Die orangen Kästen hängen direkt neben der B 27. Foto: Cornelius Eyckeler

Diverse Messgeräte sind neben der B 27 zwischen Balingen und Schömberg aufgestellt. Das Regierungspräsidium erklärt, wieso gemessen wird.

Autofahrern und Pendlern, die regelmäßig auf der Bundesstraße 27 zwischen Balingen und Schömberg unterwegs sind, dürften bereits die weißen und orangefarbenen Kästen sowie lange dünne Masten entlang der Strecke aufgefallen sein. Das Regierungspräsidium (RP) Tübingen hat auf unsere Anfrage das Rätsel um diese Geräte gelöst.

 

Tatsächlich hängen diese Kästen nicht ohne Grund neben der Fahrbahn. Es geht um die geplante Ortsumfahrung der Stauseestadt Schömberg sowie weitere Maßnahmen auf der B27 zwischen Balingen und Dotternhausen.

„Im Zuge der Planung der Bundesverkehrswegeplanmaßnahmen der B 27 Ortsumfahrung Schömberg und der B 27 Balingen-Dotternhausen finden in dieser Woche umfangreiche Verkehrserhebungen statt“, klärt das RP auf.

RP verantwortlich

Diese werden im Raum Balingen, Dotternhausen und Schömberg durchgeführt. „Die Verkehrszählung erfordert aufgrund fachlicher Gründe auch die Nutzung von Kameras. Dies ist ein standardisiertes Verfahren zur Ermittlung der Verkehrszahlen und erforderlich, um aus den erhobenen Daten ein belastbares Verkehrsgutachten zu erstellen.“

Für die Durchführung der Maßnahmen ist laut eigenen Angaben das RP Tübingen verantwortlich. Die praktische Ausführung wurde an einen Fachgutachter vergeben, der auch für die Erstellung des Verkehrsgutachtens verantwortlich ist.

Bei den orangen und weißen Kästen sowie den dabeistehenden Masten handelt es sich laut RP-Angaben um Verkehrszählungsgeräte, die an vielen Stellen zwischen Balingen und Schömberg den Verkehr zählen.

„Die Kästen stehen seit Montag und wurden an den erforderlichen Stellen aufgestellt, die vom Verkehrsgutachter vorab definiert wurden“, heißt es vom RP am Mittwochnachmittag. Am Dienstag, 5. Mai, wurde ein Großteil der Verkehrserhebungen durchgeführt und daher am Mittwoch bereits ein Teil der Geräte wieder abgebaut.

Maßnahmen in Vorplanung

„An weiteren ausgewählten Stellen müssen jedoch noch eine Zeit lang weitere Verkehrszählungen durchgeführt werden, weshalb die restlichen Kästen erst im Laufe der nächsten Woche wieder abgebaut werden.“

Auf der Homepage der Tübinger Behörde sind weitere Informationen zu den geplanten Bauarbeiten auf der Bundesstraße 27 hinterlegt. Demnach befinden sich die Maßnahmen „Ausbau der B 27“ und „Ortsumgehung Schömberg“ in der sogenannten Vorplanung.

In dieser Phase sollen „zielführende Trassenalternativen herausgearbeitet und miteinander verglichen“ werden. Wirtschaftliche Aspekte und Auswirkungen auf die Umwelt werden ermittelt. Derzeit laufen die bereits beschriebenen Verkehrsuntersuchungen.

Umfahrung geplant

Wie lange so ein Planungsverfahren dauern kann, offenbart ein Blick in die Chronologie des Vorhabens: Vor rund zehn Jahren erfolgte die Einstufung beider Maßnahmen in den „Vordringlichen Bedarf“. Vordringlich sollte aber nicht mit unmittelbarer Realisierung verwechselt werden. Nach wie vor befinden sich die Akteure am Anfang eines noch lange anhaltenden Planungsprozesses.

Ende 2024 fand die Auftaktveranstaltung zum Planungsbeginn statt. In den dortigen Unterlagen sind die Ziele dieser Maßnahmen aufgeführt: So erhoffen sich die Behörden eine Steigerung der Verkehrssicherheit, Entlastungen für die Umwelt und eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, insbesondere der Schömberger.

Die neue Streckenführung soll laut Skizze den Verkehr der Bundesstraße nördlich an der Stauseestadt vorbeileiten. Bis es so weit ist, wird aber noch viel Wasser die Eyach herunterlaufen oder – passenderer Vergleich – das neue Rathaus bereits stehen.

Und was müssen die Verkehrsteilnehmer wegen der Messsysteme beachten? Die kurze und klare Antwort des RP: „Für die Verkehrsteilnehmenden gilt es darüber hinaus nichts Konkretes zu beachten.“