Die in Rohrdorf übliche Personenwahl hat am Montag für mächtig Durcheinander im Rathaus gesorgt. Doch das Ergebnis bringt keinerlei Veränderung im 2000-Einwohner-Ort im Nagoldtal.
Der Tag nach der Wahl begann für die Mitarbeiter im Rohrdorfer Rathaus bereits am frühen Montagmorgen. Und am Ende des Tages hatte man immer noch kein belastbares Ergebnis, das man der Öffentlichkeit oder dem Landratsamt hätte melden können.
Der Grund liegt in einer Tradition in Rohrdorf. Und die besteht darin, dass der Ort die Personenwahl pflegt. Das heißt: Es gibt keine Listen, die der Wähler wählen kann, im Prinzip kann jeder wählbare Rohrdorfer gewählt werden. Und von diesem Recht haben die Wähler im Ort ausgiebig Gebrauch gemacht.
165 weitere Namen auf den Rohrdorfer Wahlzetteln
Sie schrieben nicht nur die Namen der bisherigen zehn Rohrdorfer Gemeinderäte auf den Wahlzettel, die im Vorfeld öffentlich kundgetan haben, ihre Arbeit im Gremium fortsetzen zu wollen. Die Rohrdorfer Wähler gaben der stolzen Zahl von 165 weiteren Personen eine Stimme bei der Gemeinderatswahl.
Das stellte das Team vom Rathaus vor große Probleme. Immerhin musste erst einmal überprüft werden, ob der- oder diejenige überhaupt in Rohrdorf wohnt und auch wählbar ist. Denn davon hängt ab, ob die jeweilige Stimme auch als gültig gewertet und gezählt kann oder nicht. Diese Überprüfung nahm am Montag so viel Zeit in Anspruch, dass am Montag kein belastbares Ergebnis mehr nach außen weitergegeben werden konnte.
Stimmenkönigin wurde Heike Lagger mit 451 Stimmen
Am späten Dienstag kam dann die erlösende Nachricht aus dem Rohrdorfer Rathaus: „Wir haben ein Ergebnis.“ Und das Ergebnis ist, dass sich der Rohrdorfer Gemeinderat in der anstehenden Periode aus den gleichen Personen zusammensetzt wie in der vergangenen Wahlperiode: Stimmenkönigin wurde bei der Wahl vom vergangenen Sonntag Heike Lagger mit 451 Stimmen, gefolgt von Volker Held mit 422 Stimmen. Auf Platz drei folgt Katja Hofmann mit 418 Stimmen, dicht gefolgt von Nils-Peter Fischer, der auf 414 Stimmen kam. Weitere Gemeinderäte sind in Zukunft: Hans-Jochen Rau (380 Stimmen), Oliver Landefeld mit 377 Stimmen, Rainer Lenz (358 Stimmen), Martin Mattis (351 Stimmen), Rudi Mischke (335 Stimmen) und Uwe Sackmann mit 275 Stimmen.
Wahlberechtigt waren 1440 Rohrdorfer, 811 von ihnen gaben tatsächlich ihre Stimme ab. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 56,3 Prozent. Die Zahl der gültigen Stimmen lag nach Informationen aus dem Rohrdorfer Rathaus bei 4528.