„In jeder Krise steckt nicht nur Gefahr, sondern auch Gelegenheit“ – dieses Zitat von John F. Kennedy ziert das Deckblatt des Albstädter Haushalts 2025.
Passenderweise, wie Oberbürgermeister Roland Tralmer bei der Einbringung des Haushaltsplans 2025 im Gemeinderat gesagt hat: Trotz „drastischen Konsolidierungszwangs“ sei es der „investitionsstärkste Haushalt der Stadtgeschichte“.
Sein Verwaltungsteam habe sich „frühzeitig auf den Weg der Konsolidierung gemacht“ und das Ergebnis „transparent und ehrlich kommuniziert“.
Hacker-Angriffe und Bürokratie in der Stadtverwaltung häufen sich
Mit Blick auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sprach Tralmer die „Zersetzungsversuche gegenüber unserer Gesellschaft von innen und außen“ an, die sich auch in Albstadt bemerkbar machten.
„Wir leben nicht mehr im Frieden, sondern allenfalls im Nicht-Krieg“, ernstzunehmende Hacker-Angriffe auf Stadtverwaltung und Albstadtwerke häuften sich, und die Stadt begegne dem mit Krisenfallübungen, während sie vor der großen Aufgabe der Digitalisierung stehe.
Kritik übte Tralmer an „überbordender Bürokratie“ – kommunale Verwaltungen müssten endlich vom „Regelwust“ befreit werden, stattdessen nehme dieser zu. „Hinzu kommt der Irrglaube, dass das fortlaufende Aufblähen unseres Sozialstaats auf Kosten der Leistungsträger“ weiter finanzierbar sei.
Höhere politische Ebenen müssten damit aufhören, Rechtsansprüche zu schaffen, deren Umsetzung die Kommunen finanziell ausbluten ließen – als Beispiel nannte er den Rechtsanspruch auf Ganztagesgrundschule ab 2027.
„Teilweise beruht das auf Unwissenheit“
Mit Blick auf lokale Pläne besorgt es Tralmer, dass Diskussionen um Talgangbahn und Klinikum, Citymanagement und ZIZ-Programm“ geführt würden, „die teilweise Tatsachen ignorieren oder schlicht auf Unwissenheit beruhen“, vor allem mit Blick auf Finanzierungsfragen.
In Albstadt gehe es trotz aller Sparbemühungen voran, betonte Tralmer, und die Stadt wachse. Damit das so bleibe, werde der Bebauungsplanbestand geändert und vorbereitende Untersuchungen zu Gewerbegebieten jenseits von Hirnau liefen.
Die Neugestaltung des Verkehrs im Hufeisen inklusive barrierefreier Verbindung für Fußgänger, neue Spielplätze in Dannecker- und Fabrikstraße, weitere barrierefreie Bushaltestellen und die Klimaschutzmaßnahmen im Park Onstmettingen sowie Hochwasserschutzmaßnahmen am Laufener Steinbach kämen hinzu.
Mit den Albstadtwerke entwickele die Stadt ein Konzept zur Wärme- und Energieversorgung aus regenerativen Quellen, und beim Schaffen neuer Kita-Plätze liege Albstadt gut im Rennen.
“Verzicht auf überzogene Standards“ – aber ohne „Billigheimerei“
Der neue kommunale Ordnungsdienst bewähre sich und das Stadtjubiläum 2025 bringe „kreative Projekte mit dauerhaftem Mehrwert“.
Tralmer will Tourismus und Bike-Zone weiter voranbringen, die Gründerszene weiter beleben – und er kündigte an, dass die Stadt einen Plan zum Ausgleich höherer Belastungen habe – einen Plan, wie der Investitionsrückstau von einer Milliarde Euro bis 2040 abgebaut werden könne: durch „Verzicht auf überzogene Standards in allen Bereichen, ohne dass das zur Billigheimerei führt“.
Investitionsentscheidungen sollen nur noch mit Folgekosten- und Alternativberechnung getroffen, der Gebäudebestand weiter optimiert werden – ohne Tabus und mit der „notwendigen Druckresistent gegenüber betroffenen Interessengruppen“.