Unter anderem der Wilde Michel in Linach ist durchsucht worden. Die Betreiber waschen ihre Hände in Unschuld – die Ermittlungen laufen aber weiterhin. Foto: Marc Eich

Für viel Aufsehen hatten Durchsuchungen beim Wilden Michel in Linach und gleichzeitig im Omega in Donaueschingen gesorgt. Die Staatsanwaltschaft äußert sich nun zu den Ermittlungen.

„Die haben gemerkt, dass sie bei mir an der falschen Adresse sind.“ Das hatte Urs Fischbach unserer Redaktion nach einer gemeinsamen Durchsuchungsaktion von Polizei, Staatsanwaltschaft und Zoll mitgeteilt.

 

Fischbach ist Geschäftsführer des Wilden Michel in Furtwangen-Linach und zugleich Mitbetreiber des Omega in Donaueschingen – genau diese beiden Betriebe waren im August von zahlreichen Beamten durchsucht worden, auch mit Unterstützung spezialisierter Kräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit.

Doch waren die Ermittler tatsächlich an der „falschen Adresse“, wie der Geschäftsführer erzählt? Der 39-Jährige hatte zunächst zugegeben, dass die Polizei Rauschgift bei ihm beschlagnahmt hatte. Fischbach betonte, es habe sich um Eigenbedarf gehandelt – in einem Video nach der Durchsuchung hatte er deshalb Freunde und Unterstützer des Campingplatzes mit Eventlocation und Restaurant um Spenden für den ein oder anderen Joint gebeten.

Kurzum: Der Geschäftsführer sah sich zu Unrecht beschuldigt und gab sich in den darauffolgenden Statements sicher, dass man ihm nichts vorwerfen könne. Vielmehr sah er sich Verleumdungen von ehemaligen Mitarbeitern ausgesetzt. Die Polizei hätte den Hinweisen natürlich nachgehen müssen, aus seiner Sicht sah er jedoch keine strafbaren Handlungen.

Ermittlungsverfahren läuft noch

Seitens des Polizeipräsidiums Konstanz betonte man gleichzeitig: Der Durchsuchung waren umfangreiche Ermittlungen über viele Wochen vorausgegangen. Infolgedessen ergab sich offenbar Anlass genug, eine Durchsuchung anzustreben. Demnach dürften auch genügend Gründe für einen entsprechenden richterlichen Beschluss vorgelegen haben.

Zwei Monate nach den Durchsuchungen ist klar: Die Ermittlungen sind keinesfalls eingestellt worden. Bei der Staatsanwaltschaft Konstanz bestätigt Johannes-Georg Roth als Leitender Oberstaatsanwalt, dass dort ein entsprechendes Ermittlungsverfahren geführt wird.

Wurde mit Rauschgift gehandelt?

Der Vorwurf: Handeltreiben mit Betäubungsmitteln sowie Besitz von Betäubungsmitteln. Seinen Angaben zufolge wird gegen insgesamt fünf Beschuldigte ermittelt. Bislang hatte die Polizei von drei Beschuldigten gesprochen, die während der Maßnahmen vorläufig festgenommen wurden. Ob sich die Zahl der Beschuldigten im Rahmen der Ermittlungen erhöht hat, ist bislang unklar.

Roth betont gleichzeitig: Aufgrund des frühen Verfahrensstadiums gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Weitere Details könne er bislang aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht nennen. Ob die Polizei also wirklich an der falschen Adresse war, wird sich demnach noch herausstellen.