Börse „Deine Chance“ in Albstadt: Wie HipHop Karrierechancen ankurbelt

HipHop gehörte zum Rahmenprogramm bei der Messe „Deine Chance“ in der Kulturfabrik Zollernalb.
Dennis BreisingerErstmals war am Freitagabend die Kulturfabrik Zollernalb Schauplatz der Ausbildungsmesse für potenzielle Auszubildende und für mittelständische Unternehmen, die die Agentur mit Unterstützung der Städte Albstadt und Balingen organisiert hatte. Der Titel: „Deine Chance“.
„Wir wollten bei ’Chancen bieten – Chancen nutzen’ einmal andere Wege gehen“, erklärte Anke Traber, die Balinger „Statthalterin“ der Agentur für Arbeit. Deshalb habe man sich für die Kulturfabrik entschieden, in der sie im Anschluss noch hätten tanzen können. „Wir mussten ihnen schließlich etwas bieten.“ 44 Unternehmen aus dem ganzen Landkreis hätten positiv auf das neue Format reagiert. „Wir werden im Nachhinein noch einmal mit Ihnen in Kontakt treten und gemeinsam Manöverkritik betreiben. Eventuell gibt es ja Verbesserungsmöglichkeiten für eine Neuauflage.“
Die Rechnung ist aufgegangen
Augenscheinlich ist die Rechnung aufgegangen. Das Rahmenprogramm dürfte so manchem Jugendlichen die Entscheidung erleichtert haben, mal in der Kulturfabrik vorbeizuschauen: Da gab es Graffiti zum Mitmachen mit Street-Art-Künstler Udown Mad Matze Bartl, Hip-Hop-Dance mit der Tanzschule Grill und natürlich Musik, die später am Abend ein DJ auflegte. Indes nutzten die Schülerinnen und Schüler, von denen nicht wenige in Begleitung ihrer Eltern erschienen waren, an der für so eine Veranstaltung durchaus ungewöhnlichen Location auch die Gelegenheit, sich direkt bei den Ausbildungs- und Personalverantwortlichen der Unternehmen zu informieren – und in Gesprächen mit Auszubildenden, die nur wenig älter waren als sie selbst, Eindrücke aus erster Hand gewinnen.
Die Einheimischen bleibender Region eher erhalten
Auch Ausbildungsbotschafter und Vertreter der Kammern und waren dabei, dazu Experten der Arbeitsagentur selbst, die nützliche Tipps in Sachen Berufswahl und Bewerbung parat hatten und zudem selbst Vorträge hielten.
Nicht zu vergessen: die Hochschule Albstadt-Sigmaringen. „Auswärtige Studenten gehen nach dem Studium meistens wieder, aber die aus der Region bleiben oft auch danach in der Nähe, um hier zu arbeiten“, kommentierte Traber. Die Unternehmen profitierten von de Symbiose mit der Hochschule – und umgekehrt.
Das abschließende Fazit der Agenturchefin: Anke Traber war sehr zufrieden. „Die Jugendlichen sind mit ernsthaften Fragen gekommen – und mit einem erkennbaren Interesse an Firmen und Beruf. Der Ausbildungsmarkt im Zollernalbkreis steht momentan sehr gut da – wenn nicht jetzt, wann dann findet man einen Ausbildungsplatz?“
Die Mädchen haben dieAnlagenmechanik entdeckt
Immerhin gebe es derzeit doppelt so viele Stellen wie Bewerber; hilfreich sei zudem, dass im Zollernalbkreis nicht eine, alle anderen an Größe überragende Firma den Rahm abschöpfe, sondern auch kleinere Firmen die Chance hätten, geeignete Bewerber zu finden.
Was läuft gut, was weniger? Prinzipiell, so Traber, seien Lehrstellen im kaufmännischen Bereich sowie Industriemechaniker oder KfZ-Mechatroniker besonders begehrt – aber auch das Interesse an der Pflege und an den Handwerksberufen, „die ja unsere Zukunft sind“, nehme in jüngster Zeit wieder zu: Speziell die jungen Frauen hätten die Ausbildung zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik für sich entdeckt, seit die Badgestaltung in 3D erfolge.
Schwerer täten sich die attraktive, aber nicht so gut bezahlte Kosmetikbranche, die Nahrungsmittelverarbeitung und auch der Einzelhandel.