Albstädterin in der Küchenschlacht: Carmen Soudani und die Säure im Gurkensalat

Geschafft: Carmen Soudani hat im Finale der ZDF-Küchenschlacht – im Bild mit Hobbykoch Svetozar Savić und Moderator Mario Kotaska (von links) sowie Juror Max Strohe (vorne) – überzeugt, vor allem mit fantastischen Bratkartoffeln.
Fernsehmacher GmbH & Co. KG/Gunnar Nicolaus„Carmen ist eine exzellente Köchin, und ich habe wirklich am ersten Tag sie im Finale gesehen“ – das sagt nicht nur Svetozar Savić, mit dem die Hobbyköchin aus Laufen am Freitag im Wochenfinale der ZDF-Küchenschlacht stand. Alle hätten das gesagt, schon am Montag, berichtet Carmen Soudani lachend: „Weil ich so ruhig war.“ Daniel Burghart hatte gar geschwärmt: „Ich bin Dein größter Fan!“
So ganz fassen kann die 49-Jährige, die im Juni ohne zu hohe Erwartungen zur Aufzeichnung nach Hamburg gereist war, ihren Erfolg noch nicht: Zwei Tagessiege, Finalteilnahme und vor allem hervorragende Auftritte: ruhig, schlagfertig, witzig und sympathisch – mit all dem hat Carmen Soudani in Hamburg gepunktet.
Der Moderator war der Beste von allen
„Die ganze Woche war richtig toll, das ganze Team von ‚Die Fernsehmacher‘ und Mario Kotaska sind unglaublich nett“, schwärmt die Bürokauffrau mit den goldenen Händen. „Tatsächlich gilt er als der Moderator, der sich am meisten Zeit für die Kandidaten nimmt“, was Soudani nur bestätigen kann. Außerdem sei die tolle Atmosphäre dem guten Miteinander der Kandidaten geschuldet: „Wir haben immer noch Kontakt“, wenngleich die Aufzeichnung schon fünf Wochen her ist. Und keiner sei neidisch auf den anderen gewesen. „Der Titel der Erkennungsmelodie – Respect – ist tatsächlich auch das Motto der Sendung“, hat Soudani in Hamburg erfahren und erlebt.

Haben sich bestens verstanden: Mario Kotaska und Carmen Soudani
Foto: SoudaniHatte sie Lampenfieber? „Nur als am ersten Tag“, betont sie. „Wir hatten eine Einweisung, eine Studio-Tour, dann wurden Haare und Make-up gemacht und die Kleidung gebügelt, ehe wir den Kochplatz kurz testen und – nur das ist an Vorbereitung erlaubt – heißes Wasser aufsetzen durften“, berichtet sie. „Irgendwann kam die Ansage: ‚Noch zwei Minuten‘ – da war ich kurz aufgeregt“, gesteht sie. „Aber dann sagte ich mir: Was soll passieren? Es ist dein Leibgericht, du hast es schon so oft gekocht.“ Dass zwei Millionen Zuschauer täglich den Kochwettbewerb verfolgen, ließ die selbstsichere 49-Jährige ebenso kalt wie das Zeitlimit von 35 Minuten, in denen jeder Kandidat eine Kamera vor sich hatte. „Für mich war das die Idealsituation, denn ich koche für mein Leben gerne für andere“, betont sie – wohl wissend, dass noch mehr als die bisherigen Anfragen kommen werden: „Koch doch mal für uns!“
Schwäbischen Hausfrauen und zu dünner Spätzleteig
Ihrer Kollegin, die Carmen Soudani vor einigen Jahren durch tägliches Zusenden von Rezepten dazu animiert hatte, selbst zu kochen anstatt sich mit Brot und Aufstrich zu begnügen, hat die leidenschaftliche Köchin nach Wochen ein Kochbuch mit all den Rezepten geschenkt und zum Dank von ihr gehört: „Ich habe von einer Gourmetköchin gelernt!“

Die Malefiz-Gurke hat Carmen Soudani die Champions-Week vermasselt.
/Gunnar NicolausIn der Küchenschlacht hat Soudani auch öffentlich den Beweis angetreten, obwohl ihr Pfannenbrot „zu groß und zu dick“ und der Spätzleteig zu dünn gewesen war. Zwei Eier zu viel – das hat ihr auf Facebook zahlreiche Kommentare „schwäbischer Hausfrauen“ eingebracht, wie sie lachend berichtet.

Die perfekten Bratkartoffeln hat Carmen Soudani zu ihrem Schollenfilet serviert.
/Gunnar NicolausAm Ende ist sie „echt glücklich“ – wenn auch nicht über den Einzug in die Champions-Week, also den Wochensieg. Den hat Juror Max Strohe am Freitag nach dem Genuss von zwei gebratenen Schollenfilets „Büsumer Art“ mit Bratkartoffeln und Gurkensalat an Svetozar Savić vergeben, obwohl Soudanis Bratkartoffeln „katastrophal gut, wie gemalt“ waren, so Strohe. „Ich hatte so einen Geistesblitz“, berichtet sie über die Besprechung mit dem Rezept-Autor Kotaska vor dem Finale, und „für mich eine bessere Lösung gefunden“: statt Pellkartoffeln abzuziehen und anzubraten hat sie halbrunde Salzkartoffeln in heißer Butter gebadet, „und tatsächlich waren es die besten Bratkartoffeln, die ich je gemacht habe“, freut sie sich.
Dass „Säure und Farbe beim Kartoffelsalat“ laut Juror bei Svetozar Savić „eine Nuance“ besser kamen, grämt Carmen Soudani nicht. Sie hat die Tage in Hamburg enorm genossen – und sogar zwei Hechinger aus dem Publikum kennengelernt, die von ihrem Haus Soudanis Arbeitsplatz sehen können: die Burg Hohenzollern.