Der geplante Windpark im Staatswald in Sulz mit drei von fünf Windenergieanlagen beschäftigt die Bevölkerung. Hölzerne Mahnmale machen auf drei mutmaßlichen Standorte aufmerksam.
Für viele Einwohner aus Sigmarswangen ist die Wanderung zur zur Ruine Albeck vertraut. Zum am Karfreitag – da gehört es sich, diesen Weg zu gehen. Dieser Brauch geht auf historische Begebenheiten zurück, wird aber auch von der Jugend fortgeführt.
Ebenso nutzen auswärtige Wanderer und Radfahrer nicht nur an den Feiertagen und in den Ferien die ausgeschilderten Rad- und Wanderwege wie Neckarweg, Jakobsweg und Hohenzollernweg. Gepaart mit dem schönen Wetter standen die Chancen also gut, dass dieses Jahr die entlang der „Stumpenstraße“ aufgestellten Schilder mit Hinweisen auf „Windrad 1, 2 und 3“ von vielen Wanderern und Spaziergängern wahrgenommen würden. Einem Wanderer zufolge seien die kleinen Mahnmale am Gründonnerstag im Stumpenwald und Eichwald aufgetaucht.
Der unterste Wegweiser mit Blüten und Schmetterling, zeigt auf Kieselsteine am Fuß des Pfostens mit der Bitte, „Stumpenwald – eure Gedanken auf einem Stein“ zu notieren. Stifte baumeln an Schnüren vom Schild herunter. Ob die Aufschriften von den Urhebern stammen oder tatsächlich von Passanten hinzugefügt wurden, lässt sich nicht sagen. Beim mutmaßlichen dritten Standort steht neben dem Windradtyp der Vermerk „Wald – Wir alle leben davon.“
Die Bürgerinitiative „NaturAktiv Sigmarswangen“ hegte auch nach der Infoveranstaltung vom 12. März im Sulzer Backsteinbau große Bedenken. Sie sieht „mehrere Schutzgüter massiv beeinträchtigt“ und fordert „Keine Windindustrie in unserem Staatswald!“, einen Windkraftausbau mit Augenmaß und „vorrangig auf Nichtwaldflächen.“
Die Vermutung, ein oder mehrere Mitglieder könnten hinter der anonymen Schilderaktion stecken, bestätigt die Bürgerinitiative auf Rückfrage nicht. Eine zeitnah herausgegebene Pressemitteilung befasst sich mit der angeblichen Verschlechterung der finanziellen Situation bei den Windkraftprojektierern Sowitec und Abo Energy.
Pläne für den Windpark
Sowitec kündigt das Projekt mit einer Gesamtkapazität von 35 Megawatt an wie folgt: „Baubeginn in 2028. Im Windpark Sulz am Neckar im Landkreis Rottweil liefern zukünftig fünf moderne Windenergieanlagen (WEA) des Typs Nordex N175-6.8MW klimafreundlichen Ökostrom für über 24.000 private Vier-Personen-Haushalte. Das ist mehr als der Bedarf der umliegenden Gemeinden Dornhan, Vöhringen, Oberndorf am Neckar, Rosenfeld, Haigerloch, Empfingen und Schopfloch zusammen. Der Windpark leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Energiewende in Baden-Württemberg – mit Windkraftstrom aus der Region und für die Region.“
Der Zeitplan
Gemäß Projektzeitplan auf der Sowitec-Internetseite werde die Inbetriebnahme für 2029 angestrebt. Seit Oktober 2025 werden Tier- und Pflanzenvorkommen untersucht für die Erstellung naturschutzfachlicher Gutachten. Weitere Gutachten, Messungen und Berechnungen sind zu Schall, Schatten, Turbulenz, Radar und Richtfunk notwendig.
Noch für 2026 seien die Einreichung des Genehmigungsantrags beim Landratsamt geplant und voraussichtlich der Erhalt der Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz zu erwarten.
2027 ist der Finanzierung und Ausschreibung gewidmet. In der Bauphase 2028/2029 geht es um die Rodung, Zuwegung und Kabelverlegung sowie die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen.