Unter der Leitung von Thomas Roese sangen die Kippenheimer Männer aus voller Kehle. Foto: Schillinger-Teschner

Der MGV Kippenheim verbreitete Weihnachtsstimmung im Bürgerhaus. Geleitet wurde er erstmals von Thomas Roese, der mit dem Taktstock und am Piano begeisterte.

Beim Weihnachtskonzert des MGV Liedkranz herrschte im Kippenheimer Bürgerhaus gute Laune. Das lag nicht zuletzt an der humorvollen Eröffnung des Vorsitzenden Thomas Gehrlein. „Ich durfte unseren neuen Dirigenten bereits einmal am Klavier begleiten. Zwar nur beim Schieben über die Hauptstraße für das Orso-Event im Sommer – aber immerhin“, sagte er augenzwinkernd und sorgte für Lacher.

 

Er sprach von Thomas Roese. Mit ihm hat der Männerchor einen Takt- und Einsatzgeber gefunden, mit dem die Chemie stimmt. Das spürte der Konzertbesucher auch bei den auf der Bühne dargebotenen Chorvorträgen. Der große, schwarz glänzende Flügel des Dirigenten hatte, umrahmt von den Sängern, mittig auf der Bühne des liebevoll weihnachtlich dekorierten Festsaal seinen Platz gefunden.

Eröffnet wurde das Weihnachtskonzert mit „Freude, schöner Götterfunken“, auch bekannt als „Ode an die Freude“ und Europahymne in einem Satz, den Thomas Roese eigens für den MGV Liederkranz Kippenheim geschrieben hatte. Eine Premiere, die vom ersten Ton an mitzureißen wusste. Zum „O Happy Day“ gesellte sich Birgit Wegemann als Solistin mit auf die Bühne. Wegemann, in klassischem Gesang ausgebildet, hatte in den zurückliegenden Monaten an der Stimmbildung der Chormitglieder gefeilt.

Die Weinkönigin lobte das Engagement des Vereins

Roese stellte sich dem Publikum offiziell mit dem Klavierstück „Scherzo Op. 16 Nr. 2“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy vor und erntete hierfür wohlverdienten Applaus. Mit dem „Vilja-Lied“ aus Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ brillierten Wegemann als Solistin und Roese am Flügel und verzauberten so nicht nur anwesende junge Jäger, wie in der Operette geschehen, sondern alle Zuhörer.

Zur Pause meldete sich die amtierende Kippenheimer Weinkönigin Celine Kindle zu Wort. „Ohne euch wäre Kippenheim nicht das, was es ist. Ihr seid soviel mehr, als ,nur’ der MGV. Ihr seid eine feste Größe in der Gemeinde“, sagte sie. Mit ihrem Lieblingsgedicht „Weihnachten“ von Joseph von Eichendorff wünschte die Hoheit eine „gnadenreiche Zeit“ und einen schönen zweiten Konzertteil.

Chor wird von virtuosen Pianoklängen begleitet

Der ausdrucksstarke Sopran Wegemanns sorgte anschließend mit gefühlvollen Interpretationen von „Christkind“ und „Die Könige“ aus den Weihnachtsliedern „Op. 8“ von Peter Cornelius für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Roese unterstrich die gesangliche Darbietung virtuos auf dem Flügel.

„Zu Weihnachten darf es musikalisch dann auch mal ein wenig ,schmalziger’ werden. Da ist es wie beim Gebäck: Mit Schmalz schmecken die Plätzchen einfach besser als mit Margarine“, stimmte Gehrlein auf den folgenden Teil des Weihnachtskonzerts ein, der dann ganz im Zeichen des Chorgesanges stand.

Männer präsentieren vielseitige Stimmlagen

Vom klassischen „Gloria“ über den Schlager „Weihnachten bin ich Zuhause“ von Roy Black über „Weit, weit weg“ von Hubert von Goisern stellte der MGV seine Vielseitigkeit unter Beweis. Herbert Grönemeyers „Männer“ hatte der Dirigent dann seinen Männern buchstäblich mit einem eigenen Chor-Satz auf den Leib geschrieben. Die Zugabewünsche wurden mit Leonard Cohens „Hallelujah“, in dem Gehrlein einen Solopart übernahm, gerne erfüllt.

Nach Gehrleins Dankesworten an alle, die zum Gelingen des Weihnachtskonzertes beigetragen hatten, wurden traditionell „Macht hoch die Tür“ und „O du fröhliche“ gemeinsam angestimmt.