Das Haupthaus des ortsbildprägenden Hotels Römerbad in Badenweiler soll jetzt in mehreren Bauabschnitten saniert werden. Der erste Bauantrag ist eingereicht. Foto: Siegfried Feuchter

Die glanzvollen Tage sind längst vorbei, seit Jahren ist es verwaist. Jetzt allerdings gibt es Hoffnung auf eine Wiederbelebung.

„Ich bin vorsichtig optimistisch“, sagt Badenweilers Bürgermeister Vincenz Wissler auf Nachfrage unserer Zeitung.

 

Er wie auch die Badenweiler Bürger wünschen sich im Interesse des Bade- und Kurortes sehnlichst, dass das vor 200 Jahren errichtete und später nach und nach erweiterte markante Gebäude saniert und wieder in Betrieb genommen wird.

In der Nobelherberge hatten einst berühmte Persönlichkeiten aus aller Welt wie zum Beispiel Thomas Mann und Anton Tschechow, zudem Politiker, Schauspieler und Künstler logiert.

Das luxuriöse Hotel hatte glanzvolle Zeiten erlebt und war jahrzehntelang eine erste Adresse. Das ist jedoch Vergangenheit.

Vorsichtiger Optimismus

Und wie sieht die Zukunft aus? „Das Römerbad hat absolute Relevanz und Priorität“, betont Bürgermeister Wissler mit dem Hinweis, schon einiges unternommen zu haben, damit das einstige erste Haus am Platz wieder mit Leben erfüllt werden kann.

Der „vorsichtige Optimismus“ des Badenweiler Bürgermeisters rührt daher, dass der Eigentümer des Hotels Römerbad, die thailändische Panacée Betriebsgesellschaft mbH, die sich auf den Betrieb von Hotels und die Verwaltung, Vermietung und Verpachtung von Immobilien spezialisiert hat, einen Bauantrag zur Sanierung eines Teils des Haupthauses gestellt hat.

Das bestätigt im Gespräch mit unserer Zeitung auch Andreas Düll, Diplom-Ingenieur, der in Badenweiler ein Ingenieurbüro für Bauleitung und Bauplanung hat und auch Gemeinderat im staatlich anerkannten Heilbad ist. Im Auftrag des Eigentümers hat er den ersten Sanierungsabschnitt geplant und den Bauantrag für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ausgearbeitet.

Warten auf Baugenehmigung

Der Bauantrag liegt der Unteren Baurechtsbehörde beim Gemeindeverwaltungsverband Müllheim-Badenweiler bereits vor. „Wenn alles glatt läuft, können wir vielleicht noch im Januar die Baugenehmigung erhalten und danach loslegen“, gibt sich Düll zuversichtlich. Auch ihm ist es ein Anliegen, dass wieder Leben in das einst glanzvolle Hotel kommt, das auch als Kulturort ein ausgezeichnetes Renommee genoss. Denn als 1968 Klaus Lauer und seine Frau Annette die Leitung des Grandhotels übernahmen, wurden ab 1973 die „Römerbad Musiktage“, ein weit über Badenweiler hinausstrahlendes Musikfestival für klassische Musik mit bekannten Musikern, ins Leben gerufen.

Eigentümer in Thailand

Andreas Düll steht mit der Eigentümerfamilie in Thailand in engem Austausch. Hatte das Hotel Römerbad 2013 eine Aktiengesellschaft erworben, so ist es seit gut drei Jahren im Besitz der Panacée Verwaltungsgesellschaft, wobei Visanu Thepchareon aus Bangkok Geschäftsführer ist. Laut Planer ist die thailändische Familie entschlossen, das einst prächtige und nun seit Jahren leerstehende Hotel mit rund 80 Zimmern zumindest in Teilen wieder in Betrieb zu nehmen und es nicht zu verkaufen.

Der Eingangsbereich weist auf die glanzvollen Zeiten des einst luxuriösen Hotels Römerbad hin. Foto: Siegfried Feuchter

Am Eingangsbereich zum Hotel wird lapidar mitgeteilt: „Das Panacée Grand Hotel Römerbad ist aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen.“ Hohe Auflagen wegen Brandschutz und Denkmalschutz mit enormen Kosten ließen vor Jahren die begonnene Renovierung stocken und den zwischenzeitlich aufgenommenen Betrieb wieder schließen. Daher steht das Hotel seit 2016 leer.

Drei Bauabschnitte geplant

In drei Bauabschnitten soll das Haupthaus nun eine Frischzellenkur erhalten. 300 000 Euro wurden vor einiger Zeit nach Angaben von Planer Düll bereits in die Instandhaltung, konkret in die Erneuerung der Wasserleitung, investiert. Auch Brandschutzauflagen seien erfüllt worden. Im ersten Abschnitt, der mit einer Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro kalkuliert ist, geht es nun um die Renovierung von Restaurant, Küche, Bar und Kuppelsaal sowie um 15 Appartements.

Auch die Heizung muss nach neuen, modernen Standards auf Vordermann gebracht werden. Wenn dieser Abschnitt umgesetzt, genügend Personal gefunden ist und das Römerbad in Teilen wieder eröffnet worden ist, sollen bei entsprechender Nachfrage auch die beiden anderen Bauabschnitte realisiert werden, so die Absicht der Eigentümer, wie Andreas Dürr verdeutlicht. Da der Denkmalschutz dieses Gebäudes die höchste Kategorie hat, ist die Sanierung eine Herausforderung.

Die Römerbad-Geschichte auf einen Blick

Ein Hinweisschild vor dem Hotel gibt einen kurzen Einblick in die bewegte Geschichte des einst prächtigen Grandhotels. Dort ist zu lesen: „Es wurde 1823 als erstes Hotel des Ortes mit modernen Badeanlagen errichtet.

Seit 1824 ist es im Besitz der Familie Joner. 1863 und 1880 gab es Umbauten zum Haus „allerersten“ Ranges im Stil des Klassizismus und Empire. Das Römerbad hat seit jeher die architektonische, balneologische und kulturelle Entwicklung des Kurortes stark mitgeprägt. Es war und blieb das Domizil vieler berühmter Persönlichkeiten aus aller Welt.“