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Zollernalbkreis Busunternehmen fürchten wegen Coronavirus um Existenz

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Stark ausgedünnt ist der Fahrplan der Linienbusse im Zollernalbkreis, hier ein HVB-Bus. Im Schüler- und Reiseverkehr geht gar nichts mehr. Das bringt die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Existenznöte. Foto: HVB Wiest + Schürmann

Zollernalbkreis - Mit dem Rücken an der Wand sehen sich die Busunternehmer im Zollernalbkreis in Folge der Corona-Krise. Der Reiseverkehr ist eingestellt, die Linienbusse verkehren nach reduzierten Fahrplänen. Keiner weiß, wie es weitergeht.

"Die Lage ist katastrophal", sagt beispielsweise Frank Wiest, einer der Geschäftsführer der HVB Wiest + Schürmann Hechinger Verkehrsbetriebsgesellschaft. Der Schülerverkehr sei weg durch die Schulschließungen, die Fahrten zu der Werkstatt für Behinderte in Bisingen und nach Mariaberg gestrichen. Der HVB-Linienverkehr in den Kreisen Zollernalb und Tübingen sei stark reduziert: "Die Busse verkehren nach dem Ferienfahrplan oder noch weiter eingeschränkt", so Wiest. Es fehlten Einnahmen, da die Fahrer keine Tickets mehr verkaufen dürften, weil der vordere Zugang zu den Bussen gesperrt sei. Auch die Rufbus-Angebote sind laut Wiest eingestellt. Rund 40 bis 45 Prozent des Geschäfts macht der Linienverkehr nach seinen Angaben aus.

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Wiest fürchtet für den April ein weiteres Problem: ob die Eltern weiterhin Schülermonatskarten kaufen oder nicht. Falls der Appell von Verkehrsminister Winfried Hermann an die Eltern, doch Karten zu erwerben oder Abonnements nicht abzubestellen, nichts fruchte, werde es eng: "Wir haben dann null Einnahmen." Die acht Reisebusse des Hechinger Unternehmens sind laut Wiest abgemeldet, Kurzarbeit für die Fahrer ist beantragt. "Wir versuchen, die restliche Arbeit gleichmäßig zu verteilen", sagt der Geschäftsführer. Ein Trost: "Bei uns gibt es keinen großen Krankenstand." Niemand sei bis jetzt vom Coronavirus betroffen.

Auch die Balinger Firma Maas hat ihre acht Reisebusse abgemeldet und Kurzarbeit beantragt. "Es ist schwer zu sagen, wie es weitergeht", sagt Geschäftsführer Thomas Maas. Er hofft darauf, dass das Verbot der Busreisen wie geplant bis zum 19. April befristet ist. Wenn diese Beschränkung noch weiter gehe, entstehe erheblicher Schaden. Maas zeigt sich "vorsichtig optimistisch" und hofft auf eine Erholung ab dem Ende der Beschränkungen. Auch bei seinem Unternehmen mache der Linienverkehr, für den Maas 25 Busse einsetzt, den größeren Anteil aus. "Die zum Teil langjährigen Mitarbeiter haben Verständnis für die Maßnahmen", so Maas. Seine Hoffnung ist, "dass alles zu einer Normalität zurückkehrt".

"Der Bereich Reisen liegt am Boden"

Ungewissheit herrscht auch bei der Eissler-Reisen GmbH & Co. KG in Albstadt, die schon auf ihrer Website auf die Corona-Krise hinweist und vor Panik warnt: Man sei im ständigen Kontakt mit Reiseveranstaltern und Behörden und befolge Hygienerichtlinien. "Man weiß nicht, wie es weitergeht, man kann nicht planen", sagt Patricia Seibold, Verantwortliche für das Reiseprogramm, das nun eingestellt ist. Sie bezweifelt, dass es nach Corona mit der Branche so schnell wieder aufwärts geht. Drei Reisebusse und sechs Linienbusse hat die Firma. Der Linienverkehr macht laut Seibold 60 Prozent des Geschäfts aus. Auch Eissler musste für die Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden.

Ganz hart betroffen ist der Bitzer Busunternehmer Andreas Gerth: Seine Reisebusse stehen still, die Fahrer sind in Kurzarbeit: "Der Bereich Reisen liegt am Boden." Prognosen, wann der Reiseverkehr mit Vereins- und Jahrgängerausflügen wieder aufgenommen wird, mag der Chef von Gerth-Touristik nicht abgeben. Er hält es auch für möglich, dass die momentan vom Kultusministerium untersagten Klassenfahrten und Studienreisen erst wieder zu Beginn des kommenden Schuljahres aufgenommen werden. Angesichts der Tatsache, dass die Klientel für Vereins- und Jahrgängerfahrten meist im höheren Alter sei, würde er diese nicht guten Gewissens in einen Bus setzen, solange ein Infektionsrisiko bestehe. Deshalb hat er alle Reisen bis Mitte Juni abgesagt.

Die rund 400 kleinen und mittelständischen Busunternehmen leiden nach Angaben des Verbands Württembergischer Busunternehmer unter Liquiditätsproblemen. Die meisten Betriebe sind im Auftrag von Kreisen und Kommunen unterwegs. Landesverkehrsminister Hermann (Grüne) hat Unterstützung versprochen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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