In Beffendorf ist über die Verpachtung kommunaler Flächen im Wald Wisoch diskutiert worden (Symbol-Foto). Foto: Peter – stock.adobe.com

Mit einem Bürgerentscheid hofft „Oberndorf gegen Windindustrie“, zwei Anlagen im Beffendorfer Teil des „Wisoch“ und damit den gesamten interkommunalen Windpark zu verhindern.

„Ich finde die Natur um Beffendorf schön und wünsche mir, dass das so bleibt“, erklärt Cordula Glatthaar.

 

Deswegen hat sie mit anderen Mitstreitern die Bürgerinitiative „Oberndorf gegen Windindustrie“ gegründet.

Die Sorge: Die zwei geplanten Windkraftanlagen im „Wisoch“-Wald auf Oberndorfer Gemarkung, die laut Aussage der Initiatoren einschließlich der Rotorspitzen höher als der Rottweiler Testturm sein würden.

Rund 1000 Unterschriften nötig

Windpark soll verhindert werden Deshalb strebt das Bündnis einen Bürgerentscheid mit der Fragestellung „Soll die Verpachtung kommunaler Waldflächen der Gemeinde Oberndorf an Windanlagenbetreiber, -investoren auf dem Gebiet Wisoch unterbleiben?“ an.

Um das zu ermöglichen, braucht es jedoch zuerst ein gleichlautendes Bürgerbegehren, das von sieben Prozent der Oberndorfer Wahlbrechtigten unterzeichnet wird. „Für die Gemeinde Oberndorf sind das etwa 1000 Personen“, umreißt Glatthaar die Größenordnung.

Demokratie – oder nicht?

Die Eintragungsfrist dafür laufe vom 1. Juni bis zum 30. Juli. „Wir wollen den Bau von Windkraftanlagen verhindern“, positioniert sie sich. Denn schließlich sollten die Leute vor Ort, die betroffen seien, darüber entscheiden.

„Entweder wir wollen eine Demokratie – dann müssen wir einen Bürgerentscheid ernst nehmen – oder nicht“, wirbt sie für diese Form der Bürgerbeteiligung.

Windpark infrage stellen

Sollen im Wald auf Oberndorfer Seite zwei Windkraftanlagen entstehen, seien auf Fluorn-Winzelner Fläche drei Bauten geplant. Die Hoffnung der Initiative: Wenn die kommunalen Flächen nicht zur Verfügung stehen, werde das ganze Projekt Windpark Wisoch mit den drei verbliebenen Anlagen für den Investor Badenova, eine kommunale Gesellschaft mit Sitz in Freiburg, finanziell unattraktiv.

„Ich sehe Chancen, dass bei einer Ablehnung der Kommune der ganze Windpark nicht realisiert wird“, erklärt Matthias Schneider, ein weiterer Mitbegründer der Bürgerinitiative. Denn dass die Windkraftanlagen auf den Flächen privater Waldbesitzer errichtet werden können, halte man wegen der Kleinteiligkeit der Flurstücke sowie des seites von Ortschafts- und Gemeinderat geforderten 1000-Meter-Abstands für unwahrscheinlich.

Emissionen bei Stahlproduktion

Deutschlandweit fehle es momentan noch an ausreichenden Speichermöglichkeiten, damit die Windenergie bei Bedarf ins Stromnetz eingespeist werden könne.

Doch könne man bei Windkraft überhaupt von „grüner Energie“ sprechen? Glatthaar mahnt an, dass sowohl bei der Herstellung der benötigten Betonfundamente wie auch des Baustahls CO₂ erzeugt werde.

Windrad-Wartung kostet Geld

Zusätzlich fielen Emissionen aufgrund der Transportwege an, da zahlreiche Hersteller von Windkraftanlagen im Ausland angesiedelt seien. Und sie wirft schließlich die Frage auf, ob die Bundesrepublik global gesehen in Sachen CO₂ als Vorbild gelten müsse, wenn andere Staaten, wie etwa China, ein Vielfaches an CO₂ verursachten.

Ebenso fielen durch die regelmäßige Wartung der Anlagen Kosten an. Dabei weise Windkraft nur einen Wirkungsgrad von bis zu 45 Prozent auf. „Bei Uran ist die Energiedichte am höchsten“, erklärt sie auf Nachfrage.

Andere Formen der Energiegewinnung, beispielsweise mittels Wasserstoff, steckten hingegen noch im Entwicklungsstadium und seien darüber hinaus sehr energieintensiv.