Outdoorspaß in der kalten Jahreszeit? In Seelbach setzen die Betreiber auf Wellness und Komfort – und haben damit Erfolg.
Camping – das war früher nur in den Sommermonaten möglich und im Winter schlicht undenkbar. Bei Frost und Schnee an die frische Luft und in die freie Natur? Das schien allenfalls etwas für Abenteurer zu sein.
Entsprechend waren die Plätze vom frühen Herbst bis weit in den späten Frühling für Kurzcamper geschlossen. Allerdings geht der Trend im Outdoorbereich immer mehr zum ganzjährigen Camping.
Aber wie sieht es in der Region aus? Die meisten Campingplätze sind weiterhin nur saisonal geöffnet, wie eine Recherche unserer Redaktion ergab. Die Campingplätze in Ettenheim und in Friesenheim haben bereits geschlossen.
In der Rheintalebene haben die Plätze geschlossen
Auch für die 420 Dauercamper am Platz am Schutterner Baggersee gelte die Saison, wie Julia Berger, Pressesprecherin der Gemeinde Friesenheim erklärt. Zwar sei Aufräumen und nach dem Rechten sehen erlaubt, ansonsten sei der Platz im Winter aber verlassen.
Geöffnet hat dagegen der Seelbacher Campingplatz „Ferienparadies Schwarzwälder Hof“. Kurt Bonath vom Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) erklärt, dass vor allem in der Rheintalebene die meisten Plätze auch heutzutage während der Wintermonate geschlossen hätten.
Nur mit großem Aufwand und speziellen Angeboten für die kalte Saison sei ein Platz attraktiv genug für das anspruchsvolle Campingpublikum. Denn die Zeiten, in denen Camping mit Verzicht oder Enthaltsamkeit assoziiert wurde, seien definitiv vorbei – Camping könne längst Luxus sein.
So haben viele Betreiber im Schwarzwald – vor allem in den unteren und mittleren Höhenlagen – die Gunst der Stunde genutzt und ihre Plätze aufgewertet. Der Vorteil im Mittelgebirge sei, so Bonath, dass unabhängig vom Wetter immer unterschiedliche Aktivitäten zur Verfügung stünden.
Entsprechend seien viele Wintercampingfreunde mit allem ausgerüstet, was die Witterung verlangt: Ist es kalt genug, wird Ski gefahren, bei milderem Wetter werden die Wanderschuhe geschnürt. Auch klassische Abenteurer sowie waghalsige und kälteresistente Motorradfahrer treffe man laut Bonath immer wieder an.
Den Großteil der Winterurlauber bildeten aber vor allem Touristen, die es gern behaglich im eigenen Wohnmobil haben. Überhaupt sei das Thema Winter-Camping nichts Neues: Das habe sich über einen längeren Zeitraum so entwickelt, sagt Bonath, etwa durch Camper, die in den Osterferien vom Schneefall überrascht wurden. „Die haben dann gemerkt: Das ist superschön.“
Wintercamping zu einem besonderen Erlebnis machen – das möchte der Seelbacher Campingplatz „Ferienparadies Schwarzwälder Hof“. Die Seelbacher setzen dabei laut Rezeptionistin Manuela Willmann vor allem auf gutes Restaurant-Essen und Wellness. In der Anlage gibt es einen Spabereich mit Hallenbad, Saunalandschaft und Massagebehandlungen.
Ohne ihr breitgefächertes Angebotsprogramm käme trotz gut geheizter Wohnmobile niemand auf die Idee, den Winterurlaub auf den Campingplatz zu verbringen, ist Willmann überzeugt. Der Oktober sei sogar mit der angesagteste Monat im ganzen Jahr, sagt Willmann. Danach werde es erfahrungsgemäß etwas ruhiger, aber die Wochenenden seien nahezu das ganze Jahr ausgebucht. Und in den Weihnachtsferien sei spätenstens ab dem 27. Dezember und über Silvester der Campingplatz voll, so Willmann.
Wer ganzjährig Umsatz will, muss vorher investieren.
Mit wachsendem Komfort steigen allerdings auch die Preise: So sind Stellplätze für Wohnmobile manchmal teurer als eine Nacht im Hotel. Und auch Spontanbesuche sind selbst im Winter kaum noch möglich. Das gilt auch für den Seelbacher Campingplatz. Der Trend gehe dahin, dass Gäste immer früher buchen, erzählt Willmann. Und: In Seelbach ist es mittlerweile vor allem zu den Hauptreisezeiten nur noch möglich, wochenweise zu buchen.
Camping im Europa-Park
Camping und Caravening sind bis zum 18. Januar möglich. „Wir sind sehr zufrieden mit der Auslastung zur Wintersaison“, heißt es von Seiten des Parks. Die Erfahrung zeige, dass in der kalten Jahreszeit wetterbedingt eher kurzfristig ein Platz gebucht wird. Das klassische Camping werde weniger nachgefragt.