Die Peterzeller Brücke, hier zu sehen im Jahr 2023, ist ein echtes Sorgenkind in VS – doch jetzt soll diese Erinnerung bald einem Neubau weichen. Foto: Marc Eich

Dass für die Brücke in der Peterzeller Straße ein Neubau erstellt werden muss, ist sonnenklar. Doch mangels eines verabschiedeten Haushalts drehte der Stadtrat eine Extrarunde.

Für die Skandalbrücke im Stadtbezirk Villingen kann es endlich in die nächste Runde gehen. Doch weil Villingen-Schwenningen auch Mitte des dritten Monats 2026 noch keinen Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet hat, waren die Stadträte am Mittwochabend quasi für eine Eilentscheidung gefordert.

 

Es galt, die Bauleistung für den Neubau der Brücke in der Peterzeller Straße zu vergeben und die Mittel dafür freizusetzen – und zwar zügig.

Zwingend notwendig

„Die Vergabe der Bauleistung ist zwingend, da die bestehende Brücke nicht mehr standsicher ist“, stellte die Verwaltung eingangs unmissverständlich klar. Die Behelfsbrücke, die dort aktuell aufgebaut ist, zwingt den Verkehr dort weiterhin in die Knie – nur mit Einschränkungen können Autofahrer diese Stelle passieren. Langfristig aber will man wieder eine hochwassersichere, leistungsfähige und dauerhafte Brücke herstellen.

Dafür muss die Doppelstadt tief in die Tasche greifen – geschätzte 3,7 Millionen Euro soll der Neubau insgesamt etwa kosten. Baubeginn für die neue Peterzellerbrücke soll bereits im Juni 2026 sein.

Die Stadträte votierten am Mittwochabend einstimmig für die Vergabe und Auftragserteilung.

Sie hat es in sich

Verbunden gewesen sein dürfte mit der Vergabe im Stillen auch ein Stoßgebet für einen reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten und die Einhaltung des Kostenrahmens. Die Brücke in der Peterzeller Straße nämlich hat es bislang nämlich in sich: 2018 wurden massive Schäden festgestellt – ausgerechnet an der Brücke, die auf einer Hauptachse durch Villingen liegt. Durften hier früher auch schwere Brummis verkehren, mussten wegen eingeschränkter Tragfähigkeit Beschränkungen vorgenommen werden – nur noch 3,5 Tonnen Last waren erlaubt. Und Höhenbeschränkungen gab es auch – Letztere wurden immer wieder ignoriert – und einem Brummifahrer 2023 zum Verhängnis, der trotz des Durchfahrtsverbots hindurch fuhr und die Höhenbegrenzung umriss und sich – vergeblich – aus dem Staub gemacht hatte.

Und schließlich ergab eine Sonderprüfung 2024 sogar, dass das Bauwerk so marode ist, dass zeitweise gar keine Überquerung mehr möglich war, bis schließlich die Behelfsbrücke als Übergangslösung ins Spiel kam. Ein Kompromiss, dem man nun mit dem Bau einer neuen Brücke ein Ende bereiten will. Der Weg dafür ist nun jedenfalls frei.