Stephan Kaluza (links) und Dieter Nuhr präsentieren ihre gemeinsame Ausstellung in Riegel. Foto: Ralf Deckert

Dieter Nuhr und Stephan Kaluza stellen unter dem Motto „Zwischen den Welten“ gemeinsam in der Kunsthalle Messmer in Riegel aus.

Den einen kennt man als wortgewandten Kabarettisten, der andere schreibt Theaterstücke, Sachbücher und auch Romane: Dieter Nuhr und Stephan Kaluza haben einiges gemeinsam. Sie haben Kunst studiert, teilen sich in Düsseldorf ein Atelier, sind privat gute Freunde und widmen sich in ihren Bildern mit Vorliebe Themen, die mit der Natur, mit deren Wahrnehmung und deren Vergänglichkeit zu tun haben.

 

Mit ihrer Ausstellung „Zwischen den Welten“ in der Kunsthalle Messmer in Riegel (Kreis Emmendingen) wird aber auch offenbar, wie unterschiedlich die künstlerische Herangehensweise der beiden Männer an ihre häufig großformatigen Arbeiten ist: Kaluzas fotorealistische, detailversessene Ölgemälde sind Kompositionen, die auf bis zu 30 Fotos als Grundlage basieren, die der Maler im Atelier rund um seine Staffelei positioniert. Daraus komponiert er zum Beispiel Landschaften, die zwar lebensecht aussehen, aber in der abgebildeten Form einem Puzzle gleich aus ganz vielen verschiedenen Quellen zusammengesetzt sind.

Nuhr greift auf Fotos zurück

Nuhr hingegen greift in seiner digitalen Malerei auf Fotos zurück, die er auf seinen zahlreichen Reisen in aller Welt schießt und die er dann mit selbst programmierten digitalen Werkzeugen und mit „richtiger“ Farbe überarbeitet. Er nennt dies einen „zeitgenössischen Weg, meine Erinnerungen zu verarbeiten“. Der digitale malerische Prozess, der 98 Prozent seiner Arbeit ausmache, unterscheide sich von der analogen Malerei dabei nur wenig, so der Künstler. Er sei „ein malerischer Bildgestalter, der sich in der Welt und der Kunstgeschichte umschaut“ für seine Werke, sagt Nuhr. Das Reisen sei dabei von besonderer Bedeutung, da es ihm ermögliche, „staunend nach Hause zu kommen“ und dies dann in seinen Bildern zu verarbeiten. Letztlich sei dies auch genau das, was er im Kunststudium gelernt habe, so Nuhr weiter. Als Kabarettist auf der Bühne „dilettiere“ er hingegen.

Stephan Kaluza hat diese Ölgemälde gemalt. Foto: Ralf Deckert

Wenn er seine Gemälde basierend auf vielen Fotos komponiere, sei es für ihn so, als „spiele man lieber Gott“ im Schöpfungsprozess, ergänzt Kaluza. Seine Gemälde sehe er als Mahnung: „Man sieht die schöne Natur darin, doch diese Natur verlässt uns, ist gefährdet“, so der Künstler. Daher habe er Teile seines Werks mit dem Titel „Transit“ versehen. Vieles von dem, was er male, falle normalerweise nicht so direkt ins Auge: „Ich hab schon viel Gestrüpp am Rhein fotorealistisch gemalt“, so der Maler. Gerade diese Beiläufigkeit in der Landschaft, die erst durch das Detail in der Malerei lebendig werde, sei von Interesse für ihn. Eilig sind sich die beiden Künstler darin, dass eine gewisse Melancholie in ihren Arbeiten stecke, die auch mahnend verstanden werden könne, lautet Nuhrs Fazit.

Für Jürgen Messmer, der die Kunsthalle in Riegel vor mehr als 15 Jahren realisiert hat, ist die Ausstellung mit Nuhr und Kaluza bereits die 50. Ausstellung in seinem Museum. „So großflächige Werke hatten wir hier noch nie“, freut er sich über die Ausstellung. Nuhr und Kaluza seien mit ihren völlig unterschiedlichen Herangehensweisen an eine von Fotos ausgehende Gestaltung von Gemälden zwei außergewöhnliche Künstler, die es zu entdecken gelte.

Dieter Nuhr & Stephan Kaluza – Zwischen den Welten.

Die Ausstellung
in der Kunsthalle Messmer in Riegel ist bis zum 13. Juli 2025 täglich von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 13,50 Euro (ermäßigt 11,50 Euro).