Firma unter Druck
: Groz-Beckert baut am Stammsitz in Albstadt 120 Stellen ab

Eine schwache Nachfrage sowie der Strukturwandel in der internationalen Textilindustrie setzen den Albstädter Nadelhersteller Groz-Beckert unter Druck. Das Unternehmen kündigt an, 120 Arbeitsplätze am Standort Albstadt abzubauen.
Von
red/ber
Albstadt
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Das Firmengelände von Groz-Beckert am Stammsitz in Albstadt.

Das Firmengelände von Groz-Beckert am Stammsitz in Albstadt.

Groz-Beckert
  • Groz-Beckert baut am Stammsitz Albstadt 120 Stellen ab – Umsetzung bis Ende 2027.
  • Grund sind Nachfrageschwäche und Strukturwandel im Bereich „Textile Werkzeuge“.
  • Märkte erholen sich laut Unternehmen nicht, Produktion und Organisation werden angepasst.
  • Überkapazitäten, Preisdruck und Verlagerungen in günstigere Regionen belasten, China gewinnt.
  • Maßnahmen sollen sozialverträglich erfolgen, informiert wurde in einer Betriebsversammlung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Hiobsbotschaft für die Beschäftigten des größten Albstädter Industrieunternehmens Groz-Beckert: Die anhaltende Nachfrageschwäche und der strukturelle Wandel in der internationalen Textilindustrie setzen das Stammgeschäft „Textile Werkzeuge“ von Groz-Beckert nach Unternehmensangaben weiterhin unter wirtschaftlichen Druck.

Da eine Erholung der Märkte derzeit nicht absehbar sei, kündigt das Unternehmen Anpassungen der Produktionskapazitäten und Organisationsstrukturen am Standort Albstadt an. Damit verbunden sei der Abbau von insgesamt 120 Stellen bis Ende 2027.

Über die beschlossenen Maßnahmen informierte die Geschäftsführung die Belegschaft demnach am Donnerstag dieser Woche im Rahmen einer Betriebsversammlung.

Zur Einordnung: Zum Jahresende 2025 beschäftigte Groz-Beckert 1995 Mitarbeiter am Stammsitz in Albstadt, wie das Unternehmen in einer Mitteilung zum bestätigten Jahresabschluss 2025 im Juli mitteilte.

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China verändert Wettbewerbsstrukturen

Weiter heißt es in der jüngsten Mitteilung: Die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsbereichs „Textile Werkzeuge“ sei seit mehreren Jahren rückläufig. Auch im Geschäftsjahr 2026 habe sich dieser Trend fortgesetzt. Gründe hierfür sind laut Angaben des Albstädter Nadelherstellers weltweit hohe Überkapazitäten in der Textilproduktion, ein ausgeprägter internationaler Wettbewerbs- und Preisdruck sowie eine anhaltend schwache Nachfrage. Gleichzeitig verlagern sich Produktionskapazitäten und Investitionen zunehmend in kostengünstigere Regionen.

Insbesondere China gewinne sowohl bei der Herstellung textiler Flächen als auch im Textilmaschinenbau weiter an Bedeutung und verändere damit die internationalen Wettbewerbsstrukturen.

Erholung der Nachfrage nicht absehbar

Zusätzlich belasten geopolitische Spannungen, Unsicherheiten im internationalen Handel und eine geringe Investitionsbereitschaft die Marktentwicklung. Eine nachhaltige Erholung der Nachfrage sei unter diesen Bedingungen nicht absehbar und wirke sich unmittelbar auf die Auslastung der Produktionskapazitäten aus. Der Bedarf an textilen Werkzeugen bliebe hinter den früheren Niveaus zurück, womit sich auch die Anforderungen an die Produktions- und Organisationsstrukturen des Geschäftsbereichs verändern, heißt es.

Der geplante Stellenabbau ist Teil mehrerer Maßnahmen zur Neuausrichtung der Produktion und der technischen Bereiche am Standort Albstadt. Ziel der Maßnahmen sei es, die Produktionskapazitäten am tatsächlichen Bedarf auszurichten und die Kosten- und Organisationsstrukturen an die veränderten Marktbedingungen anzupassen, erläutert das Unternehmen.

Stellenabbau bis Ende 2027 vollziehen

Der Abbau der insgesamt 120 Stellen soll schrittweise im Laufe des Jahres 2027 erfolgen. Groz-Beckert strebt nach eigenen Angaben eine sozialverträgliche Umsetzung an.

Groz-Beckert ist Anbieter von industriellen Maschinennadeln, Präzisionsteilen und Feinwerkzeugen sowie Systemen und Dienstleistungen für die Herstellung und Fügung textiler Flächen. Die Produkte und Leistungen unterstützen die Bereiche Stricken und Wirken, Weben, Nonwovens, Tuften, Nähen und Spinnen.

Groz-Beckert in mehr als 150 Ländern aktiv

Groz-Beckert ist Teil der Groz-Beckert-Gruppe, die sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb prozesskritischer textiler Präzisionswerkzeuge, industrieller Schneidlösungen sowie auf textile Bewehrungen für die Bauindustrie und Verbundstoffe spezialisiert hat.

Der Konzern besteht aus den Unternehmen Groz-Beckert, TKM und Solidian und erwirtschaftete im Jahr 2025 mit weltweit rund 8800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 799 Millionen Euro Umsatz. Das Unternehmen ist mit Vertretungen, Produktions- und Vertriebstochtergesellschaften in mehr als 150 Ländern aktiv.