Blumen für die neue Schulleiterin der Hans-Thoma-Schule in Haltingen, von links: Schulamtsleiter Rudolf Schick, Claudia Falb, Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, Schulleiter-Stellvertreterin Birgit Moser und Monika Höhner (Zuständige beim Schulamt Lörrach). Foto: Beatrice Ehrlich

Nach mehr als drei Jahren Vakanz hat die Hans-Thoma-Schule in Haltingen eine neue Schulleiterin: Claudia Falb. Bei der Amtseinführung gibt es viele Vorschusslorbeeren.

Wie wichtig die Besetzung dieser Schulleiterstelle für den Weiler Teilort Haltingen ist, wurde in den überaus herzlichen Grußworten und dem aufwändigen Programm bei der Einführung der neuen Amtsinhaberin deutlich.

 

Dass Claudia Falb schon beim Amtsantritt so viel Lob erfährt, hat einen Grund: Bereits seit Anfang dieses Schuljahrs ist sie kommissarische Schulleiterin und im Schuljahr davor war sie Teil des vertretenden Schulleitungsteams.

Kollegen, Schüler und auch die Vertreter der Stadt Weil am Rhein als Schulträger hatten also bereits genügend Zeit, die „Neue“ kennenzulernen.

Mit ihrem Amtsantritt geht eine längere Vakanz der Schulleiterstelle zu Ende, die in dem größten Weiler Teilort Narben hinterlassen hat.

Denn dass die Haltinger Schule mit ihren aktuell 371 Schülern jemanden braucht, der die Führungsverantwortung in die Hand nimmt und gewissermaßen als „Gesicht“ der Schule in Erscheinung tritt, haben Elternvertreter und die Stadt Weil am Rhein in ihren vielen Appellen an die Schulverwaltung immer wieder deutlich gemacht.

Liebevolle Geschenke und warmherzige Worte

Am Tag der offiziellen Amtseinführung ist das Schulhaus prächtig geschmückt. Herzen-Mobiles und bunte Blumen aus Krepppapier sorgen für viel Farbigkeit.

Die Worte Vielfalt und Buntheit ziehen sich dann auch wie ein roter Faden durch die Reden der Festgäste: angefangen bei Schulamtsleiter Rudolf Schick über Oberbürgermeisterin Diana Stöcker bis hin zu Birgit Moser, die sich im Namen des Kollegiums mit warmherzigen Worten an die neue Schulleiterin richtet.

Der Schulsong erfüllt das Treppenhaus. Foto: Beatrice Ehrlich

Mit dabei sind alle Schüler. „Herzlich willkommen“ klingt es chorisch erst von Nah und dann von Fern aus den Tiefen des Schulhauses, gefolgt vom Schulsong „Rechnen, Schreiben, Lesen“.

Mit „Freude schöner Götterfunken“ ist der Ton gesetzt

Mit einem zarten und vielstimmigen „Freude schöner Götterfunken“ der Viertklässler an den Glockenspielen (Leitung: Martin Ebrahimzadeh) ist musikalisch der passende Ton gesetzt, bevor die offiziellen Ansprachen gehalten werden. Er sollte sich im Laufe der Einführung noch einige Male wie eine Grundmelodie wiederholen.

Freude schöner Götterfunken, zart und eindringlich Foto: Beatrice Ehrlich

„Sie ist es.“ – Dass Claudia Falb die richtige für diese Stelle ist, habe für ihn schnell festgestanden, erklärte Schulamtsleiter Schick. Anhand von Zitaten rückte er Eigenschaften der neuen Schulleiterin wie Gerechtigkeits- und Bürgersinn, Motivationsfähigkeit und Empathie ins Licht.

Andreas Berg stimmt mit seiner Gitarrengruppe „Hejo, spann den Wagen an“ an, und alle singen mit. Foto: Beatrice Ehrlich

Und als Repräsentant der Schulverwaltung, die in den vergangenen Jahren viel Kritik aus Haltingen hat einstecken müssen, bedankt er sich bei jenen, die mit dazu beigetragen hätten, dass dieser „große Glücksfall“ eintreten konnte: Björn Tscharntke, Stefanie Kapfer und Stephan Hölscher, die als vertretendes Schulleiterteam neben ihren eigenen Schulen die Geschicke der Hans-Thoma-Schule in der Übergangszeit geleitet haben, Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, die Briefe ans Kultusministerium gerichtet hat, sowie die ehemalige Elternbeiratsvorsitzende Inga Humbarger, die bei der Amtseinführung auch unter den geladenen Gästen ist. Beständig, kritisch und konstruktiv habe sie von Anfang an auf die Wiederbesetzung der Schulleiterstelle gedrungen.

Schulamtsleiter lobt und dankt

Die Hauptlast hätten aber die Schule und das Kollegium getragen, wendet sich Schick anerkennend an die versammelte Schulgemeinschaft. Und lobt die Stadtverwaltung: „Weil am Rhein ist bekannt als hervorragender Schulträger.“

Steht endlich unter neuer Leitung: die Hans-Thoma-Schule Haltingen. Foto: Beatrice Ehrlich

„Für uns als Stadt Weil am Rhein ist Bildung ,Prio’ Eins“, erklärt OB Diana Stöcker umstandslos, als sie mit ihrer Ansprache an der Reihe ist. Und: Es brauche in Haltingen einfach jemanden, der die Kapitäninnenmütze aufhabe. Dass Falb sich dieser Aufgabe „angenommen“ hat, habe man vom ersten Moment an gemerkt.

„Klarheit, Ruhe, ein weites Herz“

Birgit Moser, seit mehr als dreißig Jahren Lehrerin an der Hans-Thoma-Schule und Stellvertreterin Falbs, richtet sich im Namen des Kollegiums an die neue Rektorin: „Für uns alle bist Du gar nicht mehr neu.“ Ohne große Gesten, ohne Tamtam, habe Falb in kürzester Zeit mit Klarheit, Ruhe, einem weiten Herz, Engagement und Fleiß das Vertrauen der Kollegen gewonnen.

Und sie lässt das Bild eines Regenbogens vor dem inneren Auge der Zuhörer entstehen, das ihr bei dem Gedanken an die Schule unter der neuen Leiterin einfalle: Viele Farben, die zusammen etwas Leuchtendes ergeben.

Setzte den glanzvollen Schlusspunkt: der 17-jährige Geiger Caner Öztas. Foto: Beatrice Ehrlich

Dann gibt’s Geschenke von den Schülern, dem Förderverein und dem Elternbeirat der Schule, dazwischen weitere Vorführungen der Schüler: Erstklässler tanzen, eine Gitarrengruppe der Musikschule gibt Einblick in ihr Können.

Geigen-Solo als glanzvoller Abschluss

Den glanzvollen Schlusspunkt setzt der 17-jährige Geiger Caner Öztas, der von Musikschulleiterin Ariane Mathäus an der Städtischen Musikschule Weil am Rhein unterrichtet wird. Mit kraftvollem Klang und geschliffener Dynamik interpretiert er den Satz „Obsession“ aus der zweiten Violinsonate des belgischen Komponisten Eugène Ysaÿe.

Hintergrund: Claudia Falb ist in der Lutherstadt Wittenberg geboren, hat dort Abitur gemacht und in Badenweiler eine Ausbildung zur Hotelfachfrau durchlaufen. Ab 2004 hat sie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg Grundschullehramt mit den Hauptfächern Mathematik, Geschichte und Geografie studiert und nach dem Referendariat an der Grund- und Werkrealschule Stegen 2011 ihren Dienst als Lehrerin an der Grundschule Egringen angetreten. Seit 2024 ist sie an der Grundschule Haltingen und wurde kurz vor den Weihnachtsferien 2025 zur Schulleiterin ernannt. Ihre Antrittsrede stellt sie unter das Motto „Dank“ – an alle Wegbegleiter in ihrer Schullaufbahn, aber auch in der Stadt Weil am Rhein und im Dorf Haltingen, die Schulkinder, die im Mittelpunkt ihres Tuns stehen und ganz besonders ihre Familie: „Ihr steht hinter mir und macht mich groß.“