Bürgertreff in Meßstetten: Das Gänseblümchen überholt links

Gisela Dreer verblüffte mit ihren Kenntnissen über Kräuter und vermeintliches Unkraut.
Rüdiger WysotzkiFrühlingskräuter wachsen reichlich rund um Meßstetten. Damit die Passanten sie auch erkennen und nutzen können, hatte der Verein zur Förderung der Altenhilfe die fachkundige Kräuterpädagogin und Klinikseelsorgerin Gisela Dreer in den Bürgertreff in der Hangergasse eingeladen. Manches Kraut, das am Wegesrand wächst, werde gar nicht beachtet, so Dreer.
Vor allem früh im Jahr zeige sich die Vitaminbombe Gänseblümchen unter den Frühblühern. Ihre Blüte mit ihren Blättern und der Stil können gegessen werden. Außerdem enthielten die frühen Pflanzen viele Mineralstoffe, müssten sie doch selbst stark und widerstandsfähig sein, um Wintereinbrüchen zu trotzen.
Das Wissen um Kräuter war im Mittelalter lebensrettend
Dass Kopfsalat und Zitronen Vitaminspritzen seien, glaubten viele – doch: weit gefehlt. Auch hier schlage das Gänseblümchen durch die Decke und werde nur von der Brennnessel mit Turbo überholt.
Kennt heutzutage der Durchschnittsmensch gerade einmal 15 Kräuter, so waren es im Mittelalter 150 verschiedene. Dieses Wissen sei lebenswichtig gewesen, um nach den harten Wintern selbst wieder zu Kräften zu kommen, betonte die Expertin. Die Kräuter seien eine geschätzte Stärkung gewesen und gesammelt worden.
Bewirtet wurden die zahlreichen und interessierten Gäste allerdings nicht mit Kräutern, sondern mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen, Brezeln und Getränken. Nach Ende es interessanten Vortrags durften alle neben einem Bärlauch-Kräuterquark ein kleines Schlückchen Haselkätzchensirup probieren.