Am Rande in Albstadt
: Kommen nach Kurti auch Angie und Olafi?

Was der geplante Spielplatz in Albstadt-Ebingen mit Bundespolitik zu tun hat – hätten Sie es gewusst? Unsere Autorin lüftet das Rätsel.
Kommentar von
Julia Gern
Albstadt
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Spielplatz

In Albstadt wird ein neuer Spielplatz geplant.

Sebastian Kahnert/dpa

Kurti, was würden Sie damit verbinden? Einen kleinen, kuscheligen Teddybären? Einen putzigen Dackel, der einen Hundepullover trägt? Vielleicht einen Eierbecher mit lustigen Augen? Nein, es geht – irgendwie – um Politik.

Wer jetzt womöglich an den Kosovo-Ministerpräsidenten Albin Kurti denkt, liegt politisch nicht falsch, aber dennoch daneben.

Aus dem Zollernalbkreis, noch genauer: aus Ebingen, stammt der frühere Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger. Und weil er es in den Jahren 1966 bis 1969 ins Kanzleramt geschafft hatte, zwischen Ludwig Erhard und Willy Brandt, wurde ihm schon vor einiger Zeit der Kurt-Georg-Kiesinger-Platz am Ebinger Bürgerturm gewidmet.

Die Verniedlichung eines großen Politikers

Eben jener Platz soll umgestaltet werden. Grüner soll er werden, für den Verkehr werden neue Ideen gesucht. Und: Damit die Innenstadt auch kinderfreundlicher wird, plant das Citymanagement dort nun eine Art Spielplatz.

Womit wir bei der Lösung wären: „Kurti“, so soll der Spielplatz heißen. Die Verniedlichung eines großen Politikers. Ob Kiesinger sich das so vorgestellt hätte?

Bald auch Angie und Olafi?

Wer weiß, vielleicht nehmen sich andere Städte ein Beispiel: ein Fritzi-Spielplatz für Friedrich Merz in dessen Geburtsort Brilon im Sauerland, ein Olafi für Olaf Scholz in Osnabrück, ein Angie-Spielplatz für Angela Merkel in Hamburg, Helmutis für Hamburg (Schmidt) und für Oggersheim (Kohl) oder ein Gerdi für den fast gleichnamigen Gerhard Schröder in Blomberg. Damit beginnt politische Bildung künftig schon auf dem Spielplatz. Das hat was.