Silvana Koch (von links), Betriebshofleiter Heiko Ewert, Otto Dieringer und Hubert Zanger vor dem Salzlager des städtischen Betriebshofes in der Alten Rottenburger Straße in Hechingen. Foto: Roth

Die Wetterprognosen kündigen Schneefall und Glätte in und um Hechingen an. Damit Verkehrsteilnehmer gut durch die kalte Jahreszeit kommen, sind die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes zu allen Tageszeiten im Einsatz. Ein Überblick über den Ablauf des Winterdienstes.

Der Winterdienst hat sich für den städtischen Betriebshof jüngst verändert. „Der Schnee ist weniger geworden, dafür wird Glätte immer häufiger zum Thema“, berichtet Betriebshofleiter Heiko Ewert, der für die Koordination des Winterdienstes zuständig ist, im Gespräch mit unserer Redaktion.

 

Auch für die kommenden Tage ist Winterwetter angekündigt. Die effektive Vorbereitung für den Winterdienst läuft beim städtischen Betriebshof dafür schon seit Mitte Oktober.

Wie viele Mitarbeiter sind im Einsatz?

Der städtische Betriebshof arbeitet während des Winterdienstes im Bereitschaftsdienst, wie Ewert berichtet. Dabei wechseln sich zwei Schichten mit je elf Mitarbeitern und zehn Fahrzeugen im Wochenturnus ab. Das Prinzip: Bereitschaft herrscht, wenn entsprechend winterliches Wetter angekündigt ist. Dann wird noch vor der Mittagspause am Vortag das sogenannte „Bereitschaftsschild“ auf dem Betriebshof in der Alten Rottenburger Straße aufgehängt. „Das ist das Zeichen für die Mitarbeiter, ihr Fahrzeug vorzubereiten“, so Ewert. Für die Wetterprognose wird vorrangig der Anbieter „MeteoFocus“ zurate gezogen.

Ob Bereitschaft herrscht, ist auf diesem Schild im Hechinger Betriebshof sichtbar Foto: Roth

Wer entscheidet, ob der Winterdienst ausrückt?

Der jeweilige Einsatzleiter macht wochentags ab 3 Uhr und an den Wochenenden sowie an Feiertagen ab 4 Uhr eine Kontrollfahrt. Er entscheidet, ob das Ausrücken des Winterdienstes nötig ist. Wenn ja, sind ab 4.30 Uhr die Betriebshof-Mitarbeiter im Einsatz. „Bei Schnee ist die Sache klar, bei Glatteis ist Fingerspitzengefühl gefragt“, berichtet Hubert Zanger, der sich mit Silvana Koch und Otto Dieringer in der Einsatzleitung wöchentlich abwechselt. „Der Einsatzleiter ist quasi rund um die Uhr im Dienst“, so Ewert über diese verantwortungsvolle Aufgabe.

Welche Straßen werden zuerst geräumt?

„Die Straßen werden in drei Zonen priorisiert“, erklärt Heiko Ewert. Oberste Priorität haben Strecken, auf denen Buslinien verkehren, Hauptverkehrsachsen, Steigungen und Bereiche rund um Schulen sowie Kindergärten. Nachrangig werden Wohngebiete und Nebenstraßen behandelt.

Kümmert sich der Betriebshof alleine um die Hechinger Straßen?

Nein, in den Hechinger Ortschaften sind vier Fremdfirmen im Einsatz. Die Mitarbeiter des Betriebshofes kümmern sich um die Kernstadt. Für die Kreis- und Bundesstraßen ist der Betriebshof nicht zuständig.

Auf welchen Straßen muss in Hechingen im Winter besonders aufgepasst werden?

„Beuren ist im Winter eine andere Welt“, sagt Zanger. Dort schneie es häufig, auch wenn es in der Kernstadt nur regne. Hechingens kleinster Stadtteil ist gleichzeitig der höchstgelegene. Kritisch für Schneeverwehungen seien zudem die Bereiche um Maria Zell in Boll und die Straße zum Schloss Lindich. Auch der Highway – die Stillfriedstraße – habe aufgrund der schattigen Lage bei Schnee und Glätte seine Tücken. Und für Fußgänger drohe Glättegefahr – besonders auf dem Kopfsteinpflaster rund um den Obertorplatz. Auch auf den Brücken herrscht Glättegefahr.

Mit diesem Fahrzeug sind die Einsatzleiter des städtischen Betriebshofs auf den Kontrollfahrten unterwegs. Foto: Roth

Wie viel Streusalz wird pro Einsatz benötigt?

„Bei einem Volleinsatz sind es 50 Tonnen“, schildert Zanger die Ausmaße. Das koste natürlich auch viel Geld, weshalb die Einsatzleiter auch eine finanzielle Verantwortung tragen. In einem Regelwinter verbrauche der Betriebshof rund 800 Tonnen Streusalz. Als Streugut dient Salz und Sole (in Wasser gelöstes Salz). Die beiden Komponenten werden auf dem Streuteller gemischt. Durch die flüssige Komponente wird das Salz angefeuchtet und haftet besser auf der Straße. Günstiger ist es noch dazu.

Was stört die Hechinger Winterdienstler?

Heiko Ewert weist darauf hin, dass das Streugut in den 29 Salzkisten, die der Betriebshof in Hechingen und seinen Ortschaften aufgestellt hat, auch nur für diesen bestimmt sind. Häufig komme es vor, dass sich Bürger privat an den Salzkisten bedienen. Für Hubert Zanger sind zudem „sehr gut getarnte Fahrradfahrer“ ein Ärgernis. Besonders in der Nacht entstünden so immer wieder gefährliche Situationen. Auch „wild parkende Autos“ seien für die Räumfahrzeuge ein Hindernis. Und nicht zuletzt appelliert Ewert an die Bürger, dass auch diese ihrer gesetzlichen Räumpflicht nachkommen.