„1. Schlager-Mitte Tailfingen“
: Diese Musik verbindet Generationen

Für drei Tage hat sich am Wochenende der Markt in Tailfingen in eine tanzende und singende Partyzone verwandelt: Die „1. Schlager-Mitte Tailfingen“ lockte viele Gäste an.
Von
Carmen Kreiß
Oberndorf
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Wenn die Musik stimmt, dann bewegen sich die Tanzbeine wie von selbst.

Carmen Kreiß

Jetzt war wieder einmal Tailfingen dran: Nach diversen Events, die Ebingen in diesem Jubiläumssommer erlebt hat, setzte am letzten Ferienwochenende Albstadts zweitgrößter Stadtteil Akzente und brachte bei dieser Gelegenheit eine musikalische Farbe nach Albstadt, die bislang im Veranstaltungskalender gefehlt hat: Schlager. Drei Tage lang hieß es „Mitsingen, Mittanzen, Mitfeiern“ – und die Mischung aus DJ-Sets, Live-Auftritten und ausgelassener Stimmung traf den Nerv eines breiten Publikums.

Den Auftakt machte am Freitagabend das DJ-Duo „Blond und Laut“, bestehend aus Sylvi Schwab und Nina Maier. Die beiden hatten im vergangenen Jahr in der Kneipennacht im Ebinger KulTurm ihr Debüt am Plattentisch gegeben; diesmal sorgten sie mit einem zeitgemäßen Schlagermix und viel Energie für einen guten Start der neuen Veranstaltungsreihe. Anschließend legte der Albstädter „DJ Teufele“ alias Roland Zehringer Klassiker von Jürgen Drews bis Helene Fischer auf – er ist in der Szene kein Unbekannter, ist regelmäßig bei „Back to the Roots“ in der Ebinger Kulturfabrik im Einsatz und gilt als einer, der den Schlager lebt und liebt.

Spontan hatte bereits am Freitag Oberbürgermeister Roland Tralmer auf dem Tailfinger Markt vorbeigeschaut und ebenso spontan eine kurzen Ansprache gehalten: „Für jedes Veranstaltungsformat gibt es ein erstes Mal. Wenn wir uns alle Mühe geben, kann daraus eine Serie werden.“ Tralmers besonderer Dank galt den Initiatoren der „Schlager-Mitte“, Johann Schwab, Kronenwirt Claus-Peter Retter sowie deren Unterstützern: „Ohne Leute wie Sie wären solche Veranstaltungen nicht möglich.“

Kam bereits am ersten Tag: Oberbürgermeister Roland Tralmer.

Foto: Carmen Kreiß

Am Samstag trat bereits nachmittags „DJ Schlager Kalle“ auf; das Abendprogramm bestritt die Partyband „Atemlos“, eine kleinere Besetzung der Formation „Hautnah“ um Frank Boos. „Wir wollten etwas für die breite Mehrheit machen“, erklärte Johann Schwab seine Motivation, ein Schlager-Wochenende zu veranstalten. „Rock gibt es jede Menge, Schlager dagegen kaum. Dabei macht diese Musik gute Laune und vereint Generationen.“ Seine Rechnung ging auf: Die Tanzfläche war schnell brechend voll; die Gäste feierten ausgelassen; Höhepunkt war eine spontane Polonaise, die über das gesamte Veranstaltungsgelände zog.

Der Frühschoppen am Sonntagmorgen war misslicherweise verregnet; die „Traufgang Schwoaba“, die zehnköpfige volkstümliche Besetzung der Stadtkapelle Tailfingen, mussten vor kleinem Publikum spielen, bliesen aber dennoch zünftig und tapfer gegen die niedergehenden Wassermassen an. Zum Frühstück gab es als passende Grundlage Weißwürste und Maultaschen.

„Wir wollen zeigen, was privat möglich ist“

Die Idee der „Schlager-Mitte“ ist erst wenige Wochen alt, ihre Umsetzung war in Rekordzeit erfolgt. „Innerhalb einer Woche war die Genehmigung der Stadt da – dieVerwaltung stand geschlossen hinter uns“, berichtet Schwab. Finanziert wurde das Fest durch Spenden und den Verkauf an den drei Getränke- und zwei Essensständen. Für die Zukunft wollen die Organisatoren noch mehr Sponsoren ins Boot holen und die Veranstaltung finanziell breiter aufzustellen und nach Möglichkeit autark machen: „Die öffentlichen Kassen sind klamm; da wollen wir zeigen, was privat möglich ist“, sagt Schwab.

Der Schlager erlebt derzeit eine Renaissance

Die Veranstalter geben sich mindestens drei Jahre Zeit, um die Reihe zu etablieren. Schlager erlebt offensichtlich eine Renaissance und findet altersübergreifend Anklang. „Diese Musik verbindet einfach“, konstatierte eine Besucherin, und eine weitere ergänzte: „Schlager geht immer.“ Und: „Wir sind dankbar, dass endlich mal Konzerte hier in Tailfingen stattfinden.“

Da verschlug es auch nichts, dass parallel auch anderswo einiges los war. „Ist doch gerade schön“, meinte ein Besucher. „Mittags zum Käse- und Kulinarikmarkt oder den Traufgames, abends zur Schlagerparty. – so hat man es gern.“

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