Im Aquasol Rottweil wurde drei Monate lang gewerkelt. Steven Ulrich, Abteilungsleiter Bäder, gewährt einen Einblick und zeigt, was gemacht wurde.
Mit dem Ende des Sommers zieht es viele Familien wieder ins Hallenbad. Auch das Aquasol hat nach seiner zwölfwöchigen Schließzeit im Sommer seit rund zwei Wochen wieder geöffnet. Doch was passiert eigentlich in dieser Zeit hinter den verschlossenen Türen?
Steven Ulrich, Abteilungsleiter Bäder bei der ENRW, gibt im Gespräch mit unserer Redaktion Einblicke: „Es wurden sowohl alljährliche als auch besondere Arbeiten durchgeführt.“ Dazu zählten unter anderem die Kontrolle sämtlicher Saunakammern, der Einbau neuer Sitzbänke und Hölzer, frische Anstriche für Wände und Dampfbäder sowie die Erneuerung des Gehölzes im Gradierwerk. Auch das Fitnessbecken erhielt zwei neue Seitenwände.
Traditionell wird im Sommer die Röhrenrutsche vom TÜV überprüft. Zudem ließ man sämtliche Becken vollständig entleeren, reinigen und kontrollieren. Viele Silikonfugen wurden ersetzt, einzelne Fliesenbereiche abgedichtet und erneuert. „Oftmals treten Sanierungsbedarfe erst zum Vorschein, wenn die Becken leer sind“, erklärt Ulrich.
Auch im nicht zugänglichen Technikbereich wurde kräftig gearbeitet: Betonsanierungen, Wartungen der Brauchwasseranlage, Kühlhäuser und Lüftungsanlagen standen auf dem Plan. „Der Schwerpunkt lag dieses Jahr auf umfangreichen Instandhaltungsarbeiten, um den gewohnten Betrieb in gleichbleibender Qualität sicherstellen zu können.“
Sanierungen im sechsstelligen Bereich
Warum nicht einmal länger schließen und eine Generalsanierung durchführen? Ulrich gibt die Antwort: „Eine umfassende Generalsanierung ist derzeit nicht vorgesehen, da mittelfristig ohnehin ein Neubau geplant ist.“ Zudem seien regelmäßige Wartungen – etwa das Entleeren der Becken – unverzichtbar. „Darum setzen wir bewusst auf kontinuierliche Instandhaltung in den jährlich vorgesehenen Sommerpausen.“
Das Aquasol blickt auf eine lange Geschichte zurück: Zwischen 1963 und 1966 als städtisches Hallenbad errichtet, trägt es seit fast 40 Jahren seinen heutigen Namen. „Natürlich macht sich das Alter bemerkbar“, so Ulrich. „Mit den Jahren steigt der Sanierungsbedarf an.“ Allein in diesem Sommer wurden Arbeiten in einem höheren sechsstelligen Betrag durchgeführt.
Während das Hallenbad nun wieder läuft, bleibt das Freibad über die Wintermonate weitgehend unberührt. Erst im Frühjahr starten dort wieder die Vorbereitungen für die nächste Saison.
Herausfordernd bleiben für beide Bäder die anhaltend hohen Energiekosten. „Die diesjährige Preisanpassung war unumgänglich, auch um die steigenden Personalkosten abzufedern“, erläutert Ulrich. Ein Blockheizkraftwerk im Untergeschoss des Aquasol sorgt jedoch für eine nachhaltige und effiziente Wärmeversorgung – nicht nur für die Bäder, sondern auch für den angrenzenden städtischen Bereich.
Besucherzahlen steigen wieder an
Zusätzlich macht die Fachkräftegewinnung Sorgen. Zwei Bewerber aus Drittstaaten konnten in diesem Jahr für den Ausbildungsberuf „Fachangestellter für Bäderbetriebe“ gewonnen werden – allerdings mit hohem bürokratischem Aufwand, so Ulrich.
Die Besucherzahlen liegen noch immer unter dem Niveau von 2019. Gründe sind die Folgen der Corona-Pandemie sowie gestiegene Lebenshaltungskosten. Doch Ulrich blickt optimistisch nach vorne: „Erfreulicherweise zeichnet sich inzwischen wieder ein Aufwärtstrend ab, sodass wir zuversichtlich in die kommenden Jahre schauen.“