„Eine Frau, die weiß, was sie will“, hat das Ensemble des Zimmertheaters das Publikum restlos begeistert. Foto: Siegmeier

Das Zimmertheater Rottweil hat am Sonntag mit der Jazzoperette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ im Bockshof die zweite erfolgreiche Premiere innerhalb weniger Tage gefeiert.

Eine Operndiva in den besten Jahren, schier unzählige Verehrer, und damit verbunden auch vielerlei Irrungen und Wirrungen und dazuhin noch eine Familiengeschichte. Das Ganze gespickt mit eingängigen Jazzrhythmen und manchem Ohrwurm liefert absolut den Stoff für einen kurzweiligen Sommerabend im Bockshof. Auch mit „Eine Frau, die weiß, was sie will“, dem zweiten Sommerstück, sorgt das Zimmertheater für beste Unterhaltung und ein restlos begeistertes Premierenpublikum.

 

Leichtigkeit und Esprit

Mit der Rolle der Operndiva Manon Cavallini schlüpft Mailin Klinger geradezu in ihre Paraderolle. Und das ist nicht die Einzige, die sie an dem Abend spielt. Mit Leichtigkeit, Esprit und ihrem begeisternden Gesang, für den sie übrigens viel Zwischenapplaus erhält, lebt sie ihre Rollen geradezu. Das Publikum feiert sie und ihre Kollegen, nicht nur aufgrund der grandiosen Schauspielleistung, gepaart mit hervorragendem Gesangseinlagen, sondern auch, weil sie, und vor allem ihre Kollegen Bagdasar Khachikyan, Thomas Giegerich und Flo Sohn in Windeseile immer wieder in andere Rollen schlüpfen müssen, denn es gibt ehemalige Gatten der Cavallini, von denen sie geschieden ist und natürlich eine ganze Reihe von Liebhabern und Freunden, die sie verehren.

Und dann noch die Tochter Lucy – grandios gespielt von Bagdasar Khachikyan – die erst am Ende von ihrer Mutter erfährt, die Tango tanzenden Logenschließer und manche mehr. In gut 19 Rollen schlüpfen die Akteure während der eineinhalbstündigen Aufführung – das gibt dem Stück ordentlich Tempo, ist aber auch äußerst amüsant.

Der Ober aus dem Restaurant Larue (Thomas Giegerich) beim Tête-à-Tête von Manon Cavallini (Mailin Klinger) und Fernand Maupreux (Flo Sohn) Foto: Siegmeier

Die Musikalische Komödie in fünf Bildern stammt aus der Feder von Oscar Straus und wird in Rottweil mit dem Originallibretto von Alfred Grünwald aufgeführt. Alfred Grünwald hatte den Text einst für die große Berliner Operndiva Fritzi Massary geschrieben – eine Frau, die damals mitten im Leben stand.

Mailin Klinger verkörpert die Operndiva Manon meisterhaft, wickelt ihre Verehrer charmant um den Finger und vereint Schauspiel und Gesang mit Bravour. Für Begeisterung sorgt auch Bagdasar Khachikyan, der in der Rolle der Lucy, der Tochter der Cavallini, in den höchsten Tönen trällert.

Großes Spektrum

Im Jahr 2005 hatte er sich zum Tenor und Countertenor ausbilden lassen und sei großes stimmliches Spektrum erlaubt ihm sowohl Alt- wie Sopranparts. Die Begeisterung des Publikums ist ihm dabei sicher. Ebenso Flo Sohn, der in diesem Jahr beim Zimmertheater sein Debüt gibt. Er hat sowohl eine klassische Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien absolviert als auch die Stage School in Hamburg für den Bereich Musical absolviert und begeistert nicht nur mit seinem Schauspieltalent, sondern auch mit Gesang und Tanz, ebenso Thomas Giegerich, der in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal das Sommertheater bereichert.

Aber was wäre eine Musikalische Komödie ohne die Musik. Und für die haben einmal mehr die Musiker Dorin Grama und Nicholas Charkviani mit viel Feingefühl und Brillanz gesorgt.

Für die hervorragende Darbietung wurden die Schauspieler mit tosendem Beifall belohnt.

Bis Anfang August gibt es die Möglichkeit Molières „Tartuffe“ und „Eine Frau, die weiß, was sie will“ im Bockshof anzuschauen. Freitags, samstags und Sonntag werden die beiden Stücke um 18 und 20 Uhr nacheinander gespielt. Aufgrund der kurzen Spieldauer von gerade mal eineinhalb Stunden bietet es sich auch an, gleich beide Stücke anzuschauen.

Infos

Weitere Infos zu den Terminen und dem Kartenvorverkauf gibt es unter www.zimmertheater-rottweil.de