Drei neue Windräder in Dürrenmettstetten sollen ab 2029 den Strombedarf von rund 13.500 Haushalten liefern können. Die Info-Veranstaltung sorgt für eine volle Gemeindehalle.
„Für uns war von Anfang an klar: Wir nehmen das Windvorranggebiet“, erklärt Markus Kirchberger, einer der beiden Projektleiter von Expec Green Energy, in der Gemeindehalle in Dürrenmettstetten.
Um was geht es? Das im bayerischen Regensburg ansässige Unternehmen, das in der ganzen Bundesrepublik für Wind- und Solarparks, Ladeinfrastruktur und Mieterstrom sorgt, hat zum 1. August 2025 zwei Windkraftanlagen bei Dürrenmettstetten übernommen.
Ein vollständiger Rückbau
Der bisherige Betreiber hört altersbedingt auf und hatte keine Nachfolge für seine Firma gefunden, weswegen sie in den Besitz von Expec überging – und damit auch die beiden Vestas V44 aus dem Jahr 1997. Doch da auch die in die Jahre gekommen sind, steht ein Repowering an: also der Austausch durch moderne, leistungsstärkere Modelle.
„Das bedeutet den vollständigen Abbau – auch des Fundaments – der alten Anlagen“, betont Kirchberger. Dabei müssten die neuen Windräder vom Typ Enercon E 175 EP5 in allem besser sein: In der Leistung, aber auch bei der Reduzierung von Schallemissionen.
Gutachten schon in Auftrag
Die Gesamtleistung der drei Anlagen soll 21 Megawatt betragen, die Nabenhöhe liegt bei 162 Metern, der Rotordurchmesser bei 175 Metern. So könne Strom für rund 13.500 Haushalte geschaffen werden, und das über 25 bis 30 Jahre hinweg.
Und warum sollen die Anlagen genau im vom Regionalverband ausgewiesenen Vorranggebiet stehen? „Wir können dort einfach schneller planen“, erklärt er. Aktuell seien etwa die Gutachten zu Lärmschutz, Schattenwurf oder Umweltverträglichkeit in Auftrag gegeben worden – für Kosten in Höhe von 350.000 Euro.
Gespräche zu Pachtverträgen
Auf welchem Flurstück auf den Meter genau die künftigen Anlagen stehen könnten, steht noch nicht fest. „Es gibt noch keinen unterzeichneten Pachtvertrag mit den Flächeneigentümern“, geht Kirchberger auf den Grund ein. Aus der Zuhörerschaft wird deshalb der Vorwurf laut, das Unternehmen wolle den Bürgern das genaue Layout des Windparks vorenthalten.
Und wie geht es jetzt weiter? Sind die Pachtverträge für die Flächen abgeschlossen, werde man die genaue Anlagenanzahl in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Rottweil festlegen.
Windkraft ab 2029
„Wir planen mit drei Anlagen“, skizziert Sirag Kartun, ebenfalls beteiligter Projektleiter, den aktuellen Sachstand. Zwar seien vier Anlagen maximal möglich, doch wolle man sich eben auf die besagten drei beschränken. „Umwelt-Einflüsse können dafür sorgen, dass sich nur zwei Anlagen realisieren lassen“, kommt er auf bestehende Unabwägbarkeiten zu sprechen.
Im Oktober soll dann die Genehmigung eingereicht werden. „Der Prozess kann ein halbes Jahr dauern“, macht Kartun die Zeitspanne deutlich. Der Baubeginn könne Ende 2028 starten, so dass die Windkraftanlagen 2029 in Betrieb gehen könnten.
Bürgerbeteiligung gern gesehen
„Damit wollen wir die lokale Wertschöpfung voranbringen“, betont er. Beim Tiefbau sollen Unternehmen vor Ort eingebunden werden, das Baugrundgutachten erfolge durch Baugrund Süd mit Sitz im Landkreis Ravensburg. „Die kennen sich hier aus“, bezieht er sich auf deren Baden-Württemberg-Expertise.
Darüber hinaus können sich die Bürger, die 3-Täler-Bürgerenergie-Genossenschaft sowie die Kommune an dem Windpark finanziell beteiligen. Mit der dezentral aufgestellten grünen Energie trage man auch zur Energiesicherheit der Stadt Sulz bei.
Das Ziel: 1000 Meter Abstand
„Wenn nach der gutachterlichen Situation feststeht, wo die Anlagen stehen, werden wir Sie informieren“, versichert Tobias Baierl, Geschäftsführer von Expec Green Energy.
Dabei soll die Entfernung zu ausgewiesener Wohnbebauung 1000 Meter betragen – weit mehr als die vom Land vorgegebenen 700 Meter Abstand.