Lörrach hat eine bunte, wachsende Stadtgesellschaft. Foto: Meller

Lörrach wächst und wächst. Das birgt Herausforderungen. Wir haben uns in die Statistik gewühlt. Und interessante Zahlen gefunden.

Wer vor 30 Jahren Lörrach verließ und nun wiederkommt, dürfte die Lerchenstadt kaum wiedererkennen. Architektonisch, kulturell, aber auch von der gesellschaftlichen Zusammensetzung her hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel verändert.

 

Größer als Basel

Die große Kreisstadt hat mit Stand Dezember 2024 51 349 Einwohner. Sie erstreckt sich über eine Fläche von fast 40 Quadratkilometern, eine Größe, die einen immer wieder erstaunt, wenn man von der Autobahn nachts auf die Stadt mit ihren weithin blinkenden Lichtern schaut. Nebenbei: Der große Nachbar Basel umfasst lediglich eine Größe von knapp 24 Quadratkilometern.

Wie groß der Bevölkerungszuwachs ist, lässt sich anhand von Vergleichszahlen ablesen: So waren es 1975 mit der Eingemeindung der Ortsteile gut 44 000 Einwohner. Die Jahre darauf sank die Einwohnerzahl indes. Erst Anfang der 90er Jahre war die alte Bevölkerungszahl erreicht – und stieg stetig an. 2015 wurde die 49 000 geknackt. Im Jahr 2023 schließlich die entscheidende 50 000er Marke mit genau 50 670 Menschen, darunter rund 1200 mehr Frauen als Männer, wie der Statistik zu entnehmen ist.

Wenig Jugendliche

Lörrach ist somit eine wachsende Mittelstadt mit stabiler Bevölkerungsentwicklung, urteilt die Stadtspitze. In der Verteilung der Altersgruppen liegen die 40 bis 65-Jährigen mit 34 Prozent vorne, gefolgt von fast gleich stark den über 65-Jährigen sowie den 25- bis 40-Jährigen mit jeweils rund 20 Prozent. Jugendliche und junge Erwachsene machen den geringsten Bevölkerungsanteil aus. Kinder bis zum Alter von 15 Jahren hingegen stellen mit fast 15 Prozent einen relativ hohen Anteil.

In Lörrach hat sich auch baulich in den vergangenen Jahrzehnten viel verändert. Foto: Gabriele Hauger

22,5 Prozent der Lörracher – das sind 11 555 Männer und Frauen – sind ausländische Mitbürger. Im Jahr 2006 waren es knapp 14 Prozent. 434 Kinder erblickten 2024 in Lörrach das Licht der Welt: 224 Jungen und 210 Mädchen. Indes sind mehr Menschen gestorben als geboren: 514. Geburts- und Sterberate liegen ähnlich wie im Land Baden-Württemberg.

Wer alleinstehend ist

Die Lörracher leben in ganz unterschiedlichen Konstellationen. So gibt es 3160 Personenverbände mit einem Kind, darunter 1631 Alleinstehende; 2536 Personenverbände haben zwei Kinder. Fünf Kinder und mehr haben nur 41, fast die Hälfte davon ist alleinstehend. Unter den Alleinstehenden haben die meisten nur ein Kind, 936 davon sind ledig, 32 verwitwet, 452 geschieden und 211 verheiratet.

Die Nationalitäten

Spannend ist stets die statistische Übersicht, aus welchen Nationen sich die Lörracher Bevölkerung zusammensetzt. 11999 Menschen haben laut Statistik von Mitte des Jahres 2024 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Zu den Spitzenreitern in puncto Nationalität zählen mit 2182 Menschen die Italiener, aus der Türkei stammen 864 Lörracher. Eine der größten Gruppen kommt aus der Ukraine (1181), gefolgt von Menschen aus dem Kosovo (964), Rumänien (454), Syrien (440), Kroatien (309), Mazedonien (345), Indien (319), Albanien (238), Afghanistan (237) oder Serbien (232). 163 Franzosen sind in Lörrach beheimatet und 399 Schweizer sowie 140 Spanier.

Drei Finnen und ein Este

Eher „exotisch“ in Lörrach sind Menschen aus Malta, Island und Zypern mit jeweils einem Vertreter(in). Aus Estland stammen immerhin zwei und aus Finnland drei Bürger, ebenso wie aus Kenia und Kuba.

Was die Lörracher glauben

In Lörrach sind 19 Prozent evangelisch, 18 Prozent katholisch und 62 Prozent haben keine (28 790 Menschen) oder eine andere Konfession. 270 gehören der russisch-orthodoxen Kirche an, 106 der israelitischen Religionsgemeinschaft, 312 der griechisch-orthodoxen 195 der rumänisch-orthodoxen und 177 der evangelischen Freikirche an.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort Lörrach gab es im Jahr 2024 knapp 15 Prozent im produzierenden Gewerbe und 25 Prozent in Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Der überwiegende Teil von 60 Prozent war bei sonstigen Dienstleistungen aktiv.

Dies alles sind Zahlen, die gemäß der Stadtspitze helfen sollen, eine solide Basis für die kommunalen Planungen zu nutzen.