Schömbergs Bürger haben entschieden: Matthias Stepan sitzt künftig auf dem Chefsessel des Rathauses. Er gewann die Stichwahl gegen Michael Hopf. So groß war der Vorsprung.
Matthias Stepan aus Maisenbach-Zainen wird neuer Bürgermeister in Schömberg und damit Nachfolger von Matthias Leyn. Bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters am Sonntag setzte sich Stepan klar gegen seinen Herausforderer Michael Hopf durch.
Am Ende holte Stepan 63,9 Prozent der Stimmen. Auf Hopf entfielen 36,1 Prozent. Die Stichwahl wurde notwendig, da vor zwei Wochen kein Kandidat die absolute Mehrheit holte. Bereits bei der Wahl am 8. März hatte Stepan mit 47,4 Prozent die Nase vorne. Hopf bekam 39,7 Prozent.
„Das ist ein klasse Gefühl“
In einer ersten Reaktion zeigte sich Stepan überwältigt von dem Erfolg: „Das ist ein klasse Gefühl.“ Er hatte gedacht, dass es knapper werden könnte. Bei einem zweiten Wahlgang stelle sich stets die Frage, ob es gelinge, die eigenen Wähler noch einmal zu mobilisieren. Das ist ihm offensichtlich gelungen. Am Ende sei es dann doch ein „sehr deutliches Ergebnis“ gewesen, freute sich Stepan.
Als „kleinen Wermutstropfen“ bezeichnete Stepan die relativ niedrige Wahlbeteiligung in Höhe von 47,2 Prozent.
Jetzt will der promovierte Sozialwissenschaftler im Wirtschaftsministerium des Landes für einen guten Übergang sorgen. Das Gleiche gilt für Maisenbach-Zainen, wo Stepan derzeit Ortsvorsteher ist.
Mitte April möchte Stepan dann in Schömberg starten. Ob er bereits die Gemeinderatssitzung am 14. April leitet, weiß er noch nicht. Jedenfalls will Stepan schon am nächsten Samstagnachmittag bei der Landschaftsputzete in Schömberg dabei sein. Am Vormittag des gleichen Tages engagiert er sich noch einmal bei der Putzete im Bad Liebenzeller Stadtteil Maisenbach-Zainen.
Auch sonst hat Stepan einiges vor. Er kümmere sich um den Haushalt. Er will einen Vereinsabend und eine Gewerbeschau ins Leben rufen. Auch die Besucherzahlen für den Aussichtsturm sollen steigen. „Die Bürgermeistersprechstunde wird kommen“, versprach er.
Respekt zollte Stepan seinem Herausforderer Hopf. Er bezeichnete den Kreiskämmerer als „höchst kompetenten Mitbewerber“.
„Alles gegeben“
Hopf nahm die Niederlage gefasst auf. Er habe bis zur Stichwahl noch einmal „alles gegeben“, sagte der Wahlverlierer. Er bedankte sich bei seiner Familie, insbesondere bei seiner Frau für die Unterstützung in den vergangenen Wochen. Er habe „sehr gute Gespräche geführt“, sagte Hopf.
Noch keine Erklärung hatte Hopf für die Ursache seiner Niederlage: „Ich habe mein Bestes gegeben.“ Jetzt will er erst einmal ein bisschen Urlaub machen, Energie tanken und seine Arbeit als Kreiskämmerer fortsetzen. Auch hier gelte es, „dicke Bretter“ zu bohren.
Der Erste Landesbeamte und stellvertretende Landrat Frank Wiehe gratulierte dem Sieger am Wahlabend. Er sicherte dem neuen Bürgermeister die Unterstützung des Landkreises zu. Das Landratsamt werde Stepan „nach Kräften unterstützen“. „Wir machen das zusammen. Da müssen Sie sich keine Sorgen machen“, sagte er zu Stepan gerichtet.
Appell für Fairness und Anstand
Wiehe verhehlte jedoch nicht, dass das Amt des Bürgermeisters nicht einfach sei. Er sprach das fehlende Geld und die diversen Wünsche aus der Bevölkerung an.
Angesichts so mancher negativer Erfahrungen gerade im Landkreis Calw appellierte Wiehe eindringlich an die Bevölkerung, „fair und anständig“ mit dem neuen Bürgermeister umzugehen.
Wiehe versicherte dem Wahlverlierer Hopf, dass das Landratsamt sich auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Kreiskämmerer freue.