Ein Blick ins Turminnere, das mit einer gesicherten Leiter und einem kleinen Aufzug. Beim Informationstag wollten sich viele einen Einblick nicht entgehen lassen. Foto: Rainer Bombardi

Hunderte Neugierige kommen zum Tag der offenen Tür beim Windpark Länge bei Hüfingen. Solarcomplex informiert über den Stand des Projekts, das vor Jahren startete.

Der Bau von sechs Windrädern auf der Länge ist seit mehr als zwölf Jahren in der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden ein kontrovers diskutiertes Thema. Das war für Vorstand Bene Müller und sein Team der Solarcomplex-Betreibergesellschaft Grund genug, bei einem Tag der offenen Baustelle den Stand des Projekts zu präsentieren.

 

Der Erfolg gab ihm recht. Trotz schwieriger Anfahrt und eines mehrere hundert Meter langen Fußmarsches wurde der Tag der offenen Baustelle am Windpark Länge ein Volltreffer. Hunderte von Interessierten strömten zu der Veranstaltung, um ihren Informationshunger zu stillen. Der Betrieb auf der Fläche vor dem bereits errichteten und in den Himmel ragenden Turm des Windrades war enorm. Solarcomplex hatte mehrere Stände aufgebaut, an denen sich die Besucher allgemein über erneuerbare Energien informieren konnten.

Otto Maria Jandl (Zweiter von links) vom Solarcomplex-Team führt immer wieder Gruppen über die Windkraftfläche. Foto: Rainer Bombardi

Die Menschenschlange vor dem Turm des Windrads auf der Länge, um einen Blick ins Innere des Bauwerks zu ergattern, wollte nicht enden. Solarcomplex-Chef Bene Müller und seine Mitarbeiter Lothar Tiburski und Otto Maria Jandl informierten die Gäste nahezu pausenlos über Windkraftanlagen. Zur Bewirtung war der Donaueschinger Partyservice Fricker engagiert worden. An Stehtischen und auf Sitzgelegenheiten ging es beim Publikum im geselligen Beisammensein zumeist um die Notwendigkeit erneuerbarer Energien, insbesondere der Windenergie. Doch auch Bedenken gab es.

Inbetriebnahme für 2026 geplant

Vor Ort waren auch Oberbürgermeister Erik Pauly und Bürgermeister Severin Graf aus Donaueschingen. Sie repräsentierten den Gemeindeverwaltungsverband (GVV), der bereits im Jahr 2013 den Standort Länge in einem Teilflächennutzungsplan als Konzentrationszone für Windkraftanlagen ausgewiesen hatte. Wenn nun im Sommer 2026 die Inbetriebnahme der insgesamt sechs Windkraftanlagen erfolgt, sind seit der Genehmigung 13 Jahre vergangen. Eine Zeitspanne, die Bene Müller gerne nur mit „Gute Nacht“ kommentiert, falls sie das allgemeine Tempo der Energiewende vorgeben sollte. Müller verwies auch auf den großen Beitrag zur Stromversorgung, die der Windpark in der Region nach Inbetriebnahme vor allem in Wintermonaten beisteuert.

Der Turm der Windkraftanlage ragt gemeinsam mit Bäumen in den Himmel. Foto: Rainer Bombardi

Hinsichtlich der Resonanz auf den Tag der offenen Baustelle zog Müller als Fazit, dass er wohl das richtige Vorgehen gewählt habe, um die Bevölkerung vor Ort frühzeitig über den Stand des Projekts zu informieren. Unter den Gästen war auch Revierförster Andreas Wolf, der sich als Vertreter des Waldes sieht und jeglichen Eingriffen bis vor kurzem eher skeptisch gegenüberstand. „Klar ist jedoch, dass die Energie irgendwo herkommen muss, wenn wir es mit der Energiewende ernst meinen“, sprach er mit Blick auf den Bau der Windkraftanlagen im Verhältnis zu einem aus seiner Sicht relativ geringen Eingriff in den Wald zur Entnahme von Bäumen.

Relativ geringer Eingriff in die Natur

Endgültig überzeugt vom relativ geringen Flächenverbrauch zur Gewinnung von Windenergie war er nach einer Lehrfahrt in die Lausitz: „Wer dort sieht, wie aufgrund des Braunkohleabbaus Tausende von Hektar ganze Landschaften in 'Schutt und Asche' legten, kann nicht mehr lediglich aus optischen Gründen gegen die Windenergie sein“.