In Kooperation mit den Oberkircher Winzern und Sponsoren ist auf dem Gartenschaugelände in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof in Baiersbronn ein kleiner Weinberg entstanden. Am Wochenende wurde er getauft.
Er ist nicht riesig, und das Wort „Hügel“ beschreibt die kleine Anhöhe, auf der die 50 Weinreben gepflanzt wurden, vermutlich besser als das Wort „Weinberg“. Dieser ist aber eines der nachhaltigen Projekte auf der Gartenschau „Tal X“, die auch nach dem Ende des Großprojekts im Oktober bestehen bleiben.
Zur feierlichen Taufe am Samstag waren neben Gartenschau-Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen nicht nur Oberbürgermeister Adrian Sonder und Bürgermeister Michael Ruf, sondern auch Markus Obrecht von den Oberkircher Winzern und zahlreiche Paten gekommen.
Unter ihnen befinden sich beide Bürgermeister, Privatpersonen, Gastronomen und Unternehmer wie Klaus Fischer aus Waldachtal, Sternekoch Claus-Peter Lumpp vom Hotel Bareiss in Mitteltal sowie Gartenschau-Botschafter Hardy Hermann, Hotelier Jörg Möhrle von der „Tanne“ in Tonbach und Gastronom Oliver Widmann aus Freudenstadt.
Gartenschau-Wein kreiert
Jeder von ihnen hatte gegen eine finanzielle Beteiligung von 200 Euro die Patenschaft für eine der Reben übernommen. Namensschilder an den Reben geben Auskunft über alle 50 Paten.
Bürgermeister Ruf hieß die Gäste der „Tauffeier“ am Weinberg im Gartendorf unweit des Bahnhofs willkommen. Er freue sich über die Kooperation mit der Oberkircher Winzergenossenschaft, die als Partner der Gartenschau nicht nur für die Weine und den extra kreierten Gartenschau-Wein zuständig sei, sondern zudem angeboten habe, die Reben für den Weinberg auch zu pflanzen.
Schwäbisch-badisches Projekt
Ihm „als bekennendem Nichtbiertrinker“ habe ein Weinberg in Baiersbronn sowieso gefehlt, bekannte er. „Die Idee, den Weinbau als Teil der Landwirtschaft in der Region darzustellen, finde ich deshalb klasse.“ Einmal mehr appellierte er an die Bürger, die 143 Tage mit über 1000 Veranstaltungen auch zu nutzen. „Das kommt nämlich nie wieder“, so Ruf.
Gartenschau-Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen lobte das Verbindende – in dem Fall zwischen Schwaben und Baden – an diesem Projekt. Sie selbst habe zum Start die erste Rebe gekauft, danach sei die Übernahme der weiteren Patenschaften „wie Bolle“ gelaufen.
Widerstandsfähige Rebe
Markus Obrecht von der Oberkircher Winzergenossenschaft bekannte, dass ihn dieses gemeinsame Projekt auch stolz mache. Dem Wetter geschuldet, habe man für diesen Weinberg bewusst die noch junge und sehr widerstandsfähige Traubensorte „Solaris“ gewählt. Diese Weißweinsorte reife schnell, sei sehr fruchtig und zudem nachhaltig, weil man keinen Pflanzenschutz betreiben müsse. „Die Gartenschau zeigt mit diesem Projekt, was die Natur kann und was in der Natur auch entstehen kann“, so Obrecht.
Bei den Paten des Weinbergs hatte sich die Oberkircher Winzergenossenschaft bereits mit einer Einladung zum „Fest der Sinne“ am 1. Juni bedankt. Wer zur Eröffnung um 11.30 Uhr in der Winzergenossenschaft erscheine, bekomme von ihm die Möglichkeit einer Kellerführung und zudem ein Präsent mit den drei „Tal X“-Weinen ( weiß, rosé und rot) der Gartenschau überreicht, so Obrecht.
Nach der „Taufe“ und einem gemeinsamen Erinnerungsfoto am Weinberg bestand die Möglichkeit, ein Gläschen Oberkircher Wein oder Sekt am Weinberg zu probieren und sich in lockerer Runde auszutauschen.