Zur Diskussion um die geplanten Windräder im Feurenmoos meint unser Leser Christoph Meyer-Sander aus Eschbronn:
Vorteile überwiegen
Eine Landschaft, welche frei von Baumaßnahmen ist, ist natürlich am schönsten. Fast jeder Eingriff, ob Straßen, Baugebiete, Stromtrassen, Windräder haben einen negativen Einfluss auf Ästhetik, Klima, Grundwasser oder Flora und Fauna.
Deshalb gilt als höchstes Gebot, behutsam und schonend mit der Natur umzugehen und die Menschen zu schützen.
Bei jeder Entscheidung muss abgewogen werden. Die Frage einer möglich negativen Wirkung auf umliegende Bürger ist sehr wichtig, kann allerdings nicht das einzige Kriterium für eine Entscheidung für den Bau von fünf Windrädern im Feurenmoos sein.
Potenzielle Standorte werden aufgrund wissenschaftlicher Analysen festgelegt. Dazu gehört auch das Feurenmoos. Geht man hier bei Planung und Bau behutsam vor, so überwiegen bei der Abwägung von Nutzen und Schaden die Vorteile.
Eigene Stromquellen
Welche Alternativen haben wir? Wollen wir zur Atomkraft zurück? Wollen wir Endlagerungsstätten in unmittelbarer Umgebung. Diese werden auch bei Kleinkraftwerken nötig. Wollen wir uns vollständig von Windparks in Deutschlands Norden abhängig machen? Gerade im Industrieland Baden-Württemberg benötigen wir auch eigene Stromenergiequellen. Wie können wir auf Elektroautos umsteigen, ohne genug Strom zu haben?
In der Tat stehen wir vor einem Dilemma. So sind bei jedem Eingriff Ausgleichsmaßnahmen nötig. Dazu gehört auch das Beispiel beim Gründlesee. Ausgleichsmaßnahmen können die Nachteile von Eingriffen in die Natur nicht ausgleichen, aber sie relativieren wenigstens deren Folgen.
Mangel an Alternativen
Der Gemeinderat in Eschbronn, deren Mitglied ich war, hat sich die Entscheidung keine Einwände gegen die Windräder zu erheben, nicht leicht gemacht. Experten wurden dazu eingeladen. Einen wirtschaftlichen Nutzen hat die Gemeinde auch nicht. Die allermeisten Flächen sind nicht im Eigentum der Gemeinde. Damalige Vorschläge, eine Bürgerbeteiligung anzustreben, sollten dringend weiterverfolgt werden. Einstimmig war die Abstimmung damals übrigens nicht.
Ich unterstütze die geplanten Windräder, aus Mangel an wirklichen Alternativen. Sich zu wehren, nur weil diese in unserer Nachbarschaft geplant sind, ist nicht ausreichend.
Christoph Meyer-Sander, EschbronnSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.