Begeisterung und Einsatz prägen das U7-Training in Schwenningen. Trainer Kevin Richter hebt dabei die Bedeutung des Nachwuchses und des familiären Umfelds hervor.
Am Montagnachmittag füllt sich langsam der Parkplatz der Helios Arena in Villingen-Schwenningen. Eltern bringen ihre Kinder zum Training der Laufschule der Wild Wings Future.
Voller Vorfreude stürmen die jungen Spieler in die Kabine, manche noch mit ein wenig Hilfe der Eltern, bis sie bereit für das Eis sind.Während sich der Nachwuchs vorbereitet, stimmen sich Trainer Kevin Richter und sein Team auf dem Eis auf die Einheit ein.
Richter, der die U7 betreut, betont die Bedeutung des Nachwuchses: „Wir investieren generell sehr viel in den Nachwuchs und besonders in die Laufschule. Unsere Erfahrung zeigt: Je erfolgreicher die Profis sportlich sind, desto mehr Anmeldungen erhalten wir in den letzten Jahren.“
Sprachliche Barrieren sind kein Problem
Trainer Kevin Richter öffnet die Tür – und die knapp 30 Kinder stürmen lautstark auf das Eis, rennen kreuz und quer. Stürze bleiben da nicht aus. Anschließend versammelt Richter die Nachwuchsspieler und erklärt das Programm für die Einheit. „In dem Alter kann man noch nicht viel Taktik trainieren. Das Allerwichtigste ist, dass die Kinder immer in Bewegung bleiben. Wir verpacken die Übungen in Spielformen – Fußball auf dem Eis, Hockball oder Eishockey – damit sie spielerisch lernen, viel zu laufen, zu fallen und dann wieder aufzustehen“, so Richter.
Einige Kinder greifen zu den Hilfsrobben, andere benötigen kleine Pausen bei ihren Eltern. „Völlig normal in diesem Alter“, wie Richter betont. Die Eltern, dick eingepackt gegen die Kälte in der Arena, beobachten das Geschehen aufmerksam. „Eltern wollen oft zu viel eingreifen, dabei sollten sie die Kinder vor allem unterstützen und den Trainern den Job machen lassen. Ohne die Eltern – ob beim Ehrenamt oder beim Anziehen der Kinder – würde aber nichts laufen. Sie sind enorm wichtig“, erklärt der Cheftrainer der U17.
Während des Trainings ist immer wieder Englisch zu hören, von Eltern oder Kindern. Das bereitet Richter jedoch keine Sorgen: „Wir trainieren grundsätzlich auf Deutsch. Egal ob Englisch oder Russisch – wir finden immer eine Lösung, sei es durch Trainer, U20-Spieler oder Eltern. So lernen die Kinder spielerisch die Sprache.“
Drei Profis sind beim U7-Training dabei
Insgesamt herrscht beim Training eine lockere und fröhliche Stimmung.
Wie fast immer besuchen Profis der Wild Wings die Einheit: Dominik Bittner, Kapitän Thomas Larkin und Will Weber sind gemeinsam mit ihren Kindern auf dem Eis. „Allein ihre Anwesenheit wirkt – die Profis sind Vorbilder für die Kinder, auch wenn sie nicht viel reden. Ihre Aura und ihr Auftreten bringen den Kids schon viel“, erklärt Richter.
Besonders Kapitän Larkin wirkt entspannt. Man kann deutlich den Spaß bei ihm und seinen Kindern spüren – selbst bei einfachen Laufübungen hin und her über das Eis.
„Unsere Stärke ist das familiäre Umfeld“
Das Zusammenspiel von Profis und U7-Kindern unterstreicht das Leitbild der Wild Wings. „Unsere Stärke ist das familiäre Umfeld: Jeder kennt jeden, die Kinder fühlen sich eingebunden und können auch mal Leistungsträger sein – das macht uns überschaubar und persönlich“, so Richter.
Gleichzeitig blickt der Coach optimistisch in die Zukunft des deutschen Eishockeys: „Ich sehe einen klaren Aufwärtstrend. Der Deutsche Eishockey-Bund investiert stark, die Vereine profitieren von Konzepten wie dem Fünf-Sterne-System – und durch den Erfolg der Profis konnten wir gerade in der U9 viele Kinder gewinnen.“
Trainer Kevin Richter zieht einen Vergleich mit den großen Ausbildungsstandorten im deutschen Eishockey und macht deutlich, wo die Herausforderungen für Schwenningen liegen: „Einige Spieler gehen, weil Städte wie Köln oder Mannheim mehr Geld haben und beispielsweise kostenloses Equipment anbieten können. Jedoch kommen auch viele Spieler extern zu uns, weil wir mit unserem familiären Umfeld punkten und so auch für viele attraktiv sind. Ich denke, dass wir gar nicht so schlecht da stehen und alles etwas zu negativ gesehen wird.“