50 Jahre Albstadt: Der süße Duft der Erinnerung – Liebe zur Heimat geht durch den Magen

Malerisch: der Grill der türkisch-islamischen Gemeinde rauchte bis tief in die Nacht.
Karina EyrichWer erinnert sich nicht mehr an die Glanzzeiten des Ebinger Hofes, wo einst jährlich das Fest der Kulturen stieg? Der Internationale Frauentreff hatte viele Jahre lang dort mit exotischen Tänzen, Musik aus aller Welt und vor allem mit Leckerbissen aus verschiedensten Kulturkreisen das schönste Fest der Region organisiert.
Dann kam die Baustelle, der Abriss eines Hauses, dessen Überreste lange dort lagen, wo immer die Bühne stand, und die dem Fest der Kulturen den Garaus gemacht haben.
Das „Fest der Kulturen“ ist wieder da – zumindest dem Namen nach
Als Reminiszenz an diese herrliche Zeit hat die Stadtverwaltung den Festplatz „Hof“ beim Stadtfest „50 Jahre Albstadt“ ganz einfach „Fest der Kulturen“ genannt – und damit nicht zu viel versprochen. Denn aus allen Ecken duftete es nach Spezialitäten aus aller Herren – und vor allem Frauen – Länder. Denn meist waren die Stände weiblich besetzt.
Besonders viel Lob zollten jene, die dort schnabulierten, den thailändischen Köchinnen am ersten Stand, gleich nach dem Eingang zum Hof. Deren Frühlingsrollen und Pfannengerichte schmeckten derart lecker, dass manche an allen drei Tagen dort aßen. Das Ergebnis: Am Sonntag waren die Damen schon zur Mittagszeit ausverkauft.
Albstadts Fernsehköchin glänzt einmal mehr
Kässpätzle de luxe zauberte Albstadts Fernsehköchin Carmen Kreiß – vormals Soudani – am Stand des deutsch-türkischen Frauentreffs, der sich mit der SPD Albstadt zusammengetan hatte. Hatte sie in der ZDF-Küchenschlacht schon aus einer einfachen Currywurst eine Delikatesse gemacht, ist ihr das bei der schwäbischen Leibspeise erst recht gelungen.
Am meisten geraucht hat es vom Grill der türkisch-islamischen Gemeinde Albstadt, aber es lagen leckere Spieße darauf – und die Schlange davor war immer lang.
Die Vorsitzende steht frühmorgens am Backofen
Der Renner am Stand des Arbeitskreises Chambéry und der dortigen Association war die Tarte de Fromage, die von der Vorsitzenden Birgit Trasser-Hofmann morgens ganz frisch zubereitet worden war. Kurios: Den Städtepartnern erging es wie einst den Gastgebern der Hochzeit von Kana in der biblischen Geschichte, als Maria ihrem Sohn Jesus sagen musste: „Sie haben keinen Wein mehr!“ Dabei hätten die französischen Freunde schon deutlich mehr Kisten mitgebracht als ursprünglich geplant, verriet Klaus-Peter Krämer, der Co-Vorsitzende des AK Chambéry. Die Fähigkeiten Jesu, der in Kana sein erstes Wunder gewirkt und Wasser in Wein verwandelt haben soll, besaß allerdings niemand in Albstadt.
Wasser in Wein verwandeln – das kann hier noch keiner
Im Hof sind solche Missgeschicke allerdings kein Problem, gibt es mit dem „Valentino“, dem „Carlos“ und dem Bistro Im Hof an der Stelle der früheren Bauruine doch die drei besten und bekanntesten Wein-Lokale Ebingens. Weil dazu auch zahlreiche Tische im kühlen Schatten unter herrlichen Bäumen gehören, waren die Gartenlokale immer so voll besetzt, dass die Teams am Tresen richtig ins Schwitzen kamen.
Wild aus der Region
Apropos Schwitzen – das passierte auch den Gastronomen in den Ständen entlang der Bahnhofstraße, die mit Spanferkel, Burgern, Pommes frites, Maultaschen, Bratwurst und auch ein paar exotischen Spezialitäten die leeren Mägen der Gäste füllten. Ein besonderer Genuss waren außerdem das Hirsch- und das Reh-Ragout sowie die Wildbratwürstchen am Stand des Hegerings Albstadt, gezaubert aus Wild der Region. Das schmeckte nicht nur gut, sondern darüber freute sich auch das Klima: Minimale Transportwege, maximale Nachhaltigkeit.