Winterliche Holzarbeiten gab es bei Sabrina Rung aus Märkt. Foto: Ines Bode

Beim „Lichterfest“ lag der Fokus auf saisonalen Produkten. Winterliche, fast vorweihnachtliche Atmosphäre gab’s frei Haus dazu.

Einmal im Jahr öffnen Linda und Markus Bürgin vom gleichnamigen Bauernhof ihr Reich außerhalb von Binzen für Kunden und Publikum zu einem geselligen Anlass: Dieses Mal wurde von der Familie und ihren Helfern ein „Lichterfest“ organisiert.

 

Das Fest werde immer auf einen anderen Monat gelegt, um den Gästen die jeweiligen saisonalen Produkte zu präsentieren, teilt Linda Bürgin mit.

Aktuell füllen Kisten mit vorrangig dunkelgrünem, frisch geerntetem Gemüse den Hofladen.

Hier wie überall herrscht am frühen Samstagabend reger Andrang. Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn haben sich die ersten Besucher eingefunden.

„Wir finden das Interesse großartig“, sagt die Hofherrin. Wer zur Dämmerstunde den Weg zu dem Anwesen hoch wandert, wird von brennenden Stämmen und runden Feuerschalen als Wegweiser empfangen. Bei knackigen Temperaturen sollten sie Klein und Groß bis in die späten Abendstunden als Wärmespender dienen.

Die Großen staunen, die Jüngsten quietschen vor Freude

Weit kommt man nicht, denn vom Balkon schneit es durchsichtige Kugeln, die sich tatsächlich in Rauch auflösten. Die Großen staunen, die Jüngsten quietschen vor Freude.

Gleich am Eingang hat die Fraktion Feinkost ihr Lager aufgeschlagen. Ein Stand aus Wehr hat dreizehn verschiedene Behälter mit Oliven im Programm. Eine vierzehnte entpuppt sich als Minipaprika mit angewachsener Zipfelmütze. „Schmeckt würzig und hat Biss“, informiert der Thekenmann. Gar fünfundzwanzig Sorten süßes Backwerk bietet sich dem Auge am italienischen Nachbarstand.

Heißer Glühwein, kühler Weißwein

Zur Frage, was sich italienische Familien zu Weihnachten gönnen, heißt es: Panettone natürlich. Voll und voller wird es mit jeder Minute. Die ersten Gruppen haben sich gebildet, und die erste Runde Glühwein unterm Zeltdach im Hof war rasch Geschichte. Mutige Weißweinfans lassen sich gut gekühlte Tropfen servieren. „Schmeckt und wärmt gleich von innen“. Jeder Stand weckt Interesse.

Etwa der von Sabrina Rung aus Märkt. Eine Parade dekorativer Schneemänner und Bären zieht Blicke an. Es sei Esche, deren Reste kreativ verarbeitet wurden, sagt sie. Ebenso die Bäumchen, die aus Zweigen und mit Weihnachtsglitzer gefertigt wurden. Sogar Hufeisen seien wieder gefragt, weiß sie zu berichten. Im Innern des Nebengebäudes verströmen Bratäpfel den Duft des Winters, und in der Backstube formen kleine Hände ebenso kleine Küchlein. Eine Wirtschaft ist aufgebaut, das Publikum lässt sich mit dampfenden Bechern nieder. Nebendran versuchen sich Kinder in der alten Technik des Kerzenziehens.

Holzbrettchen werden verziert

Draufschlagen, und zwar mit Erlaubnis, darum geht’s an einem der Basteltische. Quadratische Holzbrettchen erhielten mit dem Hammer ein Herz oder eine Tanne aus Nägeln. Diese werden mit Wolle umwickelt, bis das Kunstobjekt fertig war. Ein anderer Tisch wird von einer Mama des Turn- und Sportvereins Ötlingen betreut. „Die Linda ist sehr engagiert“, erklärt sie, daher verstehe sich die Hilfe bei Großveranstaltungen von selbst. Gestecke mit einem Blumentopf, Zweigen und Deko anfertigen, lautet hier die Aufgabe.

Jede Menge Utensil steht parat, alles wollte für den Bastelparcours vorbereitet sein. Bereits in der ersten Stunde bildeten sich fast überall Warteschlangen. Heiß begehrt waren dampfender Raclette und knusprige Pommes. Bekannte Gesichter treffen, sich eine Stärkung gönnen und sich an der stimmungsvollen Dekoration erfreuen, war die Intension. Ein Eckchen für sich hatten zwei Damen aus Weil und Binzen. Ihr Stand spricht für viel Geschick: „Eine von uns strickt und die andere näht“, heißt es - und der kleine Sohn versucht sich als Geschäftsmann und sorgt für Erheiterung der Anwesenden.