Überquellende Altkleidercontainer und die Ablagerung wilden Mülls sind in der 3-Länder-Stadt Weil am Rhein passé, seit die Stadtverwaltung entschlossen dagegen vorgeht.
Im gemeinsamen Oberzentrumsausschuss Lörrach-Weil am Rhein, der am Mittwoch im Weiler Rathaus nach einigen Jahren Pause wieder zusammenkam, hatte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker das Thema Müllbekämpfung auf die Tagesordnung gesetzt.
Mit einer gemeinsamen Plakatkampagne unter dem Motto „Geht’s noch? Mach kein Mist!“ hatten im vergangenen Jahr mehrere Städte am Oberrhein auf Initiative Rheinfeldens in der Öffentlichkeit auf die Problematik aufgemacht, „ein Thema, das uns alle betrifft“, wie Stöcker im Ausschuss deutlich machte.
Um illegale Müllablagerung zu verhindern, seien die Altkleidercontainer in Weil abgebaut worden.
Rund um die Glascontainer des Eigenbetriebs Abfall des Landkreises Lörrach werde regelmäßig von Mitarbeitern des Weiler Betriebshofs aufgeräumt – dafür werde eine kleine Summe von diesem bezahlt.
Seitdem werde weniger Müll abgelagert, so Stöcker. Und auch an anderen Orten sei solcher bisher nicht aufgetaucht, ergänzte sie auf Nachfrage aus dem Ausschuss.
Bewusstsein für Müllvermeidung schaffen
Darüber hinaus setzt sich Weil am Rhein mit einer eigenen Anti-Müllkampagne mit dem Titel „Weil.Sauber.Besser“ für mehr Sauberkeit in der Stadt ein. Ziel dieser Kampagne ist unter anderem, ein neues Bewusstsein bei den Einwohnern der 3-Länder-Stadt zu schaffen. In Kürze stellten die Projektleiterinnen Olga Anselm und Rebecca Schiessl den Ausschussmitgliedern die Kampagne vor.
Neben konsequenten Sanktionen bei Verstößen, Aufklärung in verschiedenen Sprachen und klare Kennzeichnung der Container und Abfallbehälter sowie Umweltbildung beinhaltet diese regelmäßige Clean-Up-Days, an denen sich neben Vereinen, Schulen und Kindergärten auch Unternehmen beteiligen können. Sieben solche Clean-Ups hätten bereits stattgefunden. Insgesamt 549 Personen nahmen daran teil.
Mehrweg-Offensive ist in Lörrach in Planung
Dass auch Lörrach weitere Schritte plant, um der Flut an Abfällen Herr zu werden, berichtete im Anschluss Britta Staub-Abt, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Mobilität. Demnach sei in der Nachbarstadt ein Baukastensystem in Arbeit. Wichtige Punkte seien dabei die Vorbereitung einer Mehrweg-Offensive. Statt einer Verpackungssteuer betrachte man in Lörrach eher die Vereinheitlichung der Mehrwegsysteme als zielführend, sagte sie.
Problemfall Ablagerungen im Außenbereich
Ebenso werde man sich mit Bußgeldern beschäftigen und ein verstärktes Augenmerk auf Müllablagerungen im Außenbereich – wie etwa Reifen – lenken. Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz hatte zuvor berichtet, dass die Müllmenge in seiner Stadt stetig zunehme, zuletzt um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Als Konsequenz habe man in der Lerchenstadt Altkleider ebenfalls abgebaut. „Das bringt unglaublich viel.“
Sie habe festgestellt, dass Weil schon weiter sei in Sachen Müllbekämpfung, hielt die Lörracher Grüne Margarete Kurfeß fest. Kinder müssten, wie schon in den Kindergärten, zur Nutzung wiederbefüllbarer Behälter angehalten werden.
Soziale Kontrolle“ – das sei für ihn der gebotene Weg, um die Leute am illegalen Müllabladen zu hindern sagte Bernhard Escher (CDU Lörrach). Er forderte, Bürger sollten Müllsünder künftig melden.