Auf dem Schauinsland bei Freiburg gibt es ein neues Windrad – mit enormen Dimensionen.
Auf dem Schauinsland bei Freiburg geht in Kürze rund ein Jahr nach der spektakulären Sprengung einer veralteten Windkraftanlage im Zuge des sogenannten „Repowering“ ein neues Windrad mit beeindruckenden Ausmaßen ans Netz: Die Anlage mit ihrem Fundamentdurchmesser von 22 Meter ist 229 Meter hoch (Nabenhöhe: 160 Meter), hat 67,5 Meter lange Rotorblätter und liefert jährlich 9 Millionen Kilowattstunden Strom für rund 3000 Haushalte.
Damit ist das neue Windrad mehr als doppelt so leistungsfähig wie die beiden bisherigen Windräder am Schauinsland. 70 Meter höher ist sein Turm auch. Jährlich sollen damit rund 9000 Tonnen CO₂ eingespart werden, so die Betreibergesellschaft Regiowind in Freiburg.
Die Anlage sei derzeit eine der leistungsfähigsten im Schwarzwald, so das Unternehmen. Der Aufwand habe sich gelohnt, sagte Geschäftsführer Lukas Schuwald von der Freiburger Ökostrom-Gruppe, der die Regiowind zusammen mit dem Energieversorger Badenova seit über 20 Jahren gehört. Badenova-Vorstand Hans-Martin Hellebrand betonte die Bedeutung der Bürgerbeteiligung am Thema Energiewende: Knapp 500 Kommanditisten haben Anteile an der Anlage gezeichnet.
26 Monate zwischen Baugenehmigung und Inbetriebnahme
Zur Einweihung vergangene Woche kam neben Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) und Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit (Grüne) auch die mögliche kommende Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner, die unter anderem die vergleichsweise kurze Zeitspanne von 26 Monaten zwischen Baugenehmigung und Inbetriebnahme der Anlage als Beispiel für gelungenen Bürokratieabbau in Deutschland lobte. Bundestagsabgeordnete Chantal Kopf von den Grünen hob zudem hervor, dass die Stadt mithilfe der Anlage fünfstellige Gewerbesteuereinnahmen generieren werde.
Perspektivisch sollen rund um Freiburg weitere Anlagen in vergleichbarer Größe gebaut werden: Am Rosskopf sollen zwischen Freiburg und Glottertal (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) vier bestehende Räder durch zwei neue, größere ersetzt werden. Auch das ist ein „Repowering“-Projekt, bei dem bestehende Anlagen durch neue, leistungsfähigere ersetzt werden. Am Taubenkopf bei Freiburg werden demnächst zudem zwei ganz neue Windkraftanlagen der Regiowind ans Netz angeschlossen, die Strom für mehr als 5400 Haushalte produzieren sollen.