Eine Feuerwehrgroßübung hielt die Abteilungen der Feuerwehr in Bad Dürrheim am Samstagnachmittag auf Trab.
Um 15 Uhr ging der Alarm Waldbrand in Öfingen in den Einsatzzentralen ein. Mit neun Fahrzeugen und 64 Einsatzkräften rückten sie in Richtung Osterberg aus.
Auch ein Einsatzfahrzeug der Johanniter war mit von der Partie und war beim Eintreffen am Einsatzort gefordert, Erste Hilfe zu leisten. Einsatzkräfte hatten zwei verletzte Waldarbeiter gerettet und übergaben sie den vier Johannitern.
Talwärts hatten parallel dazu weitere Einsatzkräfte einen Hydranten als Wasserentnahmestelle geortet, der sich südöstlich der Osterberghalle bei einer landwirtschaftlichen Halle befand. Die ersten Feuerwehrfahrzeuge legten die 1800 Meter lange Strecke zur Fläche des Waldbrands zurück, um einen ersten Löschangriff zu starten und die Ausbreitung des Feuers einzudämmen.
200 Meter Schlauch fehlen
Ein weiteres Fahrzeug legte eine Schlauchverbindung vom Hydranten in Richtung Brandherd. Die Besonderheit: entlang der Löschleitung musste alle 600 Meter das Wasser mit einer Pumpe weiterbefördert werden. So zumindest war der Plan. Doch am Ende fehlte eine Schlauchlänge von rund 200 Metern, um eine dauerhafte Wasserleitung herzustellen.
Rund um die inzwischen weiträumig abgesperrte Brandfläche gruben derweil Einsatzkräfte mit Axt, Schaufeln und weiterem Werkzeug eine Schneise, die ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Bäume verhinderte. „
Wir haben die Probe bewusst so gestaltet, dass wir auf Anhieb erkennen, wo es mehr oder anderes Einsatzmaterial und Geräte benötigt“, erläuterte Gesamtkommandant Volker Heppler, der hinsichtlich der Waldbrandgefahr in den zunehmenden trockenen Sommern die Probe als sehr wichtig einstufte.
Große Herausforderung
In einem ersten Resümee erkannte er vor allem hinsichtlich der Logistik und des Transports von Material an die richtigen Stellen diverse Herausforderungen. „Die Wasserversorgung ist machbar und gut. Für den Pendelverkehr auf Waldwegen muss mehr Zeit eingeplant und verstärkt auf die Sicherheit geachtet werden.“
Heppler verwies darauf, dass im Falle eines Waldbrandes normale Trockenwetterbedingungen vorliegen, weshalb aufgrund der nassen Witterung manche Übungsschritte einer genaueren Analyse bedürfen. Ortsbeauftragter Andreas Sixel bezeichnete den Einsatz des Allradfahrzeugs der Johanniter VS und die Übung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr als wertvoll.
Beeindruckendes Zusammenspiel der Einsatzkräfte
„Die Waldbrandübung geht ursprünglich auf einen Wunsch von Ehrenbürger Heinrich Glunz zurück“, bezeichnete Bürgermeister Jonathan Berggötz das Zusammenspiel aller Abteilungen als beeindruckend. Er dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement, den Ernstfall zu proben, in der Hoffnung, dass er nie eintritt.
Öfingens Ortsvorsteherin Astrid Engesser begrüßte zudem die zusätzliche Herausforderung, dass der Waldbrand nicht auf einer Waldfläche im Tal, sondern auf dem Berg ausbrach. Die Gefahr, dass bei einem Löschangriff auf einen Waldbrand bei Trockenheit im Reservoir das Wasser ausgeht, bezeichnete sie als gering aber nicht ganz ausgeschlossen.