Nach einem fünfjährigen Verfahren nimmt das Neubaugebiet Malzholzweg in Eimeldingen endlich Form an. Die Erschließung ist fast abgeschlossen.
Die Erschließung des Neubaugebiets Malzholzweg ist fast abgeschlossen. Die Arbeiten hatten im November 2025 begonnen, in der kommenden Woche erwartet Tiefbauplaner Ralph Kutsche (Rapp Regionplan) die Anlieferung des Asphalts, wie er beim Spatenstich für die weiteren Arbeiten am Donnerstagvormittag bekannt gab.
Insgesamt 43 Wohneinheiten sollen dort durch Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser auf 1,2 Hektar geschaffen werden. Insgesamt wird Wohnraum zum Kauf und zur Vermietung angeboten.
Nach Übergabe der öffentlichen Bereiche wie der Straße und dem Spielplatz an die Gemeinde steht dann die Phase der privaten Hochbaumaßnahmen im Fokus sowie die parallel laufende Vermarktung der Grundstücke, wie Investor Martin Krause erklärt. Danach kann der Endausbau der Straßen beginnen.
Derzeit ist oberirdisch die vorgespurte Stichstraße erkennbar sowie das modellierte Bauland. Dies sei nötig gewesen, um die Topographie des Gebiets mit etwa fünf Metern Höhendifferenz zu ebnen, wie Kutsche erklärt. Durch gutes Management, sei es möglich gewesen dafür das „sehr gute Bodenmaterial“ vor Ort zu nutzen. Nur marginal hätte davon etwas abgefahren werden müssen.
Die Stichstraße, die vom Gewerbegebiet Reutacker aus ins Neubaugebiet führt, heißt nun Reibmattenstraße. Der verstorbene Altbürgermeister Hansjörg Rupp werde an anderer Stelle gewürdigt, wie Krause erklärt.
Die Freude über das „schöne Baugebiet“ ist beim Spatenstich spürbar. Sanitärmeister Gerd Hund hat seinen Betrieb im Gewerbegebiet Reutacker und findet es „schön, dass wir hier am Hauptstandort etwas bauen dürfen“. Er ist einer der ersten Käufer und Bauherren, die Wohnungen seines Sechsfamilienhauses bietet er zum Verkauf an.
Zufrieden zeigt sich auch Krause: „Ohne Bürgermeister Oliver Friebolin hätte das so nicht geklappt.“ Mit gegenseitigem Respekt und in „sehr gutem Einvernehmen“ sei die Planung verlaufen. Von einer reibungslosen Zusammenarbeit auf der Baustelle berichtet Michael Walliser (Vogel-Walliser). Für ihn das Wichtigste: Es hat bisher keine Unfälle gegeben. Als „picobello“ bezeichnete Hund die Baustelle, die immer „vorbildlich aufgeräumt“ sei.
„Die Anwohner hatten sich zunächst etwas gesträubt, dass da noch etwas Neues gebaut wird“, sagt Hund über den Prozess eines fünfjährigen Verfahrens mit drei Anhörungsrunden, bis der Gemeinderat zum Jahresende 2024 den Bebauungsplan Malzholzweg beschloss.
Er selbst hat Verständnis dafür, dass jeder am liebsten an der grünen Wiese wohnt, findet aber auch, dass es nach der Bebauung ein schönes Gebiet bleibt, wie er sagt: „Das mit dem Verkehr wird sich einpendeln.“
In der Gemeinderatssitzung im Dezember 2024 hatten die Anlieger so manche Einwände: Da das Neubaugebiet ausschließlich über das Gewerbegebiet Reutacker angefahren werden soll, war die Befürchtung laut geworden, der Abbiegeknoten von der B 3 in den Reutacker hinein könne den Mehrverkehr nicht verkraften.
Tests und Simulationen hätten aber gezeigt, dass der Knoten leistungsfähig bleibe. Darüber hinaus gab es Befürchtungen das Neubaugebiet könne sich optisch nicht einfügen. Das Büro fsp Stadtplanung aus Freiburg sah durch den Bebauungsplan eine Anpassung an die Struktur des Gebiets „Alte Säge“ aber als gegeben an.
Oliver Friebolin: „Sehr knapper Wohnraum und hoher Siedlungsdruck“
Bürgermeister Oliver Friebolin hatte mit „sehr knappem Wohnraum und einem hohen Siedlungsdruck“ noch einmal die Gründe für ein Baugebiet auf dem Gelände am nordwestlichen Ortsrand von Eimeldingen dargelegt.
Nicht nur von außen gebe es Anfragen, auch Einheimische würden sich immer wieder im Rathaus melden, weil sie ein Haus, eine Wohnung oder einen Bauplatz suchten, um in Eimeldingen bleiben zu können, schilderte er. Das Neubaugebiet Malzholzweg könne die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt etwas entschärfen, meinte Friebolin.
Daran glaubt beim Spatenstich am Donnerstagvormittag auch Investor Krause, der im Neubaugebiet von einer guten Mischung mit sechs Doppelhaushälften, sechs Einfamilienhäusern und drei Bauplätzen für Mehrfamilienhhäuser spricht.
„Eine gute Mischung“ ist das Ziel
Zielgruppe sind genau jene, die der Bürgermeister schon im Dezember 2024 angesprochen hatte: Neuzugezogene sowie Einheimische, die Haus, Wohnung oder Bauplatz suchten, weil sie sich verändern wollten.
Krause spricht von älteren Bewohnern, die in ihrem Eigenheim keinen großen Garten mehr pflegen können oder wollen, aber künftig trotzdem in einer modernen und seniorengerechten Doppelhaushälfte oder einer Wohnung mit Balkon oder Freisitz leben wollen. Doch auch junge Familien soll das Angebot ansprechen, denn auch bei den künftigen Bewohnern schwebt Krause „eine gute Mischung“ vor.