Das hat gedauert: 2015 gab es die ersten Gespräche in Sachen Windräder auf dem Kälbling. Nach mehr als zehn Jahren produzieren sie nun endlich Strom.
Am Donnerstag, 7. August, war es so weit: „Um 14.20 Uhr hat auch die zweite Anlage erfolgreich ihre erste Kilowattstunde Strom eingespeist. Damit haben wir nun beide Anlagen in Bad Wildbad mit einer Gesamtleistung von 11,2 Megawatt in Betrieb genommen.“ Das konnte Miriam Teige, Pressesprecherin bei der EnBW und zuständig für erneuerbare Energien, jetzt verkünden. Der Windpark auf dem Kälbling ist somit auch offiziell in Betrieb.
Die erste Kilowattstunde des Windparks überhaupt sei am Freitag, 25. Juli, in der ersten Windenergieanlage eingespeist worden. „Dann fehlte aber noch der sogenannte Netzsicherheits-Managementtest, damit sich das Windrad dann zuverlässig dauerhaft drehen konnte“, erläutert Teige weiter. Momentan sei nicht viel Wind, sondern eher Sonne, daher sei über den Ertrag noch nichts zu sagen, so die Pressesprecherin. In ein paar Monaten könne sie dann aber „gewiss ein paar Zahlen nennen“.
Lange Geschichte
Damit nimmt eine beinahe unendliche Geschichte dann doch noch ein – für die meisten jedenfalls – glückliches Ende. Zur Erinnerung: Bereits 2015 gab es erste Gespräche zwischen der EnBW und dem damaligen Bürgermeister Klaus Mack. Am 16. August 2016 wurde der Pacht- und Gestattungsvertrag geschlossen. Seither gab es vor allem Planungen. Und Umplanungen.
2019 wurde dann der erste Antrag eingereicht – kurz danach hat der Hersteller der damals geplanten drei Windkraftanlagen Insolvenz angemeldet. Es folgte die Umplanung auf zwei größere Anlagen der Firma Vestas, die zudem insgesamt mehr Strom produzieren. Die EnBW plant dabei mit 23 500 Megawattstunden pro Jahr. Dies entspricht etwa der Zahl von 5600 Haushalten. Die Anlagen haben eine Nabenhöhe von 166 Metern, die Gesamthöhe bis zur Rotorblattspitze beträgt 247 Meter.
Positiver Nebeneffekt: Anstatt ursprünglich geplanten drei Hektar an städtischen Flächen wurden nur etwa 2,2 Hektar benötigt.
Hohe Hürden
Am 21. Juni 2023 war es dann so weit und der Windpark auf dem Kälbling war endgültig genehmigt. „Die bürokratischen Hürden waren extrem hoch“, sagte der Calwer Landrat Helmut Riegger bei dem damaligen Pressetermin im Landratsamt.
Über den langen Zeitraum sind die Kosten für den Windpark dann auch deutlich gestiegen. Statt der ursprünglich geplanten rund fünf Millionen Euro pro Anlage rechnete EnBW-Projektleiter Matthias Trenkel bei diesem Pressetermin nun mit Gesamtkosten inklusive aller Baukosten von neun bis zehn Millionen pro Windkraftanlage, also mit Gesamtkosten von etwa 20 Millionen Euro. In der Regel, so Trenkel weiter, amortisierten sich solche Anlagen in zwölf bis 16 Jahren. Da man durch die lange Windmessung auf dem Kälbling sehr gute Daten habe, rechnete er mit einer Amortisation „relativ weit unten in diesem Bereich“.
Von der Genehmigung bis zur Inbetriebnahme dauerte es dann noch einmal mehr als zwei Jahre. Höhepunkt während der langen Bauphase waren dabei sicherlich die spektakulären Transporte der Rotorblätter von Neuenbürg über Höfen und Calmbach bis zum Kälbling.