aktuellem Anlass bereits auf einem Fahrzeug parat und kann schnell ausrücken. Nimmt man ein Löschfahrzeug hinzu, kann die Feuerwehr Albstadt so zügig rund 10000 Liter Löschwasser in den Wald transportieren. Weil dort keine Hydranten vorhanden sind, ist die Wasserversorgung in der Natur herausfordernd.
Übungen und Ausbildung
Wie Albstadts Stadtbrandmeister weiter berichtet, beginnt die Vorbereitung auf Wald- und Wiesenbrände bereits in der Ausbildung der Feuerwehrleute. Dazu gibt es regelmäßig größere Übungen, die Einsatzszenarien simulieren. In diesem Frühjahr beispielsweise im Bereich Degerfeld mit der Vegetationsbrandeinheit des Landkreises sowie der Polizei. Die Polizei stellt für Löscheinsätze in unzugänglichem Gelände Hubschrauber zum Abwurf von Wasser bereit.
Die Wald- und Flächenbrand-Gefahr wird voraussichtlich noch einige Tage anhalten. Kurze Regenschauer oder Gewittergüsse sind laut Thomas Daus nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Regenfälle, die zu einer Entspannung der Situation beitragen würden, sind derzeit nicht in Sicht. Immerhin soll es nach derzeitigen Prognosen zu Wochenbeginn abkühlen. Dennoch gilt: Achtsam bleiben und Brände umgehend melden.
