Gretchenfrage in Oberdigisheim
: Was aus dem Bolzplatz wird

Vandalismus und Fußball waren mitunter Themen beim Ortsbegang durch Oberdigisheim.
Von
(red/pm)
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Derzeit noch „Acker“ mit netzlosen Toren, könnte das Areal am unteren Stausee-Parkplatz vielleicht zu einem beliebten Bolzplatz für die Jugend von Oberdigisheim werden.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer

Anhaltender Vandalismus bei der Oberdigisheimer Schule sowie der Bolzplatz beim Stausee standen auf der Tagesordnung beim Ortsbegang von Stadtverwaltung und Ortschaftsrat durch Oberdigisheim. Wobei der Großteil der To-Do-Liste von Ortsvorsteher Achim Mayer sich laut Stadtverwaltung auf Maßnahmen beschränkte, die entweder schon laufen, im Haushalt 2024 aufgeführt sind – oder ohnehin unter die laufenden Unterhaltungsmaßnahmen der Stadt fallen. Etwa auf dem Geyerbad, wo es um kleinere und größere Straßenausbesserungen sowie um Sanierungen von Feldwegen ging.

Beim Halt auf dem unteren Parkplatz beim Stausee Oberdigisheim ging es um den in die Jahre gekommenen Bolzplatz. Zwei Tore stehen noch, die Netze sind aber längst weg und der Platz ist aktuell alles andere als bespielbar: An einigen Stellen abschüssig, stark eingewachsen, vor allem aber mit vielen Löchern und Gräben kann hier kein Fußball richtig rollen.

Der Ortschaftsrat Oberdigisheim und Vertreter der Stadtverwaltung Meßstetten haben sich die „Baustellen“ im Ort angeschaut.

/Volker Bitzer

Das muss aber nicht so bleiben, wenn es nach den Vorstellungen des Ortschaftsrates geht. Ein ordentlicher Bolzplatz könnte im Ort große Zustimmung finden – bei der örtlichen Jugend wie auch in direkter Nachbarschaft zu Stausee und Wohnmobilplatz.

Dass es hier nicht um ein „Sportzentrum Geißbühl light“ geht, sondern um eine reine Aufwertung zum Kicken, das war den Räten klar. Doch vorher gilt es viele Fragen zu klären: Wie es aussieht, ist der Platz nur gepachtet von der Stadt. Oder doch nicht? Könnte der Pachtvertrag verlängert werden? Was kostet es, aus dem begrünten „Acker“ ein halbwegs ordentliches Spielfeld zu machen?

Dominierendes Thema ist die Jugend – im guten wie im negativen Sinne

Über alledem steht aber die Gretchenfrage: Wer würde sich in Zukunft um die Pflege dieses Kickplatzes kümmern? „Das kann nicht Aufgabe der Stadt und des Bauhofteams sein“, stellte Bürgermeister Frank Schroft klar und verwies auf andere Stadtteile, in denen solche Pflegepatenschaften in Vereinshand sind.

Um die Jugend ging es auch beim Besuch des Schulhofes, wenngleich im negativen Sinne. Das offen zugängliche Areal ist seit einiger Zeit abendlicher Treffpunkt für junge Leute, die immer wieder durch Sachbeschädigungen auffallen: ob zerdepperte Flaschen, Glasscherben im Rasen, ein zerstörter Briefkasten, heruntergerissene Lampen, oder andere Hinterlassenschaften, die nicht in den Schulhof gehören.

Das sei wirklich ärgerlich, so der Tenor der Ortschaftsräte. Jedoch wisse bislang niemand, wer wirklich dahintersteckt. Seit den ersten Schadensmeldungen im Frühjahr sinniert man auch bei der Stadtverwaltung nach einer Lösung. Einzäunen? Videoüberwachung? Polizeipräsenz?

Von letzterem verspricht sich Bürgermeister Frank Schroft die größte Effizienz: „Wenn die Beamten öfter vorbei fahren und sich die Ausweise zeigen lassen, dann wissen wir wenigstens, wer hier verweilt.“ Allein die Kenntnis der Namen könnte schon eine abschreckende Wirkung haben.

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.