Ganz das Prinzessinnen-Schwesternpaar: Greta (links) als Elsa und Adriana als Anna Foto: Wiebke Jansen

Greta aus Wildberg spielt die junge Elsa im Musical „Die Eiskönigin“ in Stuttgart. Sie und ihre Partnerin Adriana alias „Anna“ erzählen, was ihnen an ihren Rollen besonders gefällt.

Die Zuschauer des Stage Apollo Theaters in Stuttgart haben ihre Plätze eingenommen. Das Licht ist gelöscht. Dann geht der Vorhang auf und gibt den Blick auf die Bühne frei. Zwei Prinzessinnenbetten, im Hintergrund ein hohes Fenster, das einen Blick auf die weitläufige Landschaft freigibt. Und mittendrin zwei Kinder. Eines mit kastanienbraunen Haaren und einem grasgrünen Kleid, das andere mit einem geflochtenen, wasserstoffblondem Zopf und einem himmelblauem Kleid: eindeutig Anna und Elsa aus „Die Eiskönigin.“ Dann geht es los: Die Klänge von „Willst du einen Schneemann bauen?“ eröffnen das Stück – live gesungen von den beiden Mädchen.

 

Wer dort die berühmt-beliebten Disney-Prinzessinnen verkörpert, sind die achtjährige Greta aus Effringen als „Elsa“ und die neunjährige Adriana aus Weissach als „Anna“. Vor der Show treffen wir sie im „Prinzessinnenzimmer“ zum Interview. Und dort bemerkt man schon: Die beiden haben eine Menge zu erzählen.

Die beiden Mädchen sind seit etwa einem halben Jahr ein Team: Wann sie das erste Mal auf der großen Stuttgarter Bühne standen, wissen beide ganz genau: „28. Mai“, antworten beide zeitgleich. Im Normalfall spielen sie immer gemeinsam das Schwesternpaar.

Ein tolles Team und Filmfans: Greta (links) und Adriana Foto: Wiebke Jansen

Das Stage Apollo Theater ist wesentlich größer als städtische Festhallen oder Schulaulen. Wie ist es mit dem Lampenfieber? „Bei der Premiere war ich sehr aufgeregt“, erzählt Greta. „Die Aufregung wird nie weg sein“, sind sich die beiden einig. Und wenn einmal etwas schiefläuft? Dann ist das so. „Man kann nicht hexen – Wenn eine Show mal nicht so gut läuft, dann läuft sie halt nicht so gut“, sagt Greta.

Auftritt vor etwa 1800 Musical-Zuschauern

Aber wenn sie dann auf der Bühne stehen, ist die Aufregung vergessen. Denn von den 1800 Plätzen im Apollo Stage Theater sieht man von der Bühne aus nur die erste Reihe. Und dann sind beide in ihrer Rolle: Als Anna und Elsa, die im Kinderzimmer gemeinsam Unfug – auch mit Magie – treiben.

Olafs Prototyp wird schon mal probeweise zusammengesetzt. Foto: Wiebke Jansen

Wie kommt man dahin? Adriana erzählt: „Ich tanze aus Leidenschaft Ballett.“ Als sie dann einen Flyer entdeckte, auf dem Kinderdarsteller gesucht wurden, war ihr klar: Da muss sie angemeldet werden. Jetzt spielt sie die quirlige Anna und einen kleinen Troll. „Bei der Anna gefällt es mir, frech zu sein – ich liebe es frech zu sein“, erzählt sie, die Begeisterung ist ihr anzusehen. „Ich lass alles raus, was ich empfinde, dass ich strahle, ich strahle einfach alles raus.“

Auch Greta liebt ihr Rolle: „Ich find es toll, mal in eine andere Rolle einzusteigen, da hab ich dann ein anderes Gefühl als im Alltag. Manchmal will man ja auch was anderes rauslassen“, erzählt sie.

Greta sah Musical zum ersten Mal in Hamburg

Greta hatte vorher schon im Chor gesungen. „Das hat mir richtig Spaß gemacht“, erzählt sie. Dann kam der Besuch in Hamburg: Damals spielte „Die Eiskönigin“ noch in der Hansestadt im hohen Norden und war kurz vor dem Umzug in den Süden. Da wurden Kinderdarsteller für Stuttgart gesucht und Gretas Mutter hatte die Idee: Das könnte doch etwas für ihre Tochter sein.

Bevor es auf die Bühne geht, wird noch einmal geprobt. Foto: Wiebke Jansen

Versteht sich von selbst, dass beide große Fans der Disney-Filme sind – und seiner Botschaft. „Es geht um die Schwesterliebe“, betonen beide. Schwesterlich geht es auch bei den beiden zu: „Man hat dann auch die Partnerin ins Herz geschlossen und das ist eine tolle Sache“, sagt Greta.

Probe, Schneemannbau und Soundcheck

Bevor es losgeht, ist allerdings einiges zu tun. Die Szenen werden noch einmal geprobt, mit Choreographie und den Gesangsparts. Auf der Bühne nachher muss es sitzen. Mikrofone müssen angebracht werden, auch der Schneemann, den sie später auf der Bühne bauen, wird probeweise zusammengesetzt.

Und natürlich müssen auch optisch aus Adriana und Greta Anna und Elsa werden. Dafür geht es auch in die Maske. Die Haare werden hochgebunden, die Echthaar-Perücke befestigt. Übrigens auch bei Kindern, die die richtige Haarfarbe haben. Dann wird noch geschminkt: Elsas tiefrote Lippen und Annas fröhlich-rote Wangen.

Ein bis zweimal pro Monat auf der Stuttgarter Bühne

Die Haare sitzen schon: Greta wird in der Maske zu Elsa geschminkt. Foto: Wiebke Jansen

Und dann geht es los. Die erste Zeit des Stückes gehört den beiden, bevor sie an die erwachsenen Darsteller ihre Rollen abgeben. Ein bis zweimal im Monat stehen die beiden auf der Bühne, für Kinder gelten strenge Grenzen, wie viel sie auftreten dürfen. „Man freut sich dann darauf, wenn der Tag kommt“, sagt Greta.