Die Ludwig-Uhland-Schule in Schömberg Foto: Wolfgang Krokauer

458 Schüler besuchen derzeit die Ludwig-Uhland-Schule in Schömberg. Es gibt dort eine Grund- und Werkrealschule. Wie es mit Letzterer weitergeht ist derzeit ungewiss, weil die Landespolitik dazu noch unklar ist.

In der Ludwig-Uhland-Schule gibt es 19 Klassen und zwei Vorbereitungsklassen. Aufgrund der vielen Anmeldungen aus anderen Schulen war es möglich, eine zweite zehnte Klasse zu bilden, informierte Dieter Thielbeer, Konrektor der Grund- und Werkrealschule, in der Schömberger Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. 34 Lehrkräfte, drei Lehramtsanwärter und zwei Pfarrer unterrichten die 458 Schüler. Hinzu kommen zwei Kolleginnen, die stundenweise an der Schule unterrichten. Sie fördern gezielt Kinder, etwa wenn eine Sprachbehinderung vorliegt.

 

Der Umbau der Schule ist in vollem Gange, berichtete Thielbeer. „Wir sehen so langsam Land“, sagte der Konrektor und fügte hinzu: „Die Klassenzimmer werden immer schöner.“

Stabile Anmeldezahlen

Die Schulleitung geht davon aus, dass die Anmeldezahlen der Grundschule in den nächsten Schuljahren stabil bleiben, da seit dem Schuljahr 2019/2020 die Kernzeitbetreuung fest geregelt ist. Stand 30. September waren 63 Kinder für die Ganztagesgrundschule angemeldet. Die erste Klasse besuchen derzeit 87 Kinder.

Trotzdem gibt es in Schömberg wegen der Landespolitik große Unsicherheiten. So sprach Gemeinderat Jörg Krax (MUZ) das Thema Werkrealschule an, die ein Auslaufmodell sei. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde viel Geld in die Schule stecke.

„Das Geld ist gut investiert“, versicherte Thielbeer. Es werde künftig wohl nur noch den Hauptschulabschluss geben. Das entsprechende Gesetz auf Landesebene sei aber noch nicht durch. Das bestätigte Bürgermeister Matthias Leyn.

Gemeinderat Friedbert Stahl (CDU) regte an, ob in Sachen Realschule nicht eine interkommunale Zusammenarbeit möglich sei. Thielbeer meinte dazu, dass Rathauschef Leyn eine solche Frage mit dem Staatlichen Schulamt klären müsse. Seine Meinung zu den Plänen des Landes unverblümt zum Ausdruck brachte Stahls Fraktionskollege Christoph Eck: „Das verstehe ich nicht. Was ist das für ein Blödsinn.“ Thielbeer antwortete, dass dies politische Entscheidungen seien. Diese müsse er als Lehrkraft mittragen. Rathauschef Leyn erinnerte daran, dass der Schule Bestandsschutz zugesagt worden sei. Diese Garantie sei jetzt wieder weg.

Tino Bayer (MUZ) bemängelte, dass es bei jungen Menschen ein großes Defizit in den Themen Wirtschaft und Finanzen gebe. Thielbeer ergänzte, dass die Demokratiebildung nur in den Oberstufen unterrichtet werde. Eltern seien verunsichert. „Manchmal werden wir vergessen“, sagte Thielbeer.

Deutschkenntnisse vermitteln

Bayer wollte zudem wissen, ob es Geflüchtete in den Vorbereitungsklassen gebe. Das bestätigte Thielbeer. Aus der Grundschule seien es 14 Ukrainer, in der Werkrealschule zwölf. In den Vorbereitungsklassen würden die Schüler Deutsch lernen. Gerade bei Geflüchteten fehlten Sprachkenntnisse. Einige von ihnen hätten ansonsten große Fähigkeiten und besuchten später weiterführende Schulen. „Diese Erfolgsgeschichten haben wir“, so Thielbeer. Zudem würden Eltern ihre Kinder in die Ludwig-Uhland-Schule schicken, weil sie vor Ort sei. Mit einem Hauptschulabschluss könnten später weiterführende Schulen besucht oder eine Ausbildung begonnen werden.