Es ging um den Wald (Symbolfoto). Foto: Silas Stein/dpa

Rund 130 Personen folgten der Einladung der IG Lebensraum Blauen zum Vortrag zu Wald und Klimawandel in Schliengen.

Den Vortrag hielt Professor Erwin Hussendörfer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, an der er Waldbau, Ökologische Genetik, Forstliches Vermehrungsgut und Naturgemäße Waldwirtschaft lehrt. Unter dem Titel „Wälder und Waldstrukturen im Klimawandel – Was lernen wir aus Naturwäldern?“ analysierte er die Situationen von Naturwäldern und von Wirtschaftswäldern, heißt es im Nachbericht der Interessengemeinschaft (IG) Lebensraum Blauen.

 

Obwohl der Klimawandel global zu spüren ist, seien unberührte Naturwälder unempfindlicher gegenüber den veränderten Klimabedingungen, hieß es. Übertragbar auf die Wirtschaftswälder sei die Erkenntnis, dass Wälder mit offenen Innenflächen von mehr als 3000 Quadratmetern stark der Wasserverdunstung und somit der Trockenschädigung bis zum Absterben der Bäume ausgesetzt seien.

Beim Thema Bodenverdichtung wurde gezeigt, dass „zehn Prozent verdichtete Waldfläche für 36 Prozent Oberflächenabfluss sorgen“. Wasser, das „blaue Gold des Waldes“, werde somit dem Waldboden vermehrt entzogen. Der Oberflächenabfluss führe ebenso wie die Verdunstung auf offenen Flächen zur Störung des natürlichen Wasserhaushalts im Wald.

Notwendigkeit der Energiewende betont

Massive Eingriffe wie Schaffen von offenen Flächen mitten im Wald und Verdichten des Waldbodens erfolgten beim Bau von Windenergieanlagen im Wald: Diese Eingriffe würden über Jahre hinweg zum Absterben des Waldes führen, hieß es. Zur Verdeutlichung zeigte Hussendörfer Karten des Waldmonitorberichts des Helmholz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig.

Zum Abschluss betonte Hussendörfer als überzeugter Befürworter von erneuerbarer Energie die Notwendigkeit der Energiewende. Jedoch müssten die Standorte für erneuerbare Energieformen auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse gut gewählt werden.