Lageplan des geplanten zweibahnigen Ausbau der B 27 zwischen Bodelshausen und Nehren Foto: RP Tübingen

Das Regierungspräsidium Tübingen hat den Planfeststellungsbeschluss auf seiner Homepage veröffentlicht. Dort werden die Bestandteile des Vorhabens im Detail aufgelistet und erläutert. Auch die negativen Folgen für Tiere und Natur werden darin thematisiert.

Ein nächster Schritt in Richtung Ortsumfahrung ist gemacht. Nachdem die sogenannte Endelbergtrasse von der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg, genehmigt wurde, hat das Regierungspräsidium Tübingen jetzt die Planunterlagen zum B 27-Ausbau veröffentlicht.

 

In dem fast 600-seitigen Dokument schildert die Behörde alle Details für den Aus- und Neubau der Bundesstraße zwischen Bodelshausen und Nehren. Dagegen kann innerhalb eines Monats vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mit Sitz in Mannheim Klage erhoben werden.

Die Kosten sind deutlich gestiegen

Die Kosten für das Großprojekt liegen mittlerweile bei knapp 180 Millionen Euro, 2016 hatte man noch mit 104 Millionen Euro gerechnet. Die Kostensteigerungen beruhen auf den allgemeinen Baukostensteigerungen.

Für den Straßenbau selbst wird mit einer Bauzeit von sieben bis acht Jahren bis zur Verkehrsfreigabe gerechnet. Im Sinne des Lärmschutzes sind zur Nachtzeit von 20 Uhr bis 7 Uhr lärmintensive Arbeiten grundsätzlich zu vermeiden.

Zudem hat das Vorhaben teilweise beträchtliche Auswirkungen auf die Umwelt. Aus diesem Grund regt sich bereits seit Jahren Widerstand. Eine Bürgerinitiative machte mit verschiedenen Aktionen auf die diversen negativen Auswirkungen für Tiere und Natur – unter anderem die Gefährdung der sehr seltenen Nymphenfledermaus und die „regional bedeutsame“ Gelbbauchunke – aufmerksam.

Streuobstbäume schützen

In diesem Zusammenhang wird in den bestehenden Planunterlagen festgehalten, dass die eingegrabenen Plastikwannen in einwöchigem Abstand auf Exemplare der Gelbbauchunke zu kontrollieren sind. Zudem sind „Streuobstbäume bei der Einrichtung des Baufeldes zu bewahren und zu schützen, soweit dies technisch möglich ist und die Durchführung der Bauarbeiten nicht unverhältnismäßig behindert wird“.

Das neu- beziehungsweise ausgebaute Teilstück der B 27 werde jedoch „ die Leistungsfähigkeit des Verkehrs im Bereich zwischen Bodelshausen und Nehren erheblich verbessern und zum Abbau von staubedingten Kapazitätsengpässen beitragen“, heißt es in den Unterlagen. Die Streckencharakteristik der B 27 zwischen Stuttgart und Balingen als vierstreifige Straße werde in diesem Zusammenhang auch vereinheitlicht. Andere im Verfahren geprüfte Alternativen und Varianten seien nicht in Betracht gekommen.

Ein Starttermin für den Bau ist noch nicht geplant.